Stand: 11.12.2018 08:10 Uhr

Cecilia Bartoli überrascht in der Elbphilharmonie

von Elisabeth Richter

Seit dem ersten Vivaldi-Album von Cecilia Bartoli 1999 sind mittlerweile eine Menge Vivaldi-Alben und auch Opern auf dem Markt. Dennoch hört man einen Abend mit Vivaldi-Arien viel zu selten, geschweige denn eine ganze Oper. Was für ein phantasievoller musikalischer Seelenmaler Vivaldi war, das bewies Cecilia Bartoli jetzt bei ihrem großartigen Recital in der Elbphilharmonie.

Bild vergrößern
Nach fast 20 Jahren hat Cecilia Bartoli ein neues Vivaldi-Album herausgebracht und es nun in der Elbphilharmonie präsentiert.

Die Mezzosopranistin lieferte mit "Les Musiciens du Prince" unter Gianluca Capuana nicht einfach das Programm ihrer neuen Vivaldi-CD ab, sondern einen dramaturgisch klug konzipierten Abend. Zu den unbekannten Vivaldi-Opernarien kamen mehrere Sätze aus den sehr bekannten Konzerten der "Vier Jahreszeiten" mit dem sehr fetzig und atemberaubend rasend, aber nicht immer lupenrein spielenden Andres Gabetta als Solisten.

Vivaldis Jahreszeiten als Bogen

Den Auftakt machte der "Frühling". Am Schluss des Konzerts schloss sich der Kreis mit dem "Winter". Zwischen den Arien gab es Sätze aus dem "Sommer" und dem "Herbst". Jede Konzerthälfte war wie ein großer Bogen gestaltet. Zwischen den Instrumentalsätzen und den Arien spielte ein Musiker, mal der Flötist, mal der Oboist, mal das Cembalo eine improvisierte Überleitung zum nächsten Werk und bereitete es vor. Applaudieren konnte man erst am Ende jeder Konzerthälfte. Dann aber tobte der Saal.

Koloraturenfeuerwerk im großen Saal

52 Jahre jung ist Cecilia Bartoli mittlerweile. Ihre Stimme hat mehr Körper bekommen und scheint ein bisschen weniger leicht. Auch das ist ein Grund, warum die Arien des neuen Vivaldi-Albums, die Cecilia Bartoli in der Elbphilharmonie sang, mehr das Intime und Lyrische betonen. Aber dass sie nach wie vor eine fantastische Technik hat und auch ein Koloraturenfeuerwerk entfachen kann, war ebenfalls in der Elbphilharmonie zu hören.

Weihnachtsspaß zum Abschluss

Bei der letzten von vier Zugaben lieferte die Sängerin noch ein bisschen Extra-Spaß fürs Publikum, sie zupfte eine Weihnachtsmann-Mütze hervor und setzte sie dem Dirigenten auf, der stülpte sie dann dem ersten Geiger auf und so weiter, in der Musik improvisierte man dazu frei zwischen Barock und George Gershwin hin und her. Ein heiterer Ausklang eines großartigen Konzerts einer großen Künstlerin.

 

Weitere Informationen
NDR Kultur

Cecilia Bartoli: Ein Wiedersehen mit Vivaldi

26.11.2018 15:20 Uhr
NDR Kultur

Cecilia Bartoli 1999 veröffentlichtes Vivaldi-Album ist längst ein Klassiker. Nun hat die Mezzo-Sopranistin ein neues Vivaldi-Album aufgenommen - ein Muss für Bartoli-Fans. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 11.12.2018 | 08:00 Uhr

Mehr Kultur

03:36
NDR Kultur
02:54
NDR 1 Welle Nord

Werftparktheater Kiel: "Rotterdam"

21.03.2019 18:32 Uhr
NDR 1 Welle Nord