Stand: 12.06.2020 06:43 Uhr

Festspiele MV: "30 Mal anders" beginnt

von Axel Seitz

Feine Kammermusik statt großer Sinfonien, Solisten statt Orchester - die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gibt es in diesem Sommer ganz anders als geplant. So heißt das Motto des durch die Corona-Krise bedingten Alternativprogramms auch passend "30mal anders". Wobei die 30 sowohl für 30 Konzerte als auch 30 Jahre Festival steht. An diesem Wochenende beginnt das Festival.

Mit einem Sextett von Brahms, gespielt von Musikerinnen und Musikern der NDR Radiophilharmonie, werden die Festspiele an diesem Sonnabend in der Neubrandenburger Konzertkirche eröffnet. Allerdings gibt es vor dem eigentlichen Auftakt noch ein weiteres Konzert - am Freitagabend in Ulrichshusen: "Die Gäste sind aufgerufen, mit einem Regenschirm zu kommen. Sie werden zunächst ein Konzert mit dem SIGNUM saxophone quartet in einer Scheune erleben - unter Corona-Bedingungen natürlich. Das heißt: Das Publikum sitzt verteilt. Das ist der erste Teil. Dann geht man raus auf diese wunderbare Wiese vor dem Schloss in Ulrichshusen. Gemeinsam werden wir dann einen Regenschirm für den Rettungsschirm aufspannen, den wir ausgerufen haben, in Form unseres Logos", erzählt Intendant Markus Fein.

Festspiele MV
Cellistin Harriet Krijgh bei einem Konzert. © NDR

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Festival-Finanzierung: Intendant ist vorsichtig optimistisch

Markus Fein kann sich inzwischen etwas entspannter zurücklehnen, denn die Anfang Mai vom Intendanten verkündete Finanzierungslücke ist zu einem Großteil bereits geschlossen: Die Spendenbereitschaft sei enorm und habe die Erwartungen übertroffen. "Ich bin tagtäglich dabei, Spendenbescheinigungen zu unterschreiben. Mich rühren auch die kleinen Beträge von Menschen, die immerhin ein kleines Zeichen setzen wollen und uns unterstützen", sagt Fein. "Das ist richtig toll. Wir sind jetzt über einer halben Million Euro." Die schlechte Nachricht sei: Es fehlt noch eine halbe Million. "Und, das wissen wir natürlich auch, dass die erste halbe Million viel einfacher zu erreichen ist als die zweite."

Von einer Insolvenz geht Markus Fein im Gespräch mit dem NDR aber nicht mehr aus, umso mehr freut er sich auf viele bekannte Künstler, die nach Mecklenburg-Vorpommern kommen: Daniel Müller-Schott, Etta Scollo und das Armida Quartett werden kommen, ebenso Daniel Hope. Er wird an einem Tag an drei verschiedenen Orten in Mecklenburg-Vorpommern ein Solokonzert spielen. "Das werden sehr wahrscheinlich Wismar, Rostock und Schwerin sein", so Fein.

Veranstaltungen
Blick auf die St. Marienkirche in Neubrandenburg © dpa - Report Foto: Hans Wiedl

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Live dabei im "Netzspielsommer"

Daniel Müller-Schott ist bereits am Sonntag zu sehen, wenn die Festspiele mit Unterstützung des Norddeutschen Rundfunks den ganzen Tag über Konzerte, Filme und Interviews im Internet anbieten - als Netzspielsommer. Neben dem Cellisten werden sich auch der Pianist Rudolf Buchbinder, sie Sängerin Olena Tokar und der Klarinettist Matthias Schorn an diesem besonderen Angebot im Internet beteiligen. Zu sehen und zu hören unter anderem auf NDR.de ist dann auch der Schlagzeuger Alexej Gerassimez.

Festspiele MV
Markus Fein, Intendant der Festspiele MV, im Interview mit dem NDR. © NDR Foto: Axel Seitz

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Frühaufsteher | 12.06.2020 | 08:00 Uhr

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