Stand: 07.03.2019 15:08 Uhr

Händels "Arminio" noch einmal sehen

Zum Europäischen Tag für Alte Musik am 21. März 2019 zeigen NDR Kultur und die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen noch einmal Händels Oper "Arminio". Bis zum 27. März können Sie hier die Aufzeichnung aus dem Deutschen Theater Göttingen in voller Länge sehen.

Oper "Arminio" bei den Händel-Festspielen Göttingen

Deutscher Gründungsmythos

Die Varusschlacht und "Hermann der Cherusker" haben schon vor langer Zeit Eingang in den deutschen Gründungsmythos gefunden. Schon Tacitus bezeichnete Arminius, dessen Germanen drei Legionen des Varus vernichtend schlugen, als "Befreier Germaniens". Der Befreiungskrieg bildet in Händels "Arminio" allerdings nur den Hintergrund, vor dem Themen wie Ehre, Pflicht und Gehorsam, Liebe und Freiheit verhandelt werden.

200 Jahre Aufführungspause

Das Libretto der Oper nach Antonio Salvi geht auf die französische Tragödie "Arminius" von Jean-Galbert de Campistron aus dem Jahre 1684 zurück. Händels "Arminio" wude am 12. Januar 1737 im Covent Garden Theatre uraufgeführt, verschwand aber nach nur sechs Aufführungen wieder von der Londoner Bühne. Erst knapp 200 Jahre später wurde die Oper in Leipzig als "Hermann und Thusnelda" wieder aufgeführt. Nach Aufführungen in Halle (2014) und Karlsruhe (2015) war Händels Spätwerk im letzten Jahr endlich auch in Göttingen zu sehen.

Stürmischer Applaus bei der Premiere

Das Premierenpublikum feierte die Inszenierung des Intendanten des Deutschen Theaters Göttingen, Erich Sidler, mit stürmischem Applaus und bedachte das FestspielOrchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings und das überzeugende, in allen Partien stark besetzte Ensemble mit großem Jubel.

 

Das Programm

Szenische Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Arminio: Christopher Lowrey, Countertenor
Tusnelda: Anna Devin, Sopran
Sigismondo: Sophie Junker, Sopran
Ramise: Helena Rasker, Alt
Varo: Paul Hopwood, Tenor
Tullio: Owen Willetts, Countertenor
Segeste: Cody Quattlebaum, Bass-Bariton

FestspielOrchester Göttingen
Musikalische Leitung: Laurence Cummings

Regie: Erich Sidler
Bühnenbild: Dirk Becker
Kostüme: Renée Listerdal
Licht: Michael Lebensieg