Posaunenchor vor der Katharinenkirche © NDR.de Foto: Petra Volquardsen

Posaunentag 2024 in Hamburg: Ein erster Vorgeschmack

Vom 3. bis 5. Mai 2024 ist Hamburg Gastgeber des Deutschen Evangelischen Posaunentages, zu dem etwa 20.000 Blechbläserinnen und -bläser erwartet werden. Die Vorfreude ist jetzt schon groß.

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit gehört ihr Klang einfach dazu - rund 56 Posaunenchöre gibt es bei uns in Hamburg. In den Gemeinden spielen sie Choräle und Kirchenlieder, aber auch ganz viel andere Musik. Und jetzt kommt ein weiter Blick in die Zukunft: In zweieinhalb Jahren - im Mai 2024 - treffen sich Posaunenchöre aus ganz Deutschland hier bei uns in Hamburg, beim Deutschen Evangelischen Posaunentag. Eine Riesenveranstaltung, über die schon jetzt gesprochen wird.

Feierliche Klänge, die Publikum anlocken

Schon von Weitem sind sie zu hören. Rund 20 Musikerinnen und Musiker stehen im Halbkreis vor der Katharinenkirche. Ihre Instrumente - Trompete, Flügelhorn, Tuba und natürlich Posaunen - blitzen in der Sonne. Wer vorbei kommt, bleibt spontan stehen und hört zu wie Touristen aus dem Allgäu, Großeltern mit ihrem Enkelkind: "Ich finde das immer so feierlich. Es zieht einen unwillkürlich an. Wir kamen aus dem Hotel, haben die Musik gehört und haben gedacht: 'Da müssen wir hin'. Einfach schön."

Der Bläserklang ist imposant. Wie wird es erst klingen, wenn nicht 20, sondern mehrere Tausend Musikerinnern und Musiker beim Posaunentag in Hamburg zusammen spielen? Daniel Rau ist der Landesposaunenwart der Nordkirche und verantwortlich für das Programm: "Die ganz großen Highlights sind zwei Gottesdienste und eine Serenade. Da kommen alle zusammen und feiern dieses Gemeinschaftsgefühl."

Posaunentag 2024: Großveranstaltungen und Haltestellenkonzerte

Große gemeinsame Konzerte und Gottesdienste: Heute - mitten in der Pandemie - schwer vorstellbar. 2024 soll es gelingen. Aber: Nicht nur in Hamburgs Hauptkirchen, sondern auch an vielen anderen Orten in der Stadt wird Musik erklingen. "Regionale Marktplätze, U-Bahn-Haltestellen, in Parks", zählt Rau auf, "vom Turm von St. Michaelis angefangen bis hin zu einer Bushaltestelle, wo gerade Wochenmarkt ist. Orte, an denen das städtische Leben stattfindet."

Posaunenchor in der Katharinenkirche © NDR.de Foto: Petra Volquardsen
Etwa gleich viele Frauen und Männer jeden Alters spielen im Posaunenchor mit.

Als die Bläser drinnen in der Katharinenkirche spielen, stellen sie sich weit auseinander im Kreis auf. Was auffällt: Etwa gleich viele Männer und Frauen sind dabei. Und jüngere genauso wie ältere. Johanna Matthiesen spielt im Posaunenchor der Melanchton Gemeinde in Groß Flottbek. Wie sie zum Posaunenchor gekommen ist?: "Durch meine Familie. Mein Vater steht dort hinten. Ich habe angefangen, als ich acht Jahre alt war. Ich bin ich im Posaunenchor groß geworden, fand die Posaune am schönsten und bin dabei geblieben. Ich mag den Klang sehr gerne. Man kann im Posaunenchor spielen, in der Bigband, im Orchester. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig."

Posaunenchor - nicht nur mit Posaunen

In einer Großstadt wie Hamburg sind Posaunenchöre oft weniger präsent als auf dem Land. Auch deshalb ist es schön, dass der nächste Posaunentag hier stattfindet, freut sich Daniel Rau und erklärt, warum es eigentlich Posaunenchor heißt, obwohl auch andere Blechblasinstrumente mitspielen: "Früher bestanden die ersten Besetzungen rein aus Posaunen. Bei uns musizieren alle Blechblasinstrumente: Trompete, Flügelhorn, Euphonium, Waldhorn, Tuba - alles, was ein Blechblasinstrument von der Bezeichnung her ist."

In den Kirchengemeinden spielen die Blechbläserinnen und Blechbläser eine wichtige Rolle sagt Gerhard Ulrich, ehemaliger Landesbischof der Nordkirche und Vorsitzender des Evangelischen Posaunendienstes: "Wir erleben immer wieder, dass unsere Chöre Menschen direkt berühren. Und dann kommt es nicht darauf an, ob jemand den Glauben teilt, der dahinter steckt. Musik geht direkt ins Herz."

Gänsehautmomente mit der "Königin der Blechblasinstrumente"

Christian Schön spielt seit der Konfirmandenzeit Posaune: "Die Posaune ist die Königin der Blechblasinstrumente. Man kann jeden Ton genau ziehen. Ein Freund von mir hat sie gespielt und deswegen habe ich mich verliebt." Cornelia Müller leitet einen Posaunenchor in Tonndorf und war schon bei früheren großen Bläsertreffen dabei. Vor allem auf einen Gänsehautmoment freut sie sich jetzt schon - der Moment, in dem alle gemeinsam anfangen zu spielen: "Alle nehmen ihre Instrumente hoch, holen Luft und dann kommt dieser gemeinsame erste Ton. Das ist so ein Moment, den erlebt man einfach nicht oft."

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