Stand: 24.01.2020 15:25 Uhr

Richtfest für die neue Hamburger Jazz-Hall

von Daniel Kaiser

Hamburg bekommt einen neuen Konzert-Saal. Mit viel Musik wurde jetzt Richtfest für die neue Jazz-Hall der Hochschule für Musik und Theater an der Alster gefeiert. Der Saal soll im Herbst eröffnet werden. Er hat 200 Sitzplätze, 400 Menschen passen insgesamt hinein.

"Down By The Riverside" spielen die Jazz-Studierenden und marschieren zur Baustelle. Tatsächlich: In Sichtweite der Alster wird die Halle in die Erde eingegraben. Sie sieht ein bisschen aus wie ein Maulwurfshügel. Das Ganze ist nicht nur ein Zugeständnis an Bauvorschriften, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Jazz oft in Kellern gespielt wurde und wird.

"Ein Riesenschritt nach vorne"

Elmar Lampson blickt stolz auf den über der Baustelle schwebenden Richtkranz. "Das ist ein Riesenschritt nach vorne", sagt der Hochschul-Präsident.

Elmar Lampson, Komponist und Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg  Foto: Torsten Kollmer
Elmar Lampson ist Komponist und Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Dort lehrt er auch als Professor Komposition und Theorie.

"Das ganze Hamburger Musikleben wird lebendiger und inspirierender. Für uns ist das ein ganz, ganz besonderer Tag."

Während die Studentenband eine Smooth-Jazz-Version der Hamburg-Hymne "Hammonia" hinlegt, blickt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank entzückt auf die fertige, elegant geschwungene Betondecke und atmet einmal aus. "Es sieht jetzt alles so unbeschwert und leicht aus", sagt Fegebank und spricht von komplizierten jahrelangen Verhandlungen. "Deshalb bin ich froh, dass es hier mit großen Schritten vorangeht."

" Ach, und Jazz haben die auch"

Ohne Ernst Langner wäre dort im Garten der Hochschule immer noch eine grüne Wiese. Der Unternehmer und Jazz-Enthusiast trägt das Projekt seit 15 Jahren mit seinem Engagement und dem nötigen Kleingeld.

Fünf Millionen Euro gibt er dazu. 700.000 Euro kommen vom Senat. Langner ist aus Leidenschaft dabei. "Ich musste als 12-Jährger mal meine Schulklarinette abgeben, weil sie sagten, Jazz sei 'Nigger-Musik'", erinnert er sich. "Für einen 12-Jährigen ist das sehr bitter. Seitdem ist das in meiner Seele, und ich freue mich, wenn ich Jazz höre."

Im Herbst wird die Jazz-Hall eröffnet. Und sie ist erst der Anfang. Danach kommen noch Probenräume dazu. Die Studierenden mit ihrer Musik und ihr Jazz-Professor Wolf Kerschek freuen sich schon auf ihre neue Halle. Der Clou: Von der Bühne aus kann man den Saal nach innen, aber auch ein kleines Amphitheater draußen bespielen. "Im Sommer kann man die Glasfront öffnen. Dann werden die Leute merken: Hier ist die Musikschule. Ach, und Jazz haben die auch. Es ist einfach großartig", freut sich Kerschek.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 24.01.2020 | 19:00 Uhr

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