Nils Mönkemeyer spielt, gelehnt an ein Boot, Bratsche an einem Strand. © Holger Martens

Festspiele MV reagieren auf Corona-Vorgaben und planen um

Stand: 20.04.2021 07:00 Uhr

Trotz der Pandemie soll es im Sommer viele Live-Konzerte in Mecklenburg-Vorpommern geben. Die Festspiele MV starten am 12. Juni mit dem Eröffnungskonzert in Neubrandenburg.

Laptop mit Klaviertastatur (Montage)  Foto: buffalo66
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von Axel Seitz

Festspielintendantin Ursula Haselböck ist mit Blick auf das Eröffnungskonzert in der Neubrandenburger Konzertkirche optimistisch: "Wir sind in engen Gesprächen mit dem Orchester, der NDR Radiophilharmonie und Andrew Manze. Und mit Nils Mönkemeyer, unserem Solisten und Preisträger in Residence. Wir arbeiten auch an der Möglichkeit, das Konzert zu doppeln, auf eine einstündige Veranstaltung zu verkürzen, also ohne Pause zu spielen. Unter diesen Umständen sind wir sehr zuversichtlich, dass wir spielen können. Nur wie viele Leute dann im Publikum sitzen können, das muss uns vorgegeben werden. Und da warten wir dringend auf Antworten."

Festivalmacher erwarten Antworten von der Politik

Ursula Haselböck ist die Intendantin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern © NDR Foto: Axel Seitz
Ursula Haselböck, Intendantin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, ist zuversichtlich, dass das Eröffnungskonzert am 12. Juni stattfinden kann.

Antworten, die aber bislang noch nicht von der Politik gegeben wurden. Dabei hat das Festival bereits im vergangenen Sommer bewiesen, wie unter Corona-Bedingungen Konzerte organisiert werden können. Der Kaufmännische Direktor der Festspiele, Toni Berndt, zur Situation in diesem Jahr: "Mit den Schnelltests haben wir die Möglichkeit, das Publikum aufzufordern, sich testen zu lassen. Wir können auch die Künstler hinter der Bühne testen. Es gibt neue Möglichkeiten, die wir alle nutzen werden. Aber wie viele Leute drinnen und draußen an Veranstaltungen teilnehmen können, die im Moment noch komplett untersagt sind, da hoffen wir sehr, dass wir frühzeitig eine Information bekommen. Auch der Politik muss bewusst sein: Wir brauchen Vorbereitungszeit."

Bereits jetzt ist klar, dass einige Veranstaltungen nicht stattfinden können, so Intendantin Haselböck: "Es geht um die Konzerte mit dem Dresdner Kreuzchor, weil der Chor derzeit nicht proben kann und somit die Konzerte im Juli in Wolgast, Demmin und Rostock nicht wahrnehmen kann. Außerdem um das Konzert mit dem Rostocker Motettenchor im Juni in Ribnitz-Damgarten und Güstrow, wo wir ein Alternativprogramm erarbeiten. Und es geht um das Fahrradkonzert in Schwerin am 20. Juni. Dieses ist darauf hin konzipiert, dass möglichst viele Leute frei wählen können, wann sie welches Konzert besuchen und das ist in keinem Hygienekonzept abbildbar."

Daniel Hopes Orchester kann nicht anreisen

Darüber hinaus planen die Festspiele Veränderungen für das Kleine Fest im Großen Park von Ludwigslust Anfang August. Das Konzert im Ostseestadion in der Reihe "Unerhörte Orte" wird vom Juni in den Herbst verschoben. Und auch bei zwei Konzerten mit dem Geiger Daniel Hope gibt es bereits Änderungen, kündigt Haselböck an: "Das Orchester aus San Francisco von Daniel Hope kann aus verständlichen Gründen leider nicht anreisen. Hier haben wir aber mit The Hope Orchestra eine wunderbare Alternative gefunden."

Der Großteil der geplanten Konzerte der Festspiele, die vom NDR unterstützt werden, findet in geschlossenen Räumen wie Kirchen, Scheunen und Kulturhäusern statt - diese ins Freie zu verlegen, ist nicht ganz einfach, so Toni Berndt: "Wenn wir nach draußen gehen, brauchen wir Verstärker, denn der kleinste Windhauch würde dafür sorgen, dass nichts mehr zu hören ist. Wir reden über 135 Konzerte und davon sind bisher sechs als Open Air gedacht. Das heißt, wir bräuchten zusätzlich für 130 Konzerte eine Verstärkung. Und wir müssen die Bühnen auch überdachen für den Fall, dass es regnet oder wenn die Sonne zu stark auf eine wertvolle Geige aus dem 18. Jahrhundert fällt. Da reden wir über einen Kostenfaktor, der nicht darzustellen ist für uns."

Preisträger in Residence Nils Mönkemeyer bleibt optimistisch

Bei allen Veränderungen und Absagen - der Preisträger des Festspielsommers, der Bratschist Nils Mönkemeyer, ist sich sicher, zwischen Juni und September in Mecklenburg-Vorpommern auftreten zu können: "Das Gute ist ja, dass die Festspiele hoch professionell organisiert sind und auf jeden Fall etwas stattfindet. Wenn das Schlimmste passiert und keine Konzerte stattfinden, dann setze ich mich vielleicht mit dem Festspielteam auf einen Wagen und wir fahren durch die Lande. Wir lassen uns dann auf jeden Fall etwas einfallen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.04.2021 | 07:00 Uhr

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