CD-Cover: fabergé-quintett - Eugene Walckiers: Streichquintette Nr.2 & 4 © Es-Dur

Großer Hörgenuss: Fabergé-quintett spielt Eugène Walckiers

Stand: 10.09.2021 09:58 Uhr

Kammermusik mit Streichquintett - das muss nicht immer die "Forelle" sein! An den Rändern des Repertoires warten immer noch Schätze darauf, gehoben zu werden. Das fabergé-quintett hat nun die Streichquintette 2 und 4 von Eugène Walckiers eingespielt.

CD-Cover: fabergé-quintett - Eugene Walckiers: Streichquintette Nr.2 & 4 © Es-Dur
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von Philipp Cavert

Die Fotografie von Eugéne Walckiers im Beiheft zeigt einen Mann, der kerzengerade in einem Sessel sitzt; Schubert-Brille, Beethoven-Frisur, nur dass die Haare abstehen, als habe er in die Steckdose gegriffen - die damals freilich noch nicht erfunden war.

Geschmackvoller Ensembleklang

Walckiers, französischer Flötist und Komponist, lebte in einer Zeit des Umbruchs. In den letzten Schlachten Napoleons hielt er als Militärmusiker die Truppen bei Laune, in Paris war er später gern gesehener und gehörter Gast der musikalischen Soireen von Rossini.

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Sein Spätwerk besteht hauptsächlich aus Quintetten. Eine Fundgrube für Rodrigo Reichel und seine Geigenkollegin Silvia Offen, den Bratscher Thorsten Frank, den Cellisten Sven Forsberg und den Kontrabassisten Peter Schmidt, der - wie die anderen vier - dem NDR Elbphilharmonie Orchester angehört. "Eugène Walckiers hat eine Dramaturgie in den Stücken, da fühlt man sich teilweise wie in der Oper", schwärmt Peters. "Da sind sehr gesangliche Stellen, wunderschöne Themen -  es sind auch teilweise spanische Anklänge drin. Das Tolle bei diesen Stücken ist, das alle Instrumente etwas zu sagen haben."

Und für alle Stimmen ist die Musik anspruchsvoll, das Zusammenspiel ist hochkomplex.

Das fabergé-quintett pflegt einen geschmackvollen Ensembleklang. Immer wieder gibt es überraschende Effekte, etwa wenn eine Streicherstimme auch als Fagott durchgehen könnte.

Eine Aufnahme mit Repertoirewert

Das elegant-melancholische zweite Quintett in c-Moll schrieb Eugène Walckiers in Erinnerung an den Komponisten George Onslow, der, wie er selbst, bei Anton Reicha studiert hatte. Das vierte Quintett ist eines seiner letzten Werke - überfließend an Melodien fasziniert es besonders in seinen Wechseln von Dynamik und Rhythmus.

Nach Werken von Adolphe Blanc, Ralph Vaughan-Williams und Hermann Goetz sowie russischen Klaviersextetten stellt das fabergé-quintett auch mit dieser nunmehr vierten CD seine Meisterschaft und Entdeckerfreude unter Beweis. Eine Aufnahme mit Repertoirewert und obendrein ein großer Hörgenuss!

Eugene Walckiers: Streichquintette Nr.2 & 4

Label:
Es-Dur

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 12.09.2021 | 15:20 Uhr

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