Jan-Josef Liefers schwenkt ein Plastikrohr durch die Luft. © picture alliance / rtn - radio tele nord | rtn, frank dudek

Eutiner Festspiele: Viele Farben und schwarze Zahlen

Stand: 06.09.2021 08:54 Uhr

Die 70. Spielzeit der Eutiner Festspiele ist am Wochenende mit einem Konzert der Band Radio Doria zu Ende gegangen: Bilanz einer ungewöhnlichen Saison.

von Milad Kuhpai

Gute Laune in der Opernscheune am Eutiner See: glückliche Gesichter im Publikum, auf der Bühne Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria. Mit dem Musical "Cabaret", Puccinis Oper "La Bohème" und vielen Konzerten waren die Festspiele musikalisch und künstlerisch sehr vielfarbig.

"Wir haben relativ lange eine unsichere Situation gehabt ob wir überhaupt spielen können und haben auch dank eines tollen Teams hier im Haus es hinbekommen, von 0 auf 100 hochzufahren", sagt Falk Herzog, der Geschäftsführer der Eutiner Festspiele. Eine außergewöhnliche herausfordernde Spielzeit sei es gewesen. "Wir haben einen Ticketverkauf innerhalb von wenigen Wochen abgerissen, den wir normalerweise in einem Dreivierteljahr leisten." Für die 32 Veranstaltungen sind auf der Seebühne 26.000 von rund 30.000 möglichen Karten verkauft worden - damit sei eine durchschnittliche Auslastung von 86 Prozent erreicht.

Eutiner Festspiele schreiben trotz Pandemie schwarze Zahlen

Neben dem Kartenverkauf und Einsparungen hätten auch staatliche Fördermittel maßgeblich dazu beigetragen, rote Zahlen zu vermeiden. "Insofern haben wir ein gutes Jahr abgeschlossen und werden auch mit einer schwarzen Zahl abschließen", prognostiziert Herzog. "Unser Wirtschaftsjahr endet am 30. September - die letzten Rechnungen trudeln jetzt ein, aber die Hochrechnungen sind so, dass wir entspannt ins nächste Jahr gehen können."

Keine bestätigten Corona-Fälle bei den Festspielen

Auch das Hygienekonzept sei aufgegangen: insgesamt habe es über 3.100 Schnelltests und mehr als 40 PCR-Tests bei den Mitwirkenden in der Opernscheune gegeben - alle mit negativem Ergebnis. Sowohl das Ensemble als auch die meisten Besucherinnen und Besucher hätten die Corona-Auflagen mitgetragen.

"Das Hygienekonzept konnte für die gesamte Spielzeit bestehen bleiben", sagt Anna-Luise Hoffmann, die Produktionsleiterin der Festspiele. "Wir haben nur eine Ergänzung für unsere Veranstaltung 'Eutin singt' gemacht, weil es für unsere Zuschauer ein anderes Erleben war, weil sie mitsingen sollten. Aber ansonsten sind wir super damit gefahren."

Eutiner Festspiele 2022: "Ein Käfig voller Narren" und "Madame Butterfly"

Die künstlerische Leitung setzt auch im nächsten Jahr weiter auf künstlerische Vielfalt: Auf dem Spielplan des nächsten Sommers stehen unter anderem das Musical "Ein Käfig voller Narren" und die Oper "Madame Butterfly" - Wegen möglicher wechselnder Corona-Auflagen wird mit dem Karten-Vorverkauf aber noch die Entwicklung im Herbst abgewartet. Und ab 2023 können Besucherinnen und Besucher den Regenmantel für den Fall der Fälle daheim lassen. Denn bis dahin soll die Eutiner Tribühne ein mobiles Dach bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 06.07.2021 | 06:40 Uhr

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