Stand: 22.10.2018 12:41 Uhr

Stefan Gwildis macht zum 60. "auf dicke Hose"

Seine berufliche Karriere begann als Lagerarbeiter, Lkw-Fahrer und Weihnachtsmann-Darsteller. Inzwischen ist Stefan Gwildis ein gefeierter Soulsänger. Zu seinem 60. Geburtstag macht sich der Hamburger selbst ein Geschenk: einen Auftritt auf der ganz großen Bühne. Am Mittwoch will Gwildis in der Elbphilharmonie gemeinsam mit einem 60-köpfigen Orchester aus Kiel ein Best-of-Programm seiner Lieder präsentieren. "Der Bogen vom Hamburger Straßenmusiker zum Artisten in der Elbphilharmonie gibt ein warmes Gefühl in der Brust", meint Gwildis.

Stefan Gwildis öffnet sein Fotoalbum für NDR 90,3

Keine Ahnung von Noten und Partituren

"Ich hab ich mich gefragt, wo ich als Barmbeker meinen Geburtstag bescheidenerweise feiern könnte. Und da bin ich auf die Elphi gekommen", sagte Gwildis NDR Info. "Da machen wir wirklich mal einen auf dicke Hose!" Das Konzert im Großen Saal ist ausverkauft. Für jemanden wie ihn, der keine Ahnung von Noten und Partituren habe, erfülle sich ein Lebenstraum.

Stefan Gwildis

Stefan Gwildis wird 60

Hamburg Journal -

Man nennt ihn auch den "Soulman des Nordens" oder "Mister Gänsehaut". Zu seinem 60. Geburtstag erfüllt sich Stefan Gwildis einen großen Wunsch: ein Konzert in der Elbphilharmonie.

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Lebensweisheiten aus dem Kakaolager

Die Weichen für seine musikalische Karriere hat Gwildis schon früh gestellt. "Da war ich so 13 oder 14 Jahre alt. Da wusste ich, ich möchte irgendetwas mit Musik machen." Bis in die Elbphilharmonie war es allerdings noch ein weiter Weg - mit den bereits besagten Stationen in anderen Metiers. Es waren Jobs, die den Lebensunterhalt sicherten, aber auch Lebenserfahrung brachten: "Ich habe mal mit einem Burschen in einem Kakaolager gearbeitet, der hatte einen geilen Spruch drauf. Wenn es um politische oder religiöse Fanatismen ging, sagte der immer: 'Mach' wie Du meinst, aber geh' den anderen nicht auf den Sack!'"

Der Sänger Stefan Gwildis bei einem Konzert. © dpa picture alliance Foto: Thomas Frey

Stefan Gwildis hat norddeutsche Soul-Seele

NDR Info - Kultur -

Er ist norddeutsch, mag die raue See ebenso wie den heimischen Hafen - und er hat dem Soul auf Deutsch eine Stimme gegeben: Der Sänger Stefan Gwildis wird 60 Jahre alt.

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Harte Schule als Straßen- und Kneipenmusiker

Neben Jobs zum Gelderwerb verfolgte der Sohn eines Reifenhändlers seine Bühnen-Ambitionen. Gwildis ging durch die harte Schule als Straßen- und Kneipenmusiker, war Stuntman beim Thalia-Theater, gründete das Musikduo Aprillfrisch, war Sänger und Gitarrist bei den Strombolis, produzierte Musicals und probierte sich auf der Kabarett-Bühne. Manche Projekte waren erfolgreich, andere weniger.

Weitere Informationen
NDR 90,3

Soul mit Orchester: Stefan Gwildis bei Hamburg Sounds

05.12.2018 20:00 Uhr
NDR 90,3

Soulmusik aus Hamburg-Barmbek: Gemeinsam mit dem Landesjugendorchester hat Stefan Gwildis seine größten Hits im Rolf-Liebermann-Studio gespielt. Das Konzert können Sie hier noch einmal sehen. mehr

Jazz mit deutschen Texten - ging gar nicht!

Die Idee, Jazz mit deutschen Texten zu singen, zündete nicht: "Das war so 'ne Kombination ... Wenn man in die Redaktionsstuben der Radioanstalten ging - die Leute haben einen angeguckt, als wäre man irgendwo rein getreten. 'Jazz und deutsch - das geht ja gar nicht.'" Aber Soul und deutsch - das ging: Und so wurde Gwildis 2003 mit seinem Album Neues Spiel einem großen Publikum bekannt, blieb 13 Wochen in den Albumcharts und erhielt im zarten Alter von 45 Jahren die Auszeichnung als "Aufsteiger des Jahres".

"Ich hoffe, dass sich nichts ändert und alles so spannend bleibt"

Heute engagiert sich Gwildis auch für die Obdachlosen-Zeitung "Hinz und Kunzt", für die Opfer-Hilfe "Weißer Ring" und tritt für Toleranz und Integration ein.

Wenn er zurückschaue, bereue er nichts, sagt Gwildis. "Ich hoffe, dass sich nichts ändert und alles so spannend bleibt, mit tollen Kollegen und interessanten Projekten." In Anbetracht seines 60. Geburtstages kokettiert er inzwischen mit seinem Alter:

"Ich hab ja früher gelacht über Menschen, die mit offenem Hosenstall und bekleckertem Hemd ihre Brille suchen, obwohl sie sie auf haben. Mittlerweile gehöre ich bald selbst zu dieser Liga dazu. Aber die Tatsache, das mir das noch auffällt, finde ich ganz beruhigend."

 

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 22.10.2018 | 06:55 Uhr

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