Miles Davis spielt Trompete © picture alliance / ZUMAPRESS.com | Philippe Gras / Le Pictorium

30. Todestag von Miles Davis: das Hamburg-Konzert von 1991

Stand: 28.09.2021 09:34 Uhr

Anlässlich seines 30. Todestags ist Miles Davis unvergessenes Hamburg-Konzert vom Sommer 1991 auf NDR Kultur zu hören. Zudem erkundet "Round Midnight" Themen zum Leben und Werk von Miles Davis.

Im Juli 1990 konnte man Miles Davis mit einer jungen Band in einem Konzert in Hamburg erleben, das niemand, der dabei war, je vergessen hat. Ende Juni 1991 war die letzte Gelegenheit für die Hamburger, die Jazz-Legende in einem Konzert in den Messehallen live zu hören. Offensichtlich geschwächt war er da, schwer­krank. Wenige Monate später, am 28. September, ist Miles Davis gestorben - gerade 65 Jahre alt.

Aber: Energien, gute und weniger gute, hatte er zu diesem Zeitpunkt für mindestens zwei Leben verbraucht. 1926 in Alton geboren, einer Vorstadt von St. Louis im US-Bundesstaat Illinois, steht er schon mit 20 - unter anderem an Charlie Parkers Seite - im Mittelpunkt der Jazz-Moderne. Und dort bleibt er für sehr lange Zeit. Seit Ende der 60er Jahre sucht er immer wieder Anschluss an den aktuellen Pop- und Rock-Sound der jeweiligen Epoche - und womöglich ist keiner sonst so nah dran gewesen am musikalischen Geist der Zeit.
Die Jazz- und Bigband-Redaktion erinnert in dieser Woche ausführlich an den 30. Todestag von Miles Davis.

Auf der Leinwand wiedererwacht

Er ist schon tot, als er noch einmal auf der Leinwand erscheint: "Dingo" heißt der australische Film. Ein erstaunlich freundlicher Miles David begrüßt darin das Publikum auf der Landebahn eines Flughafens. Musik von Miles Davis und vom französischen Komponisten Michel Legrand zieht sich durch den Film.

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Klassiker und Meilensteine zuhauf hat Miles Davis markiert; den wilden, nervösen Bebop-Aufbruch der Nachkriegsjahre hat erst er salonfähig gemacht, sagt der einst sehr einflussreiche New Yorker Festival-Promoter George Wein. Miles Musik passte selbst zum Sex. Allerschönsten Glockenklang habe er direkt ins Mikrophon geblasen - und so den Lauf Jazz-Geschichte verändert.

Miles Davis Sound: rein, elegant und geschmackvoll

Weitere Zeitzeugen sind der Saxophonist Jimmy Heath, der den Ton von Miles rühmt: "rein" sei dieser Ton gewesen, "elegant und geschmackvoll". Und der Arrangeur Gil Evans bekennt, dass er "verrückt" gewesen sei danach, wie Miles Songs interpretierte. Mit Evans entstand die legendäre Beschwörung der Gershwin-Oper "Porgy & Bess" und das "Concierto de Aranjuez" mit der Musik des spanischen Komponisten Joaquin Rodrigo. Außerdem probte im Keller von Gil Evans 1949 das furiose Ensemble, das mit Miles das legendäre Album "Birth of he Cool" erarbeitete.

Vor dreißig Jahren ist Miles Davis gestorben. Am Todestag ist jenes unvergessene Hamburger Konzert vom Sommer 1991 auf NDR Kultur zu hören und im NDR Fernsehen zu sehen. Im Gespräch mit Wolfram Knauer, Chef vom Deutschen Jazzinstitut in Darmstadt, erkundet "Round Midnight" am Todestag selber sowie am Mittwoch Themen und Thesen zum Leben und Werk von Miles Davis. Abenteuer pur war beides.

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