CD-Cover: Elina Garanca - Live from Salzburg © Deutsche Grammophon

CD der Woche: "Elīna Garanča - Live from Salzburg"

Stand: 03.01.2022 09:48 Uhr

2020 und 2021 sang die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča bei den Salzburger Festspielen Werke von Mahler und Wagner. Jetzt sind die Aufnahmen als neues Album bei der Deutschen Grammophon erschienen.

CD-Cover: Elina Garanca - Live from Salzburg © Deutsche Grammophon
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von Marcus Stäbler

Ihr warmer Mezzosopran ist manchmal einfach das pure vokale Glück. Elīna Garanča hat eins der wohl schönsten Timbres der Klassik-Welt. Das verströmt sie auch in ihren Konzertaufnahmen aus Salzburg, gebettet auf den nicht weniger edlen Klang der Wiener Philharmoniker.

Das nur rund 40 Minuten kurze Programm beginnt mit den Wesendonck-Liedern von Richard Wagner. Fünf Lieder auf Texte von Matilde Wesendonck, einer Frau, mit der der Komponist vielleicht oder vielleicht auch nicht eine außereheliche Affäre hatte. Aber das tut nichts zur Sache. Entscheidend ist die Atmosphäre der Lieder, zwischen Sehnsucht, Düsternis und schwüler Sinnlichkeit. Hier nimmt Wagner die Stimmung seines "Tristan" vorweg - und diese Stimmung fängt die Aufnahme nuancenreich ein.

Wagners Musik ist ein "mystischs Biest"

Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker sehr sensibel, er schmiegt die Klangmischungen und Tempi des Orchesters an die Vokalstimme an. Elīna Garanča nutzt den Freiraum für viele Piano-Schattierungen - aber sie lässt zwischendrin auch ihre üppige Strahlkraft aufleuchten.

"Sie ist ein schönes, mystisches Biest", sagt Garanča über die Musik von Richard Wagner. Dieses Biest hat die Sängerin mittlerweile beeindruckend gezähmt.

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Diverse CD-Cover © NDR Online Foto: Christiane Irrgang

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Ein Album auf Luxusniveau

Den zweiten Teil des Albums widmet Garanča den Rückert-Liedern von Gustav Mahler. Auch hier beeindruckt die Konzertaufnahme mit dem Luxusniveau der Mezzosopranistin und des Orchesters. Christian Thielemann genießt nicht nur den legendären Streichersound der Wiener Philharmoniker in all seinen Facetten, sondern kostet auch das reiche Spektrum der Bläser aus. Etwa mit dem besonderen Klang der Wiener Oboe im Lied "Um Mitternacht".

Bei Gustav Mahler rückt der Text noch etwas stärker in den Vordergrund als bei Wagner. Und da wirkt der Zugang von Elīna Garanča nicht immer ganz so selbstverständlich wie bei Muttersprachlern - obwohl sie sehr gut Deutsch spricht. Manche Vokale bekommen einen leicht unnatürlichen Charakter, das lenkt mitunter ein bisschen ab.

Aber das sind nicht mehr als kleine Irritationen auf einem Album, das weite Bögen spannt und sein Publikum mit spätromantischen Farben betört. Darin hätte man gern noch etwas länger als bloß 40 Minuten lang geschwelgt.

Elīna Garanča - Live from Salzburg

Zusatzinfo:
Richard Wagner: Wesendonck-Lieder, Gustav Mahler: Rückert-Lieder
Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 02.01.2022 | 15:20 Uhr

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