Stand: 16.09.2020 09:35 Uhr  - NDR Kultur

Kunstpreis Schleswig-Holsteins für Regisseur Lars Jessen

von Ole Wackermann
Der Regisseur Lars Jessen auf dem roten Teppich des Filmfest Hamburg zur Premiere seiner Komödie "Der Schimmelreiter". © NDR Foto: Patricia Batlle
Der gebürtige Kieler Lars Jessen hat viele Filme gedreht, die im Norden spielen.

Viel mehr Norddeutschland geht nicht: Der Filmproduzent und Regisseur Lars Jessen wurde 1969 in Kiel geboren, wuchs in Dithmarschen auf und hat bei vielen Filmen und TV-Serien Regie geführt, die im Norden spielen. Fernseh-Serien wie Großstadtrevier", "Soko Wismar", "Mord mit Aussicht", aber auch Heimatfilme wie "Vadder, Kutter, Sohn" sind dabei. In Büdelsdorf wird Lars Jessen heute mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Lars Jessen blickt auf das norddeutsche Wesen

Ministerpräsident Daniel Günther würdigt ihn als "hervorragenden Botschafter für die Filmszene in Schleswig-Holstein, immer mit dem Blick auf das norddeutsche Wesen". Dabei sieht sich Jessen als Mainstream-Künstler, interpretiert den Begriff aber auf seine eigene Weise: "Ich definiere mich als Mainstream-Regisseur. Ich versuche, in den Dingen, die für die Primetime geeignet sind, viele Leute anzusprechen und trotzdem sehr persönlich zu erzählen." So versuche der Regisseur, den Mainstream ein Stück weit mit zu definieren.

Regisseur von "Dorfpunks", "Die Schimmelreiter" und "Hochzeitspolka"

Sein Kinodebüt "Am Tag als Bobby Ewing starb" erhielt 2005 den Max-Ophüls-Preis. Es folgten weitere erfolgreiche Filme wie die Verfilmung von Rocko Schamonis Roman "Dorfpunks", das Road-Movie "Die Schimmelreiter" und die Provinzkomödie "Hochzeitspolka". Mit seinem jüngsten Polizeiruf 110 "Kindeswohl" zeigte Jessen nach Auffassung der Jury einmal mehr, "dass er neben seinem Talent fürs Komödiantische ebenfalls authentisch Beziehungsdramen und Kriminalfälle inszeniert".

VIDEO: Kindeswohl (88 Min)

Jessen steht nun in einer Reihe mit klangvollen Namen: Mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein wurden in den vergangenen Jahren unter anderem der Schriftsteller Feridun Zaimoglu (2006), Klarinettistin Sabine Meyer (2004) und Regisseur Detlev Buck (2000) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird seit 1950 an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die "in Schleswig-Holstein geboren sind, im Lande wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben".

Förderpreis für Poetry-Slammerin Mona Harry

Den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis erhält Poetry-Slammerin Mona Harry. Die Kunst- und Philosophie-Studentin aus Kiel gilt als eine der erfolgreichsten Poetry-Slamerinnen Deutschlands. Seit Ende 2011 ist sie in der Szene im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv. Ein besonders großer Erfolg gelang ihr mit dem Text "Liebesgedicht an den Norden". Daneben veröffentlichte Harry die Bücher "Mutproben", "Norden und andere Richtungen" sowie "Hamburg und andere Gelegenheiten". "Ihre klangvoll rhythmischen Texte sind bildhaft, zugänglich und immer mit einer Portion Humor und Augenzwinkern geschrieben", lobte die Jury.

VIDEO: Mona Harrys "Liebeserklärung an den Norden" (4 Min)

An jedem dritten Freitag im Monat  veranstaltet und moderiert Mona Harry den "Slam the Pony" Poetry Slam im Haus 73 in Hamburg.  Als feste Stammautorin der Kieler Lesebühne "Irgendwas mit Möwen" ist sie am ersten Donnerstag des Monats im Kieler Kulturforum zu erleben. Mittlerweile wird sie auch neben der Bühne erkannt: Als sie im Winter wegen einer Autopanne die Polizei rief, wollten die Beamten erst einmal ein Autogramm.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 16.09.2020 | 06:20 Uhr