James Levine © dpa-Bildfunk Foto: Michael Dwyer/AP/dpa

Star-Dirigent James Levine ist tot

Stand: 17.03.2021 18:06 Uhr

James Levine, der frühere Star-Dirigent der New Yorker Metropolitan Oper, ist tot. Das bestätigte ein Sprecher des Opernhauses in Manhattan am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf den Arzt des Dirigenten, dass Levine bereits am 9. März im Alter von 77 Jahren im kalifornischen Palm Springs gestorben sei. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt.

Einer der besten Dirigenten der USA

Der 1943 in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio geborene Levine galt als einer der besten Dirigenten seines Heimatlandes. Seit den frühen 1970er-Jahren arbeitete er an der renommierten Metropolitan Oper und war dort auch lange Jahre musikalischer Leiter. Insgesamt dirigierte er nach Angaben des Opernhauses mehr als 2.500 Aufführungen von 85 verschiedenen Opern - angefangen von seinem Debüt 1971 mit "Tosca" bis zu seinem letzten Auftritt im Dezember 2017. Er wirkte aber auch an zahlreichen weiteren Opernhäusern. Unter anderem war er mehrere Jahre lang Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Nach gesundheitlichen Problemen hatte sich Levine 2016 vom Posten des musikalischen Leiters der MET zurückgezogen. Kurz danach wurden Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut. Eine interne Untersuchung des Opernhauses kam zu dem Schluss, dass Levine "seinen Ruf und seine Machtposition genutzt hat, um Künstlern nachzustellen und sie zu missbrauchen". Der Dirigent wurde entlassen. Levine war eine der prominentesten Persönlichkeiten, deren Karriere im Zuge der #MeToo-Bewegung beendet wurde.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 17.03.2021 | 17:40 Uhr

Mehr Kultur

Drei Männer kauern und schauen gespannt - Szene mit Götz George (von links), Otto Sander und Rolf Hoppe - zum DEFA-Spielfilm "Der Bruch" von Frank Beyer © DEFA-Stiftung / Waltraut Pathenheimer

75 Jahre DEFA - Westdeutsche Schauspieler im Osten

Nastassja Kinski und Herbert Grönemeyer, Otto Sander, Götz George: Sie alle haben als westdeutsche Schauspieler in DEFA-Filmen gespielt. mehr