Stand: 11.11.2019 14:28 Uhr

Göttinger Jazzfestival begeistert Publikum

von Wieland Gabcke

Am Wochenende ist das zehntägige 42. Göttinger Jazzfestival zu Ende gegangen. Die Vielfalt des Jazz abbilden, von Oldtime-Swing bis zum modernen Jazz, das ist die Idee. Dazu haben die ehrenamtlichen Organisatoren auch in diesem Jahr wieder international und bundesweit bekannte Jazzgrößen ins ausverkaufte Deutsche Theater Göttingen geholt.

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Das Edgar Knecht Trio aus Kassel hat fürs Göttinger Jazzfestival den syrischen Pianisten Aeham Ahmad mit ins Boot geholt.

Zwei Konzertflügel auf der Bühne das gab es noch nie beim Göttinger Jazzfestival das Edgar Knecht Trio aus Kassel spielt mit dem syrischen Pianisten Aeham Ahmad. Der 31-Jährige ist durch sein Klavierspiel zwischen den Trümmern von Jarmuk bei Damaskus berühmt geworden. Der ausgebildete klassische Pianist singt über den Schmerz des Krieges, der auch ihn gezeichnet hat. Die Finger seiner rechten Hand wurden durch Granatsplitter verletzt. Er floh nach Deutschland und spielt jetzt Jazz mit Edgar Knecht. "Chapeau an Edgar. Er ist ein großartiger Künstler, von dem man viel lernen kann", sagt Ahmad. Wenn Edgar Knecht und Aeham Ahmad das Volkslied "Die Gedanken sind frei" interpretieren, haben sie hörbar Spaß. Dieses Wechselbad aus Schwermut und Freude kommt beim Publikum gut an.

Ton-Pannen bei Kinga Glyk

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Kinga Glyk aus Polen nahm die Pannen beim Ton bei ihrem Konzert gelassen.

Lauter und flotter geht es bei der 22-jährigen Ausnahme-Bassistin Kinga Glyk aus Polen zu. Gerade ist ihr neues Album "Feelings" erschienen, das sich von den Vorgängern stark unterscheidet. Der Funk steht im Mittelpunkt mit Synthesizern, elektronischer Musik und 80er-Jahre-Motown. Ärgerlich ist, dass Kinga Glyk ihr Konzert für ein paar Minuten unterbrechen musste, weil der Ton manchmal ausfällt. "Es ist nicht leicht, konzentriert zu bleiben, wenn die Technik versagt", sagt sie anschließend. "Aber das Publikum war bei mir, hat mich unterstützt und war glücklich. Also bin ich das auch." Viele Zuschauer sind begeistert, einigen aber war es zu laut und zu durchstrukturiert.

Zeitreise mit den New Orleans Syncopators

Ein Stockwerk tiefer kommen die Anhänger des Oldtime-Jazz auf ihre Kosten. Die New Orleans Syncopators aus Göttingen machen eine Zeitreise, etwa wenn sie den "Weary Blues" von 1915 spielen. Die Band ist gerade 40 Jahre alt geworden und seit 1979 beim Göttinger Jazzfestival dabei - mit dem Musiker Jochen Beyer am Sousafon. "Es macht einfach Spaß, diese Art von Musik zu machen", sagt Beyer und fügt hinzu: "Die aber so einfach nicht ist, wie sie klingt."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 11.11.2019 | 10:55 Uhr

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