Stand: 19.06.2020 19:14 Uhr

Körperwelten in Lübeck: "Der Zyklus des Lebens"

Am Montag startet in der Kulturwerft Gollan in Lübeck die Ausstellung Körperwelten. Es ist das erste Mal in Schleswig-Holstein, dass plastinierte Exponate toter Menschen gezeigt werden. Die erste Körperwelten-Ausstellung gab es 1995 in Japan, in Europa fand sie erstmalig 1999 in Mannheim statt. Seit Jahrzehnten ist das Konzept umstritten. Auch vor dem Start in Lübeck meldeten sich kritische Stimmen. So findet zum Beispiel Pröbstin Petra Kallies das Timing unglücklich, nachdem gerade erst Hunderttausende Menschen weltweit infolge einer Corona-Infektion gestorben sind.

180 anatomische Präparate werden gezeigt

Ein Teil der Ausstellung kommt aus London, ein anderer Teil aus Palermo. Insgesamt sind es rund 180 anatomische Präparate - vom ganzen Körper bis zu einzelnen Körperteilen. Unter dem Titel "Zyklus des Lebens" wird der menschliche Körper im Kreislauf von Entstehen und Vergehen gezeigt. "Wenn man so ein Gehirn in den Händen hält, sieht man: Das war der Mensch, das war der Charakter, das war die Emotion, das war handwerkliches Geschick, was waren Ideen, Träume, Wünsche. Alles vereint in diesem Organ. Das ist das Faszinierende für mich daran", sagt Sven Rosenberger vom Aufbauteam der Ausstellung.

Ziel: Gesundheitliche Aufklärung

Ziel der Macher ist die gesundheitliche Aufklärung. Der menschliche Körper wird in allen Facetten gezeigt. Die Körperspender haben zu Lebzeiten eingewilligt, ihre Körper zur Verfügung zu stellen. Die Plastinate so zu fertigen, ist aufwendig: Durchschnittlich 1.500 Arbeitsstunden dauert es, einen Körper entsprechend zu präparieren.

Erst vor drei Wochen wurde festgelegt, dass die Ausstellung Körperwelten in Lübeck stattfinden wird. Unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln können Besucher bis zum 3. September Einblicke ins Innere des menschlichen Körpers erleben. In der Ausstellung herrscht Maskenpflicht.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.06.2020 | 19:30 Uhr