Stand: 17.06.2020 17:14 Uhr  - NDR Fernsehen

Er machte das Onkel Pö legendär: Peter Marxen ist tot

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Peter Marxen machte die Hamburger Szene-Kneipe Onkel Pö legendär.

Der frühere Besitzer der legendären Hamburger Musik-Kneipe Onkel Pö, Peter Marxen, ist tot: Nach Medieninformationen starb er am 10. Juni im Alter von 80 Jahren. Der an der Ostsee am Weißenhäuser Strand geborene Marxen half zunächst aus im Onkel Pö, das sich zunächst in Pöseldorf, dann im Stadtteil Eppendorf befand. 1972 übernahm er die Szene-Kneipe von Gründer Bernd Cordua. "Ohne ihn hätte es das Onkel Pö nie im Leben gegeben", würdigte der Jazz-Pianist Gottfried Böttger Marxen in der NDR Doku "Die Höhle von Eppendorf - Das legendäre Onkel Pö". "Das war der Chef, der Meister", sagte Otto Waalkes, der in der Kneipe seine Musik-Karriere begann. Marxen sei immer für die Künstler da gewesen.

Udo Lindenberg als Stammgast im Onkel Pö

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Udo Lindenberg (r.) war Anfang der 70er-Jahre Stammgast im Onkel Pö.

Unter seiner Regie legten viele zunächst unbekannte Musiker und Bands den Grundstein für ihre Karrieren. Marxen, der auch als Grafiker und Seemann arbeitete, kannte Udo Lindenberg, der schon Ende der 60er im Jazzhouse mit der Band Free Orbit aufgetreten war. Lindenberg wurde Stammgast im Onkel Pö und gründete 1973 mit Gottfried Böttger das Panikorchester. In seiner Single "Alles klar auf der Andrea Doria" widmete er seiner Stammkneipe eine Liedzeile, die das Onkel Pö in ganz Deutschland berühmt machte: "Bei Onkel Pö spielt 'ne Rentnerband seit 20 Jahren Dixieland". Von überall kamen die Fans und belagerten den Club, um Udo zu sehen.

Die Höhle von Eppendorf - Das legendäre Onkel Pö

Doku & Reportage -

Jazz, Blues und Rock: Im Hamburger Musikclub Onkel Pö wurde Konzertgeschichte geschrieben. Der Film blickt anhand von Archivmaterial und Zeitzeugenberichten zurück.

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Peter Marxen hatte gute Kontakte zur Jazz-Szene

Marxen hatte gute Kontakte zur Jazz-Szene und holte Jazz-Größen wie Dizzy Gillespie, John Abercrombie, Chet Baker, Art Blakey, Don Cherry, Chick Corea, Steve Goodman, Pat Metheny oder Steve Lacy ins Onkel Pö. Der NDR produzierte im Onkel Pö regelmäßig Live-Mitschnitte von Konzerten für den Rundfunk. Al Jarreau, damals noch völlig unbekannt, spielte dort zunächst vor rund 70 Leuten. Am zweiten Abend wurde der Auftritt vom NDR live im Radio übertragen. Jarreau avancierte zum Jazz-Star in Deutschland.

1979 genug vom Onkel Pö

Zum 1. Januar 1979 übergab Marxen die Szene-Kneipe an Holger Jass. Die Jahre im Onkel Pö seien genug gewesen, erzählte er in der NDR Doku "Die Höhle von Eppendorf - Das legendäre Onkel Pö". "Ich habe da keine Zukunft mehr gesehen." Danach habe er 20 Jahre mit niemandem mehr über das Onkel Pö gesprochen. Der "Spiegel" schreibt, Marxen sei ausgelaugt gewesen, er habe danach ein Feinschmecker-Restaurant in Ostholstein übernommen.

Weitere Informationen
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Hamburg Journal

Hamburg damals: Das "Onkel Pö"

Hamburg Journal

Legendäre Abende, Newcomer, die zu Stars wurden - und das alles mitten in einer kleinen Kneipe in Eppendorf. Am 1. Oktober 1970 eröffnete das "Onkel Pö" und schrieb Geschichte. Video (04:12 min)

Dieses Thema im Programm:

18.09.2019 | 00:00 Uhr

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