Stand: 09.04.2019 14:59 Uhr

Beethoven-Jubiläum wirft seine Schatten voraus

von Marcus Stäbler

Der Frühling ist ein Versprechen auf das, was kommen wird - auch in der Kulturlandschaft. Am Dienstag hat ProArte, der größte private Klassik-Veranstalter in Hamburg, sein Programm für die nächste Saison vorgestellt.

Diese Musiker bietet das neue ProArte-Programm

Ein großes Komponistenjubiläum wirft seine Schatten voraus. In der kommenden Saison feiert die Reihe ProArte den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Ein Höhepunkt des mit zahlreichen Weltstars gespickten Programms ist die Kurzresidenz der Wiener Philharmoniker. Unter Leitung von Andris Nelsons, der die Elbphilharmonie und ihre Akustik beim Pressegespräch ausdrücklich als "wunderbar" lobte, spielt das Orchester im März 2020 an fünf Tagen alle neun Beethoven-Sinfonien. "Das wird überhaupt nur an drei Orten passieren im Jahr 2020 und ich bin froh, dass sich die Wiener entschieden haben, den Zyklus komplett in der Elbphilharmonie zu spielen" freut sich ProArte-Geschäftsführer Burkhard Glashoff, dass er dieses Projekt in der Elbphilharmonie präsentieren kann. "Das ist für mich auch ein Zeichen, dass die Halle bei den Spitzenorchestern weltweit mittlerweile über einen hervorragenden Ruf verfügt und die Künstler gerne nach Hamburg kommen und die zentralen Projekte gerne in Hamburg spielen."

Beethoven-Jubiläum: Levit spielt alle 32 Klaviersonaten in der Elbphilharmonie

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Der Pianist Igor Levit widmet sich zum Beethoven-Jubiläum den Klaviersonaten des Komponisten und das in einer Marathon-Tour. Auf zwei Saisons verteilt, wird Levit alle 32 Sonaten im Großen Saal interpretieren. "Diese Stücke verändern sich unter meinen Händen von Tag zu Tag. Sie sind vollkommen ungreifbar, unverfügbar. Das ist etwas Einzigartiges", sagt Levit, den Beethovens Musik schon seit der Kindheit fasziniert. "Und es erfüllt mich von Tag zu Tag mit größtem Glück, diese Stücke zu spielen, darüber zu sprechen, mich mitzuteilen. Da gibt's einfach keinen Vergleich."

 

Keine neuen Impulse, aber hohe Stardichte

Auch außerhalb des Beethoven-Schwerpunkts setzt Pro Arte wieder vor allem auf das Bewährte und verzichtet weitgehend auf neue dramaturgische Impulse oder weniger bekannte Künstler. Abgesehen von einer kleinen Reihe mit Nachwuchspianisten, stehen nahezu ausschließlich die großen Namen im Zentrum. Aber da beeindruckt das Programm auch tatsächlich mit einer ungewöhnlich hohen Dichte an Konzerten in Starbesetzung. Darunter das Debüt der Berliner Philharmoniker mit ihrem neuen Chef Kirill Petrenko oder ein Gastspiel des San Franciso Symphony Orchestra unter Michael Tilson Thomas mit dem Pianisten Daniil Trifonov als Solist. Außerdem kehrt Cecilia Bartoli nach Hamburg zurück und Ute Lemper singt die Sieben Todsünden von Kurt Weill.

Neue Lust auf klassische Musik

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Burkhard Glashoff ist seit 2013 für die Programmplanung von ProArte verantwortlich.

Der Run auf die Konzertkarten hält an. ProArte profitiert wie alle Veranstalter noch immer von einer neu erwachten Lust auf Klassik und vom Glanz der Elbphilharmonie, der auch auf die Laeiszhalle abstrahlt. Das beobachtet Burkhard Glashoff in seinem Klavier-Zyklus, bei dem neben Grigory Sokolov und Yuja Wang der Porträtkünstler Jan Liesecki zu erleben ist. "Auch in der Laeiszhalle, nicht nur in der Elbphilharmonie, bei den Meisterpianisten, die komplett in der Laeiszhalle stattfinden, sind ausverkaufte Konzerte jetzt die Regel, nicht die Ausnahme", sagt Glashoff. "Das war früher anders. So sehen wir, dass auch die Laeiszhalle, das Programm, was wir da anbieten, von der Eröffnung der Elbphilharmonie profitiert."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 09.04.2019 | 16:20 Uhr

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