Stand: 08.05.2020 06:29 Uhr  - NDR 1 Radio MV

"30 Mal anders": Alternativplan für Festspiele MV

von Axel Seitz, NDR 1 Radio MV Kultur

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Intendant Markus Fein hofft auf einen privaten Rettungsschirm für die Festspiele.

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern werden sich im Jubiläumsjahr anders präsentieren als vorgesehen. "Unter dem Motto '30 Mal anders' soll es in diesem Sommer verschiedene Konzertangebote geben", kündigte Intendant Markus Fein im Gespräch mit NDR 1 Radio MV an. Zur eigentlichen Eröffnung am 13. Juni ist jetzt ein digitales Konzertwochenende geplant mit Livekonzerten, Grußbotschaften von Festspielpreisträgern sowie Konzertaufnahmen aus 30 Jahren Festspielen. So werden in der Neubrandenburger Konzertkirche Musiker der NDR Radiophilharmonie ein Kammerkonzert geben, das auch im Internet übertragen wird.

Festspielwinter mit rund 50 Konzerten

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Die Residenz des Akkordeonisten Martynas Levickis wird 2023 nachgeholt.

In den darauffolgenden Wochen soll es dann rund 30 Konzerte im kleineren Rahmen geben, bei denen sowohl Künstlerinnen und Künstler als auch das Publikum auf die aktuellen Abstands- und Gesundheitsregeln Rücksicht nehmen werden. Der genaue Veranstaltungsplan werde Anfang Juni bekannt gegeben, kündigte Markus Fein an. Was im ursprünglich geplanten und vom Norddeutschen Rundfunk unterstützten Festspielsommer zwischen Juni und September nicht mehr möglich ist, soll nun zum Teil verschoben werden. So wird es einen Festspielwinter mit rund 50 Konzerten von November bis März 2021 geben. Die Konzerttermine werden am kommenden Montag (11. Mai) veröffentlicht, der Vorverkauf soll aber erst Anfang September starten. Wie der Festspielintendant sagte, hängt dieser zeitliche Verzug damit zusammen, weil jedes einzelne Konzert den aktuellen Pandemievorgaben entsprechen muss. Neben den bereits vorgesehene Advents- und Neujahrskonzerten im Dezember und Januar sind weitere neue Angebote geplant, so haben unter anderen die Organistin Iveta Apkalna, der Sänger Götz Alsmann und der Pianist Rudolf Buchbinder zugesagt, in Mecklenburg-Vorpommern aufzutreten; ebenso der Akkordeonist Martynas Levickis. Der 29-jährige Litauer sollte den diesjährigen Festspielsommer mit mehr als 25 Konzerten prägen, seine Residenz wird nun im Jahr 2023 nachgeholt.

1,5 Millionen Euro fehlen - Insolvenz möglich

Darüber hinaus werden Konzerte, die jetzt in Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen waren, um ein Jahr verschoben. So haben bereits die Sängerin Ute Lemper und der Schauspieler Ulrich Tukur angekündigt, 2021 wiederzukommen. Durch die umfangreichen Veränderungen in diesem Festivalsommer entsteht den Festspielen eine Finanzierungslücke von rund 1,5 Millionen Euro, sagte der Intendant. Er rief die Festivalbesucher auf, sich an einem privaten Rettungsschirm für die Festspiele zu beteiligen, indem sie einen Teil ihrer bereits bezahlten Kartenpreise spenden. Zudem gibt es für Konzertbesucher, die bereits Karten gekauft haben, ein Gutscheinmodell, aber auch die Möglichkeit, sich den kompletten Kartenpreis erstatten zu lassen. Sollte dieser Rettungsschirm nicht zustande kommen, droht den Festspielen die Insolvenz. "Es geht um den Erhalt der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, damit es sie auch in 30 Jahren noch gibt", betonte Markus Fein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.05.2020 | 05:30 Uhr

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