Stand: 29.12.2017 17:30 Uhr

Elbphilharmonie-Effekt: "Eine Win-Win-Situation"

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Der Stellenwert der Musik in Hamburg ist verändert, seitdem die Elbphilharmonie eröffnet hat, meint Intendant Georges Delnon.

Die Elbphilharmonie hat das Hamburger Kulturleben aufgemischt. Auch der Intendant der Hamburgischen Staatsoper Georges Delnon freut sich über den Elbphilharmonie-Hype: denn auch sein eigenes Haus beginnt, davon zu profitieren, erzählt er im Gespräch und zieht eine Bilanz des zurückliegenden Jahres.

Was hat sich mit der Eröffnung der Elbphilharmonie vor nun fast einem Jahr geändert?

Georges Delnon: Das Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen und der Stellenwert der Musik in der Stadt und damit auch von Hamburg in Deutschland und Europa. Ich finde, es ist eine unglaubliche Win-Win-Situation.

Das Philharmonische Staatsorchester profitiert von den zuverlässig ausverkauften Konzerten in der Elbphilharmonie. Was fehlt noch für den großen Durchbruch bei den Besucherzahlen auch in der Hamburgischen Staatsoper?

Delnon: Die Zahlen werden von Monat zu Monat besser. Ich finde schon, dass wir in der zweiten Spielzeit einen Durchbruch hatten, vor allem mit der Inszenierung der Alban-Berg-Oper "Lulu", die dann so gefeiert wurde. Da haben doch die meisten Hamburgerinnen und Hamburger gemerkt, dass sie hier eine Institution haben, die hohe qualitative Ansprüche an sich selber stellt und für diese Stadt hochkarätige Oper machen will. Wenn jetzt die Zahlen besser werden, geht es in Richtung der Zielvorstellung, die ich von Anfang an für Hamburg hatte.

Georges Delnon © imago/Eßling

Das Gespräch zum Nachhören

NDR 90,3 - Kulturjournal -

Der Intendant der Hamburgischen Staatsoper Georges Delnon freut sich über immer mehr Zuschauer. Im Interview erzählt er, was er mit den fünf Millionen Euro von Klaus-Michael Kühne vorhat.

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Eine fast noch schönere Nachricht als die Eröffnung der Elbphilharmonie war für Sie, dass Klaus-Michael Kühne nicht nur den HSV, sondern auch die Staatsoper und das Philharmonische Staatsorchester mit fünfmal einer Million Euro in den nächsten Jahren unterstützt. Wissen Sie denn schon, was Sie mit dem Geld machen werden?

Delnon: Das ist eine wichtige Unterstützung, weil sie regelmäßig ist und zulässt, dass man etwas entwickelt. In erster Linie - das hat Herr Kühne deutlich gemacht - soll davon das Philharmonische Staatsorchester profitieren. Der Stellenplan wird auf 140 Stellen erhöht. Das ist übrigens antizyklisch zu allen anderen Bewegungen in der Bundesrepublik. Uns beneiden mittlerweile sehr viele Kollegen, dass so etwas hier möglich ist. Kent Nagano arbeitet an einem unverwechselbaren Klang. Das dauert schon zwei, drei Spielzeiten, um, salopp gesagt, so einen Sound hinzukriegen, dass er auch in der Szene wahrgenommen wird. Bei dem Orchester geht es also um Stellen und bei der Staatsoper wollen wir ab 2020 pro Spielzeit eine Produktion mehr anbieten.

Der HSV ist nicht immer glücklich mit Klaus-Michael Kühnes Engagement, weil er mitreden will. Hat er denn bei Ihnen Repertoire-Wünsche geäußert?   

Delnon: (lacht) Nein, das hat er nicht. Aber ich will es mal so sagen: Kent Nagano und ich freuen uns, mit Herrn Kühne zu kommunizieren. Ich glaube, dass wir das in unverkrampfter, gelassener Manier machen werden.

Das Interview führte Daniel Kaiser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 28.12.2017 | 19:00 Uhr

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