CD-Cover: Matthias Kirschnereit - Hummel, Weber, Mendelssohn © Berlin Classics

Matthias Kirschnereit spielt Hummel, Weber und Mendelssohn

Stand: 14.05.2021 13:54 Uhr

Zusammen mit dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks und Michael Sanderling als Dirigenten spielt der Pianist Matthias Kirschnereit drei frühromantische Konzertstücke: von Johann Nepomuk Hummel, Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn Bartholdy.

CD-Cover: Matthias Kirschnereit - Hummel, Weber, Mendelssohn © Berlin Classics
Beitrag anhören 4 Min

von Franziska v. Busse

"Ich glaube, das Verbindende dieser drei Werke ist das Visionäre, das Türöffnende, Das ist ein faszinierender Blick in diese Zeit des Übergangs, der Visionen, des Verrückten und des Möglichmachens des Unmöglichen." Matthias Kirschnereit ist noch ganz beseelt, wenn er sich an die Aufnahmen im vergangenen Dezember erinnert. Auch das eigentlich eine unmögliche Situation: Ein Orchester, auf Abstand gesetzt, das trotzdem einen homogenen Klang-Körper bilden soll. Ein möglicher nächster Lockdown im Nacken.

Also, sagt Matthias Kirschnereit, haben alle an einem Strang gezogen: "Und haben irrsinnig effizient und schnell gearbeitet. Gott sei Dank kam dieser Lockdown nicht. Aber: Das Ende vom Lied war, dass wir nach drei Tagen schon fertig waren." Und im Kasten war eine Aufnahme, der genau diese Konzentration, diese besondere Energie, dieses "Wenn nicht jetzt, wann dann?" ungeheuer zugute kommt.

Ein virtuoses Bühnen-Ereignis

Das Programm startet mit Johann Nepomuk Hummels Klavierkonzert in a-Moll. Ein virtuoses Bühnen-Ereignis, das ohne Risikofreude nicht denkbar wäre: "Er muss sagenhaft gute Terzen gespielt haben, dieser Johann Nepomuk Hummel", so Kirschnereit. Eine Musik, die aber genauso den Schmelz braucht, die Zartheit, den innigen Ausdruck. Und auch der ist während der intensiven Zusammenarbeit entstanden.

Weitere Informationen
Diverse CD-Cover © NDR Online Foto: Christiane Irrgang

Neue CDs

Hier finden Sie alle Klassik-CD-Tipps, die auf NDR Kultur gelaufen sind - chronologisch sortiert. mehr

Das Konzertstück für Klavier und Orchester ist eigentlich ein kleines musikalisches Drama, das davon erzählt, wie ein edles Fräulein auf die glückliche Heimkehr seines Ritters wartet. Matthias Kirschnereit fühlt sich eher an den gleichzeitig entstandenen "Freischütz" erinnert: "Diese Musik ist so fantasievoll und zuweilen verrückt und vollkommen frei - rückblickend muss es wirklich revolutionär gewesen sein."

Revolutionär, verrückt, entfesselt darf vor allem das Klavier auftrumpfen, während das Orchester eher gesittet bleibt. So entsteht teilweise der Eindruck: Hier sitzt schon ein Chopin, ein Schumann am Klavier, während Beethoven noch am Pult steht.

Das Kunststück gelingt, diese Balance überzeugend zu halten, auch weil Michael Sanderling mit sicherem Gespür genau die Räume nutzt, die sich dem Orchester dann doch hier und da bieten.

Expressive Klangwelt

Felix Mendelssohn Bartholdys "Capriccio Brillant" eröffnet noch einmal eine ganz eigene, expressive Klangwelt, in der sich Matthias Kirschnereit mit hochsensiblen Fingern bewegt, während durchs Orchester schon hier und da Sommernachts-Klänge huschen.

"Ich spiele diese Musik, weil sie mich sehr anspricht, weil sie mich in der tiefsten Seele berührt", erklärt Kirschnereit. Und eine berührende und mitreißende Aufnahme ist allen Beteiligten gemeinsam gelungen.

Hummel - Weber - Mendelssohn

Label:
Berlin Classics

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 16.05.2021 | 15:20 Uhr

Mehr Kultur

Der Schriftzug "Studio Kino" an der Hausfassade in der Bernstorffstraße in Hamburg.  Foto: Danny Marques Marcalo

Die ersten Hamburger Kinos haben wieder geöffnet

Mehr als acht Monate waren sie wegen Corona geschlossen. Am 1. Juli sollen alle Hamburger Kinos wieder Filme zeigen. mehr