Stand: 25.09.2018 16:15 Uhr

"Weite und Licht": NDR Kunstsammlung in Jesteburg

Unter dem Titel "Weite und Licht - Norddeutsche Landschaften" läuft in der Kunststätte Bossard im niedersächsischen Jesteburg eine Ausstellung mit Malereien und Skulpturen aus der Kunstsammlung des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Bei den Arbeiten, die bis zum 25. November 2018 zu sehen sind, liegt der Fokus auf den Landschaftsbildern aus den 1930er-Jahren.

Dazu gehören Arbeiten der Worpsweder Künstler Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker genauso wie Arbeiten von Horst Janssen und Friedrich Karl Gotsch und fast vergessener Künstler wie Otto Brix und Werner Bley.

Die Ausstellung "Weite und Licht" 2018

Ausgehend von diesen Arbeiten wird in der Ausstellung nachgezeichnet, welche Künstlerinnen und Künstler in der NS-Zeit die innere Emigration suchten (Friedrich Ahlers-Hestermann), wer verfolgt (Otto Niemeyer-Holstein) oder gar ermordet wurde (Elfriede Lohse-Wächtler) und wer aktiver Unterstützer des Regimes war (Ingwer Paulsen).

Viele Maler suchten Anschluss an die Moderne

Die frühen Bilder der Worpsweder (Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende) stehen denen des "Hamburgischen Künstlerclubs von 1897" (Thomas Herbst, Arthur Illies und Friedrich Schaper) gegenüber. Dabei wird sich zeigen, welche bildkünstlerischen Gestaltungsweisen aus der wilhelminischen Epoche den kulturpolitischen Interessen der Nationalsozialisten brauchbar werden konnten und welche später verworfen wurden.

In den 20er-Jahren suchten viele Maler Anschluss an die internationale Moderne. Dafür stehen vor allem die Mitglieder der "Hamburgischen Sezession", die sich mit der Selbstauflösung ihres Vereins 1933 klar gegen die Kunstdoktrin der Nationalsozialisten positionierten: Ivo Hauptmann, Erich Hartmann, Friedrich Ahlers-Hestermann, Dorothea Maetzel-Johannsen, Willem Grimm, Karl Kluth, Tom Hops, Eduard Bargheer und Gerhard Marcks.

Überwindung der Abstraktion

Die Entwicklung der freien Kunst nach 1945 kann als Reaktion auf den Nationalsozialismus verstanden werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es in Westdeutschland zunächst kaum möglich, gegenständlich zu malen. Die Überwindung der Abstraktion und die langsame Annäherung an eine neue, realistische Malweise begann in den 1960er-Jahren und wird heute vor allem von der Plein-Air-Bewegung der "Norddeutschen Realisten" um Nikolaus Störtenbecker getragen. Im Laufe dieser Bildgeschichte wird die wechselnde Bedeutung des Landschaftsmotivs, mal als patriotisch-heimatverbunden, mal als expressionistisch-modern und mal als Ablehnung der Abstraktion, deutlich.

"Weite und Licht": NDR Kunstsammlung in Jesteburg

Die Ausstellung "Weite und Licht" in der Kunststätte Bossard in Jesteburg mit Werken aus der Kunstsammlung des NDR zeigt Gemälde aus den 30er-Jahren. Sie läuft bis zum 25. November.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Kunststätte Bossard
Bossardweg 95
21266  Jesteburg
Telefon:
0 41 83 / 51 12
E-Mail:
info (at) bossard.de
Preis:
8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Gruppen ab 15 Personen 7 Euro/p.P., Kinder bis 18 Jahre frei
Öffnungszeiten:
bis 31. Oktober
Mittwoch bis Sonntag 11-18 Uhr (3. Oktober geöffnet)
Ab 1. November
Sonntag 11 bis 16 Uhr
www.bossard.de
Hinweis:
Aufgrund der historischen Bausubstanz ist die Kunststätte Bossard nicht vollständig barrierefrei.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Kultur im Norden | 26.09.2018 | 09:40 Uhr

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