Geiger Daniel Hope spricht über seine "Lebenslieder"

Stand: 19.02.2021 09:42 Uhr

Der Geiger Daniel Hope ist vielen vor allem aus der Klassik bekannt. Welche Musik er privat mag und welche Künstler ihn inspiriert haben, verrät er in der Sendung "Lebenslieder" im Ersten.

von Axel Seitz

Daniel Hope steht dem Bonner Beethoven-Haus als Vereinsvorsitzender vor, ist künstlerischer Leiter der Dresdner Frauenkirche sowie Musikdirektor des Züricher Kammerorchesters. Den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ist der Geiger seit vielen Jahren eng verbunden, er war 2006 der erste Preisträger eines ganzes Festspielsommers und übernimmt beim Festspielfrühling auf Rügen 2022 die künstlerische Leitung. Beim Schleswig-Holstein Musik Festival kuratiert Daniel Hope seit 2015 das Lübeck-Musikfest. Ob Bach oder Beethoven, Mendelssohn oder Mozart - Musikfreunde kennen den Violinisten vor allem "klassisch". Doch Daniel Hope mag ebenso populäre und rockige Musik des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. In der ARD-Musik-Talkshow "Lebenslieder" mit Max Mutzke verrät er, welche Songs sein Leben bisher bestimmt haben.

Die Geige - für Daniel Hope ein faszinierendes Stück Holz

Bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern trat Daniel Hope allein mit seiner Violine im Schweriner Dom auf. "Man hat großen Respekt vor diesen Räumen, man kann nicht so schnell spielen wie sonst, nicht so schnell reden wie sonst", sagt er. "Man ist in dieser Andacht drin. Einfach zu zeigen, was eine Geige kann. Dieses Instrument ist nach wie vor ein faszinierendes Stück Holz, was eine ganze musikalische Landschaft eröffnet." Und mit diesem Stück Holz spielt der Geiger eben auch mal Musik von The Police - gesungen von Max Mutzke, der von Daniel Hope wissen will, welche Lieder ihn begleitet, nachhaltig geprägt haben und so in Erinnerung blieben.

Schon mit vier Jahren wollte Daniel Hope Geiger werden

Daniel Hope (links) spielt gemeinsam mit Max Mutzke in der Sendung "Lebenslieder". © rbb/Kobalt Productions Foto: Celine Lardon
In der Sendung "Lebenslieder" performen Daniel Hope und Max Mutzke gemeinsam.

Ganz oben auf der Liste dieser "Lebenslieder" steht "Somewhere Over the Rainbow". "'Zauberer von Oz', dieser Film hat meine Jugend völlig gesprengt", erzählt Hope. "Die Fantasie, die Farben - alles, was da stattfindet und dann natürlich dieses Lied mit Judy Garland. Und was es bedeutet da oben, dass man träumen kann." Musik Daniel Hope verrät im Gespräch mit Max Mutzke, dass er bereits mit vier Jahren seinen Eltern sagte, er wolle Geiger werden: "Ich habe sie mehr oder wenig genötigt, mir diesen Unterricht zu ermöglichen. Ich wusste, das wollte ich machen. Es war viel mehr die Musik als die Geige, die mich gepackt hat", erzählt er. "Ich weiß noch, ich ging zu meiner ersten Lehrerin und ich ging in das Haus und überall hingen Geigen an der Wand. Und sie hat mich angeschaut und zu meinen Eltern gesagt: 'Tut mir leid, aber ist ein bisschen zu klein. Kommen Sie wieder in sechs Monaten.' Und da habe ich einen unglaublichen Wutanfall auf dem Teppich gehabt. Sie hat sich so erschrocken und gefragt, was los sei. Und meine Mutter hat gesagt: 'Er will Geige spielen.'"

Kurzweilige Unterhaltung mit Max Mutzke

In der kurzweiligen Unterhaltung erzählt Daniel Hope, wie er seine Internatszeit erlebte, wie Yehudi Menuhin ihn prägte, warum er heute in Berlin lebt. Und immer wieder geht es um Musik. Bei Hopes zu Hause, da war der "King" äußerst beliebt: "Mein Vater war ein leidenschaftlicher Elvis-Fan. Der ist in den 1950er-Jahren in Südafrika groß geworden und damals hat jeder Elvis gehört. Das war ein Traum für ihn, in die Freiheit, nach Amerika zu schauen. Also Elvis lief immer bei uns."

Der Geiger greift auch zum Mikrophon und singt "Love Me Tender". Daniel Hope lässt sich entlocken, was ihm beispielsweise Freddie Mercury, Eric Clapton und David Bowie bedeuten: "David Bowie ist ein Meister gewesen, ein Unikat in jeder Hinsicht. Einer der inspirierendsten Künstler, den ich je gesehen habe. Ich durfte ihn mal kennen lernen, nicht lang, aber flüchtig. Es war ein so interessanter Mann, jemand, der Musik aufgesaugt hat. Es war ein großer Traum von mir, mit ihm ein Projekt zu machen. Ich bin relativ weit gekommen mit dieser Idee. Es war aber leider zu spät, er ist kurz danach gestorben."

Familie, Musik und Liebe sind dem Künstler wichtig

Für den heute 47-Jährigen sind vor allem drei Dinge sehr wichtig: "Familie an erster Stelle, Liebe und Musik. Das sind die drei Säulen im Prinzip. Ich möchte nicht ohne Familie oder ohne Liebe sein. Aber ganz sicherlich nicht ohne Musik." Und so stehen Daniel Hope und Max Mutzke gemeinsam auf der Bühne mit einem Klassiker von Simon und Garfunkel.

Weitere Informationen
Daniel Hope (links) spielt gemeinsam mit Max Mutzke in der Sendung "Lebenslieder". © rbb/Kobalt Productions Foto: Celine Lardon

"Lebenslieder": Daniel Hope singt mit Max Mutzke

Welche Musik er privat mag, verrät Daniel Hope in der Sendung "Lebenslieder". Die ganze Folge ist in der ARD Mediathek zu sehen. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 21.02.2021 | 19:00 Uhr

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