Der Musiker Prinz hält die Hand ans Ohr -auf der Bühne in Budapest im Jahr 2011 - Archivbild © Balazs Mohai/MTI/epa/dpa-Bildfunk

Prince: Vor fünf Jahren starb der Musiker

Stand: 05.05.2021 08:42 Uhr

Er war Komponist, Instrumentalist, Sänger, Schauspieler und Songwriter: Prince, der am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren starb.

Der Musiker Prinz mit gereckter Faust beim Auftritt 2007 beim Superbowl in Miami - Archivbild © Mabanglo/epa/ dpa-Bildfunk
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von Julia Kastein, ARD-Korrespondentin in Washington

Für immerhin 1.400 seiner Fans gab es zum fünften Todestag einen kleinen Trost: Sie durften gratis für je eine halbe Stunde "Paisley Park" in Minneapolis besuchen, das verschachtelte weiße Haus, in dem Prince 30 Jahre lang wohnte und arbeitete. Im Atrium ist die Urne des Künstlers ausgestellt: eine Miniatur des Anwesens samt lila Flügel und weißen Tauben aus dem 3-D-Drucker.

Museumsbesuch in "Paisley Park" zum Todestag

Nur zu besonderen Anlässen wird sie ausgestellt. Alan Seiffert ist der Museums-Manager bei "Paisley Park" und schreibt auf der Webseite: "In Paisley Park, dem Ort, den Prince mit der Welt teilen wollte, feiern wir sein Leben und Erbe jeden Tag. Und deshalb wollen wir an diesem Tag ganz besonders die ungeheure Kraft und Inspiration würdigen, die Prince im Leben der Menschen spielt und öffnen deshalb unsere Tore, damit sie ihm die Ehre erweisen können."

Am 21. April 2016 starb der Musiker Prince mit 57 Jahren

Der Musiker Prinz mit gereckter Faust beim Auftritt 2007 beim Superbowl in Miami - Archivbild © Mabanglo/epa/ dpa-Bildfunk
Ein echtes Multitalent: Prince war Komponist, Instrumentalist, Sänger, Schauspieler und Songwriter.

Ein halbes Jahrzehnt, nachdem Prince mit 57 Jahren an einer versehentlichen Überdosis Schmerzmitteln starb, brummt das Geschäft mit seinem Nachlass. Zwei Alben wurden schon posthum veröffentlicht. Das dritte erscheint im Juli 2021.

"Welcome 2 America" ist der Titelsong - aufgenommen hatte Prince das Album schon 2010, und dann eine Tournee unter dem gleichen Namen absolviert. Nur das Album selbst veröffentlichte er nicht. Typisch Prince war das, sagt sein ehemaliger Keyboarder und Musikdirektor Morris Hayes, im Interview bei US-Sender CBS, der exklusiv vorab reinhören durfte. "Ich erinnere mich, ich habe ihn damals gefragt. Und er sagte bloß: 'Na, müssen wir später mal gucken'. Er war schon längst beim nächsten Projekt. Ich kenne niemand, der so viel in sich schlummern hatte. Dieser unendliche Fluss an Musik."

Mal psychodelisch-funky, mal poppig, mit Sprechgesang und Chor - stilistisch ist "Welcome 2 America"  der typisch eklektische Prince-Mix. Thematisch geht es um soziale Gerechtigkeit und Rassismus. Und damit erscheint das Album jetzt genau passend, sagt Background-Sängerin Shelby J., auch bei CBS. "Ungerechtigkeit, Ungleichheit. Prince wusste was das ist, als schwarzer Mann. Er konnte darüber schreiben und singen. Und jetzt mit George Floyd und allem was passiert. ich glaube, die Welt ist jetzt bereit zu hören, was er auf diesem Album sagt. Es kommt genau richtig."

Neue Doku "Mr. Nelson on the North Side" über Prince

Auch eine neue Doku über Prince erscheint zum 5. Todestag: "Mr. Nelson on the North Side". Es geht darum, wie soziale Ungerechtigkeit und Rassismus seine Jugend prägten. Und wie Prince Roger Nelson in dieser Zeit buchstäblich seine Stimme fand. Er habe damals alle mögliche Musik gehört, so Prince im Film-Trailer. Und sich gesagt: "Irgendwann spiele ich all diese Musik und werde nicht mehr nach meiner Hautfarbe beurteilt, sondern nach der Qualität meiner Arbeit", so Troy.

Die Doku entstand ohne den Segen der Nachlass-Verwalter. Prince machte kein Testament, seine Geschwister streiten sich vor Gericht um das Erbe. 8.000 unveröffentlichte Songs soll es noch geben. Musikmanager Troy Carter, der für Spotify und Lady Gaga gearbeitet hat, entscheidet mit, was veröffentlicht wird. Beispielsweise dieser Mitschnitt einer Studiosession von 1982: Prince, wie er "Purple Rain" komponiert: "Den Samen einer Idee zu hören, wie daraus erst Song und dann einer der kultigsten Titel aller Zeiten wird. Das war schon was Besonderes", so Carter.

Den Mythos Prince bewahren, mit seinem Erbe Geld verdienen und dem Künstler und Menschen gleichzeitig gerecht werden, das sei eine Herausforderung, räumt Carter im CBS-Interview noch ein. Schließlich wolle er auf keinen Fall, dass Prince ihm aus dem Himmel einen seiner berühmten scheelen Blicke schickt.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 21.04.2021 | 11:40 Uhr

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