Der Pianist Mario Häring © NDR Foto: Miriam Stolzenwald

Pianist Mario Häring entdeckt alte Leidenschaften wieder

Stand: 15.01.2021 09:05 Uhr

Der Pianist Mario Häring aus Hannover hat in der Zeit, die er nun zu Hause verbringt, nicht nur viel Klavier geübt, sondern auch einige alte und neue Leidenschaften (wieder-)entdeckt.

von Miriam Stolzenwald

"Neu entdeckt habe ich im ersten Lockdown tatsächlich eine Gitarre," erzählt der Pianist Mario Häring. "Nicht unbedingt nur, um Gitarre zu lernen, sondern weil es auch ein Computerspiel gibt, für das man die Gitarre braucht." Wie viele andere Menschen verbringt Mario Häring momentan viel Zeit zu Hause. Schlimm findet er das nicht, er sei gerne zu Hause, sagt er.

Neben der Gitarre hat der Pianist ein bestimmtes Instrument wiederentdeckt, auf dem er als Dreijähriger seinen ersten Unterricht erhielt: Die Geige. Wie viel von dem, was er gelernt hat, ist noch übrig? "Weniger als gedacht. Aber noch nicht so wenig, dass es komplett frustrierend war. Ich hab dann teilweise tatsächlich auch jeden Tag ein bisschen geübt. Zudem hab ich die Geige mit zu meinen Eltern genommen, um dann ein paar Unterrichtsstunden mit meiner Mutter zu machen. Ich muss zugeben, das hat deutlich mehr Spaß gemacht als in meiner Kindheit."

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Klemmbausteine und ihr Suchtcharakter

Zusätzlich zu seinen vielfältigen musikalischen Künsten, hat Mario Häring im Lockdown eine Leidenschaft aus alten Kindertagen für sich wiederentdeckt: "Und zwar, mit Klemmbausteinen zu bauen. Nicht explizit nur Lego, sondern, da gibt es auch sehr viele andere Hersteller, die schöne Sets zusammenstellen." Dabei folge er sehr akribisch der Anleitung, sagt Mario Häring. Es müsse danach schon genauso aussehen, wie auf dem Bild der Verpackung.

Das Bild eines bestimmten Sets hatte ihn dazu inspiriert - die Skyline von Tokio: "Das war so ein bisschen eine Kompensation dafür, dass ich im Jahr 2020 zum ersten Mal seit sehr langer Zeit nicht nach Japan fliegen konnte. Und weil ich diese meine zweite Heimat dann doch sehr vermisst hab, wollte ich mir wenigstens so ein bisschen Tokio-Flair nach Hause holen. Und da habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das macht und seitdem bin ich total im Fieber."

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Mario Häring schaut trotz allem zuversichtlich auf die nächsten Wochen. Er arbeitet an Konzertprogrammen, die für dieses Jahr geplant sind. Allerdings wurde ein Teil der Veranstaltungen auch schon wieder abgesagt. Über berufliche Alternativen habe er noch nicht nachgedacht, sagt er, aber: "Höchstens in der Art, dass man vielleicht darüber nachdenkt, wie man seinen Beruf noch ausüben kann. Also, dass man vielleicht nicht darauf setzt, nur noch vom Livekonzert-Betrieb leben zu können oder zu müssen, sondern dass man andere Vertriebswege für seine Kunst oder für seine Musik finden kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 15.01.2021 | 09:20 Uhr

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