Stand: 08.07.2019 16:34 Uhr

Festspiele MV: Großer Erfolg für Vorpommern-Tage

von Beatrice Böse

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind seit ihrer Gründung im Jahre 1990 immer im ganzen Land mit Konzerten vertreten, auch in Vorpommern. Von Ahrenshoop auf dem Fischland bis nach Rothenklempenow in der Ueckermünder Heide - viele Orte waren bereits Teil der Festspiele. Doch in diesem Jahr gibt es erstmals mit den Vorpommern-Tagen speziell ein Programm für die Region. Und dort wird nicht nur Musik gespielt. Die Besucher erleben auch die Landschaft vor einer anderen Seite.

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Der Pianist Seong-Jin Cho gilt in seiner Heimat Südkorea als Robbie Williams der Klassik.

Mitten in der Abgeschiedenheit Usedoms, zwischen Wiesen, Reetdachhäusern, Achterwasser und Gothensee, steht die Kirche von Benz. Sie ist groß, das Dach glänzt im Sonnenschein. Der Innenraum wirkt mit den weißen Wänden und Bänken hell und freundlich. Die Decke ist mit Sternen bemalt. Die Kirche gilt als eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Insel. Als Festspielort für die ersten Vorpommern-Tage die passende Wahl - findet auch der Pianist Seong-Jin Cho. "Ich bin wirklich glücklich, denn ich mag es sehr in kleinen Hallen wie dieser Kirche zu spielen", sagt er. "Das bringt eine sehr intime Atmosphäre mit sich. Ich freue mich schon sehr auf den Konzertabend."

Ausverkauftes Konzert in Benz

Das Konzert der Vorpommern-Tage war restlos ausverkauft. Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern, ganz Deutschland und sogar von ganz weit weg sind angereist. Von Seiten der Festspiele hieß es, dass der Südkoreaner in seiner Heimat der Robbie Williams der Klassik sein soll. Im vergangenen Jahr seien ihm sogar Fans hinterhergereist. Seong-Jin Cho hat in Benz den Publikumspreis der Festspiele überreicht bekommen, mit dem er im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde. Auch in diesem Jahr feiern ihn die Klassikliebhaber. "Er ist ein fantastischer Musiker, der gerade dabei ist, die Konzertpodien dieser Welt wirklich von der Carnegie Hall bis zur Elbphilharmonie bis zur Berliner Philharmonie, Paris, London zu erobern", sagt Festspiel-Intendant Markus Fein über Seong-Jin Cho. Grund genug für ihn, den 24-jährigen Ausnahmekünstler nach Benz einzuladen.

Kulturlandschaft Vorpommerns im Fokus

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Der Botanische Garten Christiansberg erwies sich als zu klein für den Zuschaueransturm beim Konzert des Arcis Saxophon Quartetts.

Die Vorpommern-Tage bedeuten aber nicht nur Konzerte im ländlichen Raum. Den Festspielen ging es vor allem darum, den Reichtum dieser Kulturlandschaft zu zeigen - mit einem Programm, das über die Musik hinausgeht. "Es gibt eine Fülle von fantastischen Orten, die sich aber nicht zwingend als Konzertort anbieten", sagt Intendant Fein. "Und so kommt die Burg Klempenow ins Spiel und der wunderschöne Garten und Park in Christiansberg nahe der polnischen Grenze."

Gemeinsam mit Manfred Genseburg betreibt Walter Kapron den Botanischen Garten schon seit 37 Jahren. "Er nennt sich zwar Botanischer Garten Christiansberg, ist aber mehr ein Hobbygarten", erklärt Kapron. "Weil wir die Pflanzen so anordnen, wie es uns gefällt, nach unseren Ideen. Unser Garten sieht etwas anders aus. Wir versuchen immer die besten und schönsten und neuesten Sorten in den Garten zu holen." Ursprünglich war geplant, dass das Arcis Saxophon Quartett aus München im Botanischen Garten von Christiansberg spielt. Doch wegen des Platzmangels bei mehr als 100 Anmeldungen wurde der Auftritt des Quartetts schließlich in die Ueckermünder Marienkirche verlegt.

Abschluss in Eisengießerei Torgelow

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Die Eisengießerei Torgelow: Normalerweise werden hier unter anderem Teile für Windkraftanlagen gegossen.

Den Abschluss der Vorpommern-Tage bildete ein Konzert in der Eisengießerei Torgelow. In einer der Arbeitshallen saßen mehrere Hundert Menschen neben den großen Maschinen der Produktionsstätte. Die dunklen Wände wurden punktuell mit roten und violetten Lichtern angestrahlt, so verwandelte sich die Halle in einen Konzertsaal mit industriellem Charme. Mit acht Ukulelen, viel Witz und Interpretationen des ein oder anderen bekannten Popsongs unterhält das Ukulele Orchestra Of Great Britain das Publikum.

Abwechslungsreiches Programm für kommende Festspiele geplant

"Wir haben natürlich ein großes Herz für Vorpommern - schon seit fast 30 Jahren", sagt Intendant Fein. "Wir machen jedes Jahr Konzerte hier und werden es auch im nächsten Jahr intensiv weiterbegleiten. Unmittelbar nach den Veranstaltungen machen wir uns an die Planung für die nächsten Jahre." Wann es die nächsten Vorpommern-Tage geben wird, steht noch nicht fest. Intendant Markus Fein und seine Mitarbeiter wollen für die kommenden Festspiele dann ein mindestens genauso abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 08.07.2019 | 19:00 Uhr

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