Blick auf das im italienischen Renaissancestil gebaute Oldenburgische Staatstheater. © NDR Foto: Julius Matuschik

Corona: Einige Theater schließen schon bis Ende Januar

Stand: 11.12.2020 16:43 Uhr

Die Elbphilharmonie in Hamburg und die Theater in Schleswig-Holstein werden ihre Häuser auch über den 10. Januar, bis zu dem die aktuellen Einschränkungen bislang gelten, geschlossen halten.

von Anina Pommerenke, Lenore Lötsch

Bis mindestens Ende Januar werden sie den Spielbetrieb vorsorglich einstellen. Viele weitere Kulturinstitutionen im Norden überlegen ebenfalls, ob sie diesen Schritt gehen sollen. Das bringt den Häusern Planungssicherheit und spart auch Aufwand - zum Beispiel müssen dann Ticketverkäufe nicht wieder aufwendig rück-abgewickelt werden. Auch das Oldenburgische Staatstheater überlegt, ob der komplette Januar als spielfrei deklariert werden soll.

Weihnachtsgala auf der Webseite des Oldenburgischen Staatstheaters

Ein grau melierter Mann mit schwarzem Rollkragen-Pullover schaut aus dem linken Bildrand heraus. © NDR Foto: Carsten Valk
Generalintendant Christian Firmbach leitet das Oldenburgische Staatstheater seit 2014.

Am 20. Dezember zeigt das Theater auf seiner Internetseite aber zunächst noch eine digitale Weihnachtsgala. An dem Projekt sollen alle Sparten des Hauses beteiligt werden. "Damit werden wir uns dann aber auch verabschieden und das Haus mindestens bis zum 3. Januar komplett schließen", sagt der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters, Christian Firmbach. Nicht nur die Künstler, sondern auch alle Werkstätten werden geschlossen. Das Staatstheater habe mittlerweile bereits 13 Premieren vorab produziert. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem es einfach keinen Sinn ergibt, eine weitere Produktion anzufangen, weil wir erst einmal das, was wir haben, spielen müssen." Für die Künstler sei die Arbeit an "Geisterpremieren, die man irgendwann vielleicht spielt", auch eine hohe psychische Belastung.

Planungsunsicherheit belastet die Theater

Nach dem "Lockdown" Anfang November habe man drei mögliche Pläne in der Schublade gehabt. "Wir fangen am 1. Dezember, am 15. Dezember oder am 1. Januar an - alle drei waren für die Tonne", schildert der Generalintendant. Wegen der aktuellen Corona-Bedingungen sei es sogar realistisch, erst über einen Spielbetrieb im März nachzudenken. Das ständige "Rauf und Runter" mache ein Betrieb auch nicht ewig mit. "Denken Sie an einen Gast, den rufen wir mittlerweile schon zum 20. Mal an und geben ihm neue Termine", so Firmbach.

Theater brauchen ein "Hochfahrszenario"

Die Theater müssten jetzt auch ein "Hochfahrszenario" entwickeln, um genau festzulegen, wie lange sie brauchen: von der Erlaubnis zu spielen, bis der Vorhang wirklich hochgehen kann. Deswegen soll in einer Videokonferenz der niedersächsischen Theater mit dem Kultusminister Grant Hendrik Tonne eine Strategie entwickelt werden. "Wir haben alle schon die fünfte, sechste, siebte Spielzeit geplant, aber das geht nicht endlos weiter." Eine Überlegung, die nicht nur Christian Firmbach hat, sondern die auch viele andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen zurzeit durchspielen.

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Ein grau melierter Mann mit schwarzem Rollkragen-Pullover schaut aus dem linken Bildrand heraus. © NDR Foto: Carsten Valk

Generalintendant leitet Staatstheater bis 2027

Generalintendant Christian Firmbach wird das Oldenburgische Staatstheater drei weitere Jahre leiten. Das Kulturministerium verlängerte den Vertrag am Dienstag vorzeitig bis 2027. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 10.12.2020 | 08:15 Uhr

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