Stand: 29.08.2020 20:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Markus Fein übergibt Intendanz an Ursula Haselböck

von Axel Seitz

Mit der Ouvertüre "Sommerabend" für Chöre aus dem ganzen Land begann in Wismar die Intendanz von Markus Fein bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Das war im Juni 2014. Mit einem Auftritt des Klarinettisten Matthias Schorn in Ulrichshusen endete nun am Wochenende die Arbeit des 49-Jährigen. Am 1. September übernimmt Markus Fein die Intendanz der Alten Oper in Frankfurt am Main.

Markus Fein wechselt von den Festspielen MV an die Alte Oper nach Frankfurt/Main. © NDR Foto: Axel Seitz
Nimmt Abschied als Intendant von den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern: Markus Fein.

Die Arbeit für die Festspiele, sagt Markus Fein, war seine bislang umfangreichste Tätigkeit, er nennt das Festival im NDR Gespräch seine "größte Spielwiese". Es sei sehr bereichernd gewesen, er sei unendlich dankbar für diese Zeit, für die Begegnungen mit den Künstlern, für die Begegnungen mit den Menschen. Er habe vorher fast 20 Jahre in Hamburg gelebt, er habe in München, Lüneburg und Berlin gelebt, sei in Frankfurt geboren. Er könne wirklich sagen, er habe an keinem anderen Ort so viel spannende, interessierte Menschen kennengelernt wie hier.

Daniel Hope schwärmt von Feins Leidenschaft und Visionen

Der deutsch-britische Geiger Daniel Hope während eines Konzertes im Schweriner Dom © NDR Foto: Axel Seitz
Der Violonist Daniel Hope bestätigt Markus Fein "viel Wissen und viel Herz".

Zu diesen Menschen gehörten in den vergangenen Jahren natürlich vor allem die zahlreichen Gäste der Festspiele, jährlich insgesamt mehr als 90.000. Viele noch eher unbekannte, aber ebenso bekannte Künstler, wie der Violinist Daniel Hope, der über Markus Fein sagt: "Der hat Einmaliges geleistet, mit seiner künstlerischen Leidenschaft, seinen Visionen, seiner Liebe zur Musik, und auch seiner Führungsqualität, was sein Team angeht." Aber auch wie er die Künstlerfamilie zusammengehalten habe, sie in eine neue Richtung gebracht habe, da sei so viel Wissen, viel Herz dabei. Ähnlich äußert sich der Bratschist Nils Mönkemeyer: "Ich finde diese unglaubliche Kreativität, die er hier entfalten konnte, die hängt natürlich auch mit diesem tollen Bundesland und diesen verschiedenen Orten zusammen, die es hier gibt. Ich finde, die Festspiele sind ein ganzes Stücke nach vorn gekommen durch diese tolle Arbeit von Markus Fein."

Und der Cellist Daniel Müller-Schott, erinnert sich daran, dass für Markus Fein neben der Musik auch die Literatur eine besondere Rolle spiele. Er habe wirklich Themen rund um die Historie der Komponisten und der Musikgeschichte - Zusammenhänge, Querbezüge - hergestellt, die vorher weniger beleuchtet waren. "Ich würde sagen, dass war sein Ansatz und das hat sich sehr toll durchgesetzt bei den Festspielen", so Schott weiter.

Matthias Schorn spielt letztes Festspielkonzert 2020

Matthias Schorn © Jan Northoff Foto: Jan Northoff
Der Klarinettist Matthias Schorn pflegt eine besondere Beziehung zu Markus Fein.

Sein letztes Konzert bei den Festspielen erlebte Markus Fein am Wochenende in Ulrichshusen - Gast war Matthias Schorn. Der Klarinettist hebt in der Zusammenarbeit mit dem Intendanten vor allem den Festspielfrühling 2018 hervor, als Matthias Schorn künstlerischer Leiter auf Rügen war: Er habe das unglaublich produktiv und mit einer besonderen Energie in Erinnerung. Dafür könne er nur Danke sagen und ihm für die neuen Aufgaben in Frankfurt am Main nur das Allerbeste wünschen.

Markus Fein schätzt die Konzertkirche Neubrandenburg

Als Nachfolger von Intendant Matthias von Hülsen bereitete Markus Fein bereits 2013 sein erstes Festspieljahr 2014 vor. Wenn er nun nach Frankfurt am Main wechselt und an seiner neuen Wirkungsstätte einen Konzertort in Mecklenburg-Vorpommern besonders empfehlen sollte, dann hat Markus Fein diesen Vorschlag: "Wenn Sie einen richtig tollen Konzertsaal erleben wollen, mit einer fantastischen Akustik, mit einer großartigen Orgel, mit einer beeindruckenden Innenarchitektur, dann ist es die Konzertkirche Neubrandenburg, eine der besten Konzertsäle in ganz Norddeutschland."

Ursula Haselböck kommt aus Wien in den Norden

Ursula Haselböck ist neue Intendantin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern © NDR Foto: Axel Seitz
Zuletzt hat Ursula Haselböck als Dramaturgin am Konzerthaus Berlin gearbeitet.

In diesem fantastischen Saal sind die Festspiele das nächste Mal am 17. Dezember zu Gast, wenn die Organistin Iveta Apkalna und der Trompeter Gabor Boldoczki musizieren, dann bereits unter der Leitung der neuen Festspielintendantin Ursula Haselböck. Er habe sie als eine sehr engagierte, eine sehr im positiven Sinne ehrgeizige Frau erlebt. Das sei die erste große Intendanz, die erste Führungsposition für sie - und sei das erste Mal in der Verantwortung. "Sie ist zum ersten Mal an der Spitze und da gehört sie auch hin, weil sie ein unglaubliches Talent und Präsenz hat. Sie wird die Menschen erreichen, da sie schon jetzt ein gutes Gespür für das Land hat. Es werden gute Jahre mit ihr", sagt Markus Fein über seine Nachfolgerin.

Die gebürtige Wienerin übernimmt am 1. September offiziell die Intendanz. Ursula Haselböck ist in den 30 Jahren Festspielen Mecklenburg-Vorpommern dann die erste Frau in dieser Position.

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