Stand: 27.01.2020 16:41 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Rohde: "Ich liebe die deutsche Romantik und Puccini"

von Axel Seitz

Die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin ist das drittälteste Orchester Deutschlands. In der fast 460 Jahre langen Tradition hatte das Orchester bereits namhafte Chefdirigenten: Johann Wilhelm Hertel und Antonio Rosetti im 18. Jahrhundert sowie Kurt Masur, Klaus Tennstedt und Hartmut Haenchen im 20. Jahrhundert. In diese Liste reiht sich nun Mark Rohde ein. Ein Porträt des gebürtigen Hamburgers und künftigen Chefdirigenten der Mecklenburgischen Staatskapelle.

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Der 44-jährige Musiker Mark Rohde ist in Hamburg geboren. Er war unter anderem acht Jahre an der Hannoverschen Staatsoper.

Mit "Die Seejungfrau", einer Fantasie für Orchester von Alexander von Zemlinsky, durfte sich Mark Rohde im Mai 2019 dem Schweriner Publikum erstmals präsentieren. Von der Qualität der Mecklenburgischen Staatskapelle war der gebürtige Hamburger da bereits überzeugt: "Den Ausschlag gab für mich schon die erste Runde des Probedirigats. Meine Erwartungen waren eher durchschnittlich. Wir haben eine halbe Stunde miteinander gearbeitet. Ich war von den Reaktionen des Orchesters und der Klanglichkeit des Orchesters begeistert", sagte Rohde. Dieser erste Eindruck überrascht, denn im Vergleich zu Rohdes früheren Orchestern, ist die Staatskapelle ein relativ kleiner Klangkörper.

Staatskapelle: Orchester mit fast 460 Jahren Tradition

Es ist ein kleiner Klangkörper, aber ein Orchester mit einer fast 460 Jahre langen Tradition. "Ich freue mich, ich bin geehrt, dass ich im drittältesten Orchester Generalmusikdirektor werde und habe das Glück gehabt, dass das Hannoveraner Orchester und die Mannheimer Akademie ebenfalls historisch bedeutende Orchester sind. Ich freue mich, dass ich diese Traditionen fortsetzen darf."

Vorherige Stationen in Mannheim, Görlitz und Hannover

In Mannheim ist Mark Rohde seit dem vergangenen Jahr stellvertretender Generalmusikdirektor. Nun wechselt er nach Mecklenburg, wo er bereits 2007 am Neustrelitzer Theater engagiert war: "Ich habe in Osnabrück als Korrepetitor angefangen und habe die klassische Theaterlaufbahn hinter mir", sagt der Musiker. Er habe drei Jahre lang Klavier gespielt und ein wenig dirigiert. Dann habe er eine Stelle in Neustrelitz als erster Kapellmeister bekommen. "Das war eine fantastische Chance, mein Ziel, Dirigent zu werden, zu verfolgen." Es habe noch für ein Jahr ein Zwischenspiel in Görlitz gegeben. "Dann bin ich für acht Jahre an die Hannoversche Staatsoper gegangen."

Zwar ist die nächste Spielzeit am Mecklenburgischen Staatstheater grundsätzlich geplant, doch der 44-Jährige künftige Generalmusikdirektor konnte noch einige Ideen kurzfristig einbringen: "Der Opernspielplan ist fertig. Ich bin sehr glücklich damit, was auf dem Opernspielplan steht. Mit dem Konzertplan habe ich meinen Wunschplan auch erfüllt bekommen."

Verantwortung über vier Spielzeiten für ein Orchester

Mark Rohde wird für die vier kommenden Spielzeiten für ein Orchester verantwortlich sein, das in den vergangenen Jahren immer wieder mit Kürzungen und Sparvorgaben zu kämpfen hatte: "Mein Ziel wäre es, die Situation hier im Haus und in der Stadt zu konsolidieren und zu sehen, dass wir diese Talsohle wieder verlassen können. Dass wir uns in der Stadt unentbehrlich machen", so der Musiker.

Rohde gibt einen kleinen Ausblick darauf, was die Zuschauer und Zuhörer erwartet - auch, wenn der neue Spielplan erst im Frühjahr präsentiert wird: "Wir werden eine große Vielfalt haben. Ich habe als halber Ungar dafür gesorgt, dass etwas ungarische Musik auf dem Programm steht. Ich liebe die deutsche Romantik, das ist auch ein Teil des Programms und ich habe ein ganz großes Faible für italienische Opern. Ich liebe Puccini über alles."

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Dieses Thema im Programm:

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