Nina Gurol sitzt in einem pink beleuchteten Raum in einer Ecke an einem schwarzen Flügel. © Peter Helling / NDR Foto: Peter Helling

Pianistin Nina Gurol: 2021 war ein Jahr voller Möglichkeiten

Stand: 31.12.2021 06:00 Uhr

Nina Gurol ist 24 Jahre alt, Pianistin und im Ehrenamt als Sterbebegleiterin tätig. Seit zwei Jahren arbeitet sie für einen ambulanten Hospiz-Dienst in Leverkusen. Mit ihrer Arbeit als Solopianistin geht das gut zusammen.

von Peter Helling

Die Solopianistin und Sterbebegleiterin arbeitet aber auch bei dem Musikvermittlungsprogramm TONALi, dort wird grade ein neues Konzertlabor erstellt, wo Nina Gurol jetzt die Möglichkeit hat, sich neu auszuprobieren und zwar als kunstsoziale Pianistin. So versucht sie ihre drei Standbeine zusammenzubringen: die Hospiz-Arbeit, die Arbeit als Pianistin und die Arbeit mit Jugendlichen.

Wie war dieses Jahr für Sie?

Nina Gurol: Es war ein besonderes Jahr, voller neuer Herausforderungen. Ich habe mein Ehrenamt ausgeweitet und bin nun Vorstandsmitglied des Hospiz Leverkusen e.V. in dessen Rahmen ich ein großes künstlerisch-soziales Projekt umsetzen werde. In diesem Jahr haben sich mein Ehrenamt und mein Beruf als Pianistin so stark verbunden wie noch nie - daran bin ich unheimlich gewachsen.

Was hat Ihnen Kraft gegeben?

Gurol: Die Verbindung aus Sterbebegleitung und Pianistin-Sein hat mir große Kraft gegeben. Zunächst fremde Menschen in ihrem intimsten Moment begleiten zu dürfen und das mit etwas ebenso Intimem wie der Musik zu verbinden, hat eine unglaubliche Kraft und bereichert einander sehr. Ich habe in diesem Jahr zum ersten Mal das Thema Sterben, Trauer und Tod offen auf die Konzertbühne geholt und andersrum viel Musik in meine Begleitungen genommen.

Wie geht es Ihnen gerade rund um den Jahreswechsel?

Gurol: Der Dezember ist besonders gefüllt mit kreativer Arbeit - somit fallen mir die grauen Tage recht leicht. Wir haben zum Beispiel als TONALiSTEN gGmbH unsere neue Konzertreihe „TONALiSTEN Lab.“ eröffnet, die wichtige zukunftsweisende Impulse bereithält und dazu einlädt künstlerisch-soziale Themen im Konzertsaal zu erforschen. In diesem Rahmen habe ich zum ersten Mal erprobt, wie es gelingen kann, das Sterben und die Trauer auf die Bühne zu holen. Für mich war es ein unvergleichlich aufrichtiges, ganzheitliches Erlebnis - als Mensch und als Musikerin.

Was macht Ihnen Mut?

Gurol: Mir macht es Mut, dass in meiner Branche und gerade auch bei den TONALiSTEN immer mehr die Gemeinschaftlichkeit in den Vordergrund rückt. Kreative Kräfte und Genres verbinden sich, um nun nicht mehr alleine sondern gemeinsam auf die Suche zu gehen. Ich habe das Gefühl, dass wir Künstlerinnen und Künstler alle ein bisschen mehr zusammengewachsen sind und ein größeres Verantwortungsbewusstsein füreinander und für das tragen, was wir tun.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kultur trotz Corona | 06.01.2022 | 06:40 Uhr

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