Simone Young dirigiert. © picture-alliance/ dpa Foto: Marcus Brandt

Simone Young: Dirigentin feiert 60. Geburtstag

Stand: 02.03.2021 23:59 Uhr

Zehn Jahre lang war Simone Young Dirigentin und Intendantin an der Hamburgischen Staatsoper. Am Dienstag feierte sie ihren 60. Geburtstag.

Portätaufnahme von Simone Young. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Von 2005 bis 2015 war Simone Young Generalmusikdiretorin und Intendantin an der Staatsoper in Hamburg.

Die Australierin Simone Young ist eine der erfolgreichsten Dirigentinnen weltweit. Und das ist nicht selbstverständlich: 42 Prozent, also fast die Hälfte der Studierenden im Fach Dirigieren sind weiblich. So sagt es eine Statistik der deutschen Hochschulen aus dem Jahr 2017. Aber nur etwa vier bis fünf Prozent der Konzerte im internationalen Musikbetrieb werden von Frauen geleitet. Ein herbes Missverhältnis. Doch das ändert sich allmählich.

60 Jahre Young

Young ist dafür das beste Beispiel. Gelernt hat sie es beim Zuschauen. "Ich habe Klavier, Flöte und Komposition studiert Ich habe als Pianistin in der Oper gearbeitet, da arbeitet man sehr schnell als Assistentin für einen Dirigent und man lernt, was man machen kann und nicht machen soll." Als ein Kollege kurzfristig krank wird, springt sie ein und weiß seitdem: Das ist es, was ich machen möchte.

Ihren Durchbruch schafft sie jedoch in Europa. Durch ein Stipendium gelangt sie an die Kölner Oper, wo sie alsbald auch als Kapellmeisterin auftrat. Schließlich wird sie Assistentin von Daniel Barenboim. Von ihm habe sie besonders viel gelernt, so Young.

Wagner-Marathon als Hamburger Höhepunkt

2005 wechselt Simone Young als Intendantin an die Hamburgische Staatsoper und wird auch Hamburgische Generalmusikdirektorin. Hier führt sie den Wagner-Zyklus "Ring des Nibelungen" auf - als erste Dirigentin überhaupt.

2015, nach zehn Jahren in der Hansestadt, verlässt sie Hamburg. Sie habe das erreicht, was sie sich am Anfang vorgenommen habe, nämlich die Vielfalt des Repertoires in alle Richtungen zu erweitern - vom Barock zu zeitgenössischen Werken, zieht sie Bilanz. Besonders ihre Schwerpunkte mit Benjamin Britten, Richard Wagner und immer wieder Verdi hätten die Staatsoper und die Philharmoniker nachhaltig geprägt. Das werde bleiben. "Wir haben einen Hamburger Verdi-Stil etabliert", sagt sie zum Abschied. Ein Marathon mit zehn Hauptwerken Wagners im Jubiläumsjahr des Komponisten gehört zu den Höhepunkten ihrer Amtszeit.

Nun zieht es sie zurück in ihre Heimat. 2022 wird sie Chefdirigentin beim Sydney Symphony Orchestra.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 02.03.2021 | 07:00 Uhr

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