Stand: 12.02.2020 15:56 Uhr  - NDR Kultur

Jazzmusiker Lyle Mays ist tot

von Uli Sarrazin

Er wurde in den 70er-Jahren vor allem als Teil der "Pat Metheny Group" bekannt. Die Band zeichnete ein Gespür für bildhafte Melodien zwischen den Genres von Jazz, Rock, Fusion und Weltmusik aus. Er wurde 66 Jahre alt.

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Lyle David Mays wurde am 27. November 1953 in Wausaukee, Wisconsin geboren.

"Er war einer der besten Musiker, die ich jemals gekannt habe." Mit diesen Worten hat sich Pat Metheny von seinem langjährigen Bandmitglied und musikalischen Bruder im Geiste verabschiedet. Und in der Tat: ohne den Mann mit dem Pferdeschwanz ist der Erfolg der Pat Metheny Group nicht denkbar.

Pat Metheny Group: Erfolgreiche Formation des Fusion-Jazz  

1977 gegründet, avancierte die Band zu einer der erfolgreichsten Formationen des Fusion-Jazz - mit einem neuen und bis heute unverwechselbaren Sound. Im Zentrum: Das Duo Metheny und Mays. Nahezu jeder NDR-Hörer dürfte beispielsweise die Komposition "Phase Dance" der beiden im Ohr haben.

"Phase Dance" ist ein typisches Beispiel für den Sound der Zusammenarbeit der beiden. Zwar war es immer Metheny, der der Band Namen und Gesicht gab, doch Lyle Mays den Mann in der zweiten Reihe zu nennen, wäre eine musikalische Unterschlagung. Methenys Melodien und virtuose Improvisationen konnten nur abheben, weil sie ein glitzernd schwebendes Fundament von Arrangements und Grundthemen von Lyle Mays hatten. Die ergab eine Musik, die bisweilen bis zur Ektase reichte.

Lyle Mays - mit 10 Jahren bereits an der Kirchenorgel

Nahaufnahme: Eine linke Hand drückt schwarze und weiße Tasten auf einem Keyboard. © picture alliance/Hollandse Hoogte

Jazzmusiker Lyle Mays ist tot

NDR Kultur - Matinee -

Der Jazz-Keyboarder und Komponist Lyle Mays ist tot. Mays wurde in den 70er-Jahren vor allem als Teil der "Pat Metheny Group" bekannt. Er wurde 66 Jahre alt.

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Lyle Mays wurde 1953 als ältestes von drei Kindern in Wisconsin geboren. Mutter und Vater spielten Klavier und Gitarre in der Kirchengemeinde. Es dauerte nicht lange, bis sie das große musikalische Talent ihres Sohnes erkannten. Und so spielte der zehnjährige Lyle bereits die Kirchenorgel in den Gottesdiensten. Bereits mit 17 begann er sein Musikstudium an der North Texas State University.

Zusammenarbeit mit David Bowie

Fünf Jahre später traf er dann einen jungen Gitarristen namens Pat Metheny - der Rest ist Jazz-Geschichte und reicht bis in die Pop-Charts der 80-Jahre. Auch der Welthit "This Is Not America" von David Bowie stammt aus der Sound-Schmiede Mays-Metheny. Auch andere Musikgrößen bauten auf die Qualitäten der Arrangements von Lyle Mays - Rickie Lee Jones etwa, aber auch Joni Mitchell für ihr Live-Album "Shadows and Light", aufgenommen auf Mitchells "Mingus"- Tour in der Santa Barbara Bowl.

Elf Grammys hat Lyle Mays insgesamt gewonnen - doch in den vergangenen Jahren hat er mehr für Film und Hörspiel gearbeitet. Sein letztes Soloalbum liegt einige Jahre zurück, und leider hat dieses Musik-Genie insgesamt nur sechs veröffentlicht. Sein Schönstes stammt von 1986 und trägt den denkbar passendsten Namen: "Lyle Mays".

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 12.02.2020 | 10:20 Uhr