Tomasz Kowalczyk Trio und Markus Stockhausen

Trompeter und Komponist Markus Stockhausen. © picture-alliance/ dpa Foto: Hermann Wöstmann
Trompeter und Komponist Markus Stockhausen.

Dieses frische Zusammentreffen bleibt dem Begriff "Sessions" treu: Drei junge Musiker mit äußerst interessanten Biografien, welche den Horizont des Begriffs "Jazz" deutlich über die Grenzen der Musik hinaus auf andere Schaffensbereiche strecken, suchen die Begegnung mit einem der spannendsten und tiefgründigsten Improvisatoren Deutschlands: dem Trompeter Markus Stockhausen. Er ist selber seit Jahren ein Vorreiter in Sachen Reisen zwischen den Welten - ein Vorhaben, das hohe Erwartungen weckt. In Hamburgs kultigstem Kultur- und Kommunikationszentrum, der Fabrik in Altona, wird er gemeinsam mit dem Tomasz Kowalczyk Trio auf der Bühne stehen.

"She plays like a devil"

Tomasz Kowalczyk Trio with Markus Stockhausen
So, 18.10.2020 | 20 Uhr
Einlass ab 19 Uhr
Hamburg, Fabrik (Barner Straße 36)
(Für einen garantierten Platz wird der Kartenvorverkauf empfohlen!)

"Intuition and Invention"

Markus Stockhausen trumpet
Tomasz Kowalczyk piano
Felix Behrendt double bass
Janosch Pangritz drums

Das Konzert wird live gestreamt über www.hamburg.stream

Der Werdegang des in Berlin geborenen deutsch-polnischen Pianisten Tomasz Kowalczyk deutete schon früh auf eine musikalische Laufbahn hin: Klavier- und Gesangsunterricht mit 6 Jahren, mit 14 Jungstudium an der Universität der Künste. Bereits als Teenager blickt er auf hunderte von Auftritten in Opern, Konzertsälen und Jazzclubs zurück. In dieser Phase lernt er den jungen Hamburger Drummer Janosch Pangritz kennen, mit dem er 2005 die erste Jugendversion seines Klaviertrios gründete. Mit 20 folgt dann jedoch die Kehrtwende: Er schmeißt den begehrten Studienplatz am Jazz Institut Berlin und studiert stattdessen Volkswirtschaft, um später für einen Job in einer großen Unternehmensberatung nach Hamburg zu ziehen. Der aktiven Livemusik-Szene kehrt er dabei für ein knappes Jahrzehnt den Rücken zu.

Sein Klavier nahm er mit

Es brauchte Zeit und die Freundschaft zum inzwischen durch Europa tourenden Vollblutmusiker Janosch, um die Musik zu vermissen, die Lust zur Neugründung der Band zu wecken und endgültig den Schritt vom Büro zurück in den Konzertsaal zu wagen. Sie treffen auf den Bassisten Felix Behrendt, der in dieser Zeit überwiegend als Komponist für Film und Fernsehen tätig ist und gleichermaßen die Sehnsucht nach Bühnenluft verspürt.

Die Melange der drei Biographien zündet beim ersten Ton - so knüpft das Trio seit 2018 an die Energie aus der jugendlichen Berlin-Zeit an und erschafft eine Klangwelt voller Leidenschaft, in der nicht die einzelnen Solisten, sondern vielmehr der unverwechselbare Bandsound als Ganzes brilliert.

In dem Trompeter Markus Stockhausen, seit Jahren eine der international bedeutendsten improvisierenden Musiker Deutschlands, hat Tomasz Kowalczyk einen Partner gefunden, der exemplarisch steht für ein Schaffenskonzept, dessen Grenzen nicht durch die Frage nach "Jazz" oder "Klassik" oder vielleicht sogar "Musik" definiert werden. Stockhausen gehört damit zur Runde jener Künstler, welche Wege für diejenigen öffnen, die nach ihnen kommen - vielleicht ein Thema dieses Konzerts.

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