Stand: 26.06.2018 14:15 Uhr

Flirrender Auftakt beim Argerich-Festival

Die Pianistin Martha Argerich hat schon als junge Künstlerin Erfolge in Hamburg gefeiert. Das Residenzorchester der Laeiszhalle, die Symphoniker Hamburg, hat ein Festival mit dem Weltstar auf die Beine gestellt. Bis zum 2. Juli wird Argerich mit musikalischen Freunden und Gästen in der Hamburger Laeiszhalle spielen. Nun war Auftakt.

Ein Fest soll es werden. Ein Fest für Familie und Freunde. So gesehen konnte es keinen besseren Einstieg als mit Debussys "Nocturnes Les Fêtes" geben - ein nächtliches Fest, der Traum eines Tanzes. Es flirrte und flimmerte im kleinen Saal der Hamburger Laeiszhalle. An den Flügeln Martha Argerich und Anton Gerzenberg. Der 21-jährige Pianist konnte glänzend mit dem Weltstar Argerich mithalten. Gerzenberg ist Sohn der in Hamburg lebenden Lilya Zilberstein. Die russische Pianistin ist seit vielen Jahren Klavierduopartnerin von Martha Argerich und wird in den kommenden Tagen ebenfalls beim Festival auftreten.

Shootingstars und viel Freunde

Familie, Freunde und junge Stars hat Argerich um sich geschart: Edgar Moreau aus Paris beispielsweise gilt als Shootingstar am Cello und hat mit der aus Moldawien stammenden Geigerin Alexandra Conunova Maurice Ravels gefürchtete, kühn gedachte und freche Duo-Sonate gespielt. Ravel hatte sie 1920 komponiert und sie Claude Debussys gewidmet. Ein hochvirtuoser Dialog: Geige und Cello jagen sich zupfend und schlagend durch die Partitur.

Spiel und Auftritt von starker Präsenz

Martha Argerich, die sich seit Jahren zunehmend der Festivalgestaltung widmet, blieb als Interpretin eher im Hintergrund. Dennoch sind Spiel und Auftritt der 77-Jährigen nach wie vor von starker Präsenz. Ihr Ton unverwechselbar, zum Beispiel, wenn sie bei den "Hebräischen Themen" für Klarinette, Streichquartett und Klavier von Sergeij Prokofjew den Takt angibt.

Besucher des Eröffnungskonzerts am 9. September 2011 vor der Laeizhalle © NDR Foto: Marcus Krueger

Auftakt beim Martha Argerich Festival

NDR Kultur - Klassisch in den Tag -

Die Symphoniker Hamburg haben für die Starpianistin Martha Argerich ein Festival auf die Beine gestellt. Nun war Auftakt mit ganz besonderen Gästen.

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Prokofjew hat sie fast alle vereint. Freunde, junge Stars und Familie. Wie an der Bratsche Lyda Chen, Argerichs Tochter aus erster Ehe. Höhepunkt des Abends war für viele der Auftritt des US-amerikanischen Pianisten und Dirigenten Stephen Kovacevich, der nach einem Duo mit seiner Ex-Ehefrau Argerich Franz Schuberts letzte Klaviersonate spielte. Ein berührender, aufwühlender Schwanengesang, den der schon 78-Jährige brilliant gespielt hat, auswendig, laut atmend, leise dazu singend. Er hat die Sonate zu seiner eigenen gemacht, eine Geschichte erzählt und das Publikum damit förmlich hingerissen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 26.06.2018 | 06:40 Uhr

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