Stand: 04.07.2016 11:39 Uhr

"Floating Piers": Millionen Menschen liefen über Wasser

Auf den schwimmenden Stegen des bulgarischen Künstlers Christo sind 2016 in Norditalien mehr als 1,2 Millionen Menschen über das Wasser gewandelt - auch mit Hilfe von Experten aus Lübeck. Insgesamt 90.000 Quadratmeter Stoff hatten Mitarbeiter der Lübecker Firma "Geo - die Luftwerker" in den vergangenen Monaten zugeschnitten und genäht. Ihr "Näh-Camp" hatten zwölf Mitarbeiter dafür in einer ehemaligen Flugzeugwerft ganz in der Nähe aufgeschlagen. Nach gut zwei Wochen ist die spektakuläre Installation "Floating Piers" zu Ende gegangen.

Spaziergang "wie auf einem Walrücken"

Christo und sein Team hatten zuvor 220.000 Schwimmwürfel aus Kunststoff zusammengeschraubt und mit einem schimmernden Polyamidgewebe überzogen. Die drei Kilometer lange und 16 Meter breite, gelb-orange Struktur verband die Inseln Monte Isola und San Paolo in dem See östlich von Mailand mit dem Ufer. Besucher sollten "sich so fühlen, als ob sie auf dem Wasser gehen - oder vielleicht über einen Walrücken", sagte Christo.

Großer Andrang, lange Wartezeiten

Weil gleichzeitig stets nur 11.000 Menschen auf den Stegen unterwegs sein durften, kam es u langen Wartezeiten. Viele Besucher zogen sich die Schuhe aus, so wie Künstler Christo es sich gewünscht hatte. Die Besucher sollten die Installation "mit allen Sinnen" genießen und wie einen "Boulevard" im Wasser betrachten, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlade, sagte Christo. Die "Floating Piers" waren sein erstes Großprojekt seit dem Tod seiner Frau Jeanne-Claude 2009. Die beiden wurden in Deutschland vor allem mit ihrer Verhüllung des Reichstages 1995 bekannt. Wenn die schwimmenden Stege abgebaut sind, sollen die Plastikwürfel recycelt werden. Auch der Stoff soll verwendet werden - als Untergrund aus Filz für Spiel- und Sportplätze.

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NDR//Aktuell | 08.04.2020 | 19:30 Uhr

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