Malte Arkona mit Lupe am Konzertflügel © NDR Foto: Micha Neugebauer

Malte Arkona begeistert Kinder für klassische Musik

Stand: 15.12.2021 13:52 Uhr

20 Jahre lang Malte Arkona beim KiKa Sendungen für Kinder moderiert. Mittlerweile arbeitet er viel mit NDR Radiophilharmonie zusammen, um Kindern klassische Musik näher zu bringen. Gerade ist auch seine neue Weihnachts-CD erschienen.

Gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie unterstützt ihr Kinder und Lehrkräfte gerade jetzt in dieser schwierigen Corona-Zeit. Was genau macht ihr da?

Malte Arkona: Mit der NDR Radiophilharmonie haben wir ein Programm ohne Publikum gesucht. Das haben wir auch gefunden und produziert. Es ist eine Homeschooling-Reihe geworden und die heißt "Alle mal herhören".

In einigen Folgen besucht mich Wolle, das Kult-Schaf aus der Sesamstraße. Er zählt auch zu meinen engsten Lieblingskollegen, weil es einfach so schön ist, sich mit einem wolligen Schaf durch die Welt der Musik zu hören. Dieses Schaf weiß natürlich viel, quatscht aber auch ein bisschen dazwischen, was das Ganze ein bisschen auflockert. Und es stellt auch die richtigen Fragen.

Wie ist denn die Reaktion auf euer Projekt - wie helft ihr den Kindern und den Lehrern und Lehrerinnen?

Malte Arkona: Die ist tatsächlich überwältigend. Bezüglich dieser Reihe höre ich aus dem ganzen Land: 'Toll, dass ihr das gemacht habt. So etwas gibt es ja auch noch gar nicht. Und der Musikunterricht kommt sowieso immer viel zu kurz. Und da können wir das im Unterricht einsetzen oder sogar bei YouTube jetzt ganz unaufwendig anklicken.'

Auf dem YouTube-Kanal NDR Klassik werden diese Videos auch hochgeladen und das können Lehrerinnen, Lehrer gut gebrauchen. Aber auch Eltern, Schülerinnen, Schüler, weil es einfach Spaß macht. Es geht um Musik und nicht in erster Linie nur um Pauken. Aber man erfährt natürlich eine Menge.

Was macht dir denn so viel Spaß an solchen Projekten?

Malte Arkona: Das Beste als Moderator von Musikprogrammen ist ja immer: Egal, was du gerade gesagt hast, danach kommt Musik! Das ist wirklich super. Du kannst es auch verhauen und dann setzt die NDR Radiophilharmonie ein und alles ist wieder gut. Und es macht ganz viel Spaß mit den Musikerinnen und Musikern ganz intensiv zu sprechen. Zum Beispiel, wie die Oboistin eigentlich ihre Doppelrohr-Blätter vorbereitet. Ich wusste gar nicht, dass das so ein Handwerksberuf auch ist. Sie hobelt die Hölzer und knickt sie um und macht das nochmal und nochmal dünner. Das dauert alles sehr lange. Und so was kann man in einem Konzert nicht besprechen. Dafür haben wir diese Reihe.

Du bist ja auch als Orchester-Detektiv unterwegs hier bei uns und ermittelst. Im November hattet ihr wieder einen Fall zu lösen. Was begeistert dich an dieser Arbeit?

Malte Arkona: Ich liebe es, weil ich alles fragen darf. Das ist das Tolle. Es ist nichts verboten zu fragen. In der Musik ist grundsätzlich auch erst mal nichts falsch. Das ist so toll. Das begeistert mich am allermeisten, denn als Kind oder Erwachsener erfährt man an jeder zweiten Ecke, was man alles falsch macht. In der Musik ist es erst mal richtig. Du kannst dir Bilder vorstellen. Du kannst es so nehmen, wie du möchtest. Du kannst auch einfach nichts wissen und dich nur hinsetzen und die Musik genießen. Auch das ist richtig. Und es ist völlig angstfrei und schön. Und es ist ein Gemeinschaftsgefühl.

Alle, die gerade da sind, erleben diese Live-Musik. Und dann hört man noch die Musikerinnen und Musiker sprechen oder den Dirigenten Andrew Manze beispielsweise, wenn der was erklärt - aus der Musik oder aus seinem Leben oder aus seiner Partitur. Wie macht er das überhaupt? Wie funktioniert das? Das finde ich sehr faszinierend. Und das macht großen Spaß.

Im Januar gibt es einen neuen Fall, da geht es um Filmmusik. Frank Strobel kommt zu Besuch, der Filmmusikexperte schlechthin, und da tauchen wir natürlich ein in die Musik.

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Malte Arkona mit einer Lupe und Detektivmütze, daneben Wolle, das Schaf © NDR Foto: Helge Krückeberg
56 Min

Orchester-Detektive "Peter und der Wolf" - mit Wolle

Malte Arkona und die Orchester-Detektive ermitteln im Fall "Peter und der Wolf" von Prokofjew - mit Special Guest Wolle. 56 Min

Du hast ja mit deinen KiKa-Freunden CDs produziert. Was erwartet die Kinder auf diesen CDs?

Malte Arkona: In der Reihe "Malte und Mezzo" haben wir jetzt ein Weihnachtsalbum ("Weihnachtstraum") gemacht. Ich habe tatsächlich meine Lieblingsrunde angerufen, nämlich Singa, Juri und Tobi - auch bekannt als Checker Tobi - ob sie Lust haben, im Juli nach Berlin zu kommen und ein Weihnachtsalbum aufzunehmen. Ich habe gesagt, ich besorge auch Lebkuchen und Glühwein, alkoholfreien Glühwein tatsächlich. Da hat niemand was von getrunken, auch ich nicht. Aber es war alles vorrätig, damit wir so ein bisschen in Stimmung geraten. Und dann haben wir ein Weihnachtshörspiel aufgenommen. Es dauert etwa eine halbe Stunde und danach gibt es noch Musik, fantastisch gespielt vom Boulanger Trio und Asya Fateyeva am Saxofon, Felix Klieser am Horn und dem Zemlinsky Quartett. Natürlich sind im Album die Texte mit dabei. Da kann man einfach zu der Musik mitsingen an Weihnachten.

Was wollt ihr mit diesen CDs beim jungen Publikum erreichen?

Malte Arkona: Auf jeden Fall Freude an der Musik! Wir haben so viele Themen um uns, die echt belastend sind und traurig machen oder unsicher oder ängstlich. Mit solchen Alben kommt einfach eine andere Stimmung ein anderes Thema ins Wohnzimmer oder ins Kinderzimmer. Und es darf gesungen werden in den eigenen vier Wänden, auch mit dem eigenen Haushalt, und zwar lauthals, und zwar so lange, bis wir das alles überstanden haben!

Das Gespräch führte Martina Gilica, NDR 1 Niedersachsen.

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Malte Arkona spielt Trompete im MusikLabor der NDR Radiophilharmonie © NDR Foto: Helge Krückeberg

Alle mal herhören! Die Homeschooling-Reihe mit Malte Arkona

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Kulturspiegel | 14.12.2021 | 19:00 Uhr

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