Stand: 23.05.2020 15:31 Uhr  - NDR Kultur

"Reisen nach Franken": Modersohn-Ausstellung in Fischerhude

von Maren Momsen

Otto Modersohn liebte die norddeutsche Landschaft und das Moor. Dennoch wollte er mehr sein als nur der "Moor-Maler" und suchte sich deshalb immer wieder neue Anregungen. Zwischen 1916 und 1927 reiste er sieben Mal nach Franken. Die Gemälde von Otto Modersohn und seiner dritten Frau Louise Modersohn-Breling, die von diesen Reisen inspiriert wurden, werden ab dem 25. Mai in einer neuen Ausstellung im Otto Modersohn Museum in Fischerhude gezeigt.

Im Frühjahr 1916 bricht der Maler Otto Modersohn gemeinsam mit seiner dritten Frau Louise Modersohn-Breling zu seiner ersten Studienreise nach Franken auf. Nach den vielen Jahren in Worpswede und Fischerhude können Otto Modersohn und Künstlerin Louise Modersohn-Breling in der Gegend um Wertheim und Würzburg endlich eine neue Landschaft entdecken.

Otto Modersohn fasziniert von der hügeligen Landschaft

Bei ihren sieben Reisen genießen beide die hügelige Landschaft und die vielen Weinbau-Orte mit ihren engen Fachwerk-Gassen. "Wertheim hat eine hügelige Landschaft mitten in den Weinbergen", erzählt Enkelin Antje Modersohn. "Die ganze Gesellschaft ist dort eine andere. Die Menschen leben enger zusammen. Das erinnerte ihn sicherlich auch an seine Heimat Soest, wo er sich sehr wohl fühlte."

Otto Modersohn und seine dritte Frau Louise setzen die Eindrücke unterschiedlich in ihren Werken um. Ihn faszinieren die hügelige Landschaft und die engen Fachwerkgassen, die so anders waren, als die Weite der norddeutschen Tiefebene. In Franken findet er auch zahlreiche Architektur-Motive.

Porträt

Der Maler und das Moor - Otto Modersohn

Es ist vor allem die Natur, die den Maler Otto Modersohn angeregt hat. Sein umfangreiches Werk wird auf rund 12.000 Bilder geschätzt. Vor 150 Jahren wurde er geboren. mehr

Louise Modersohn-Breling: Im Stil der Neuen Sachlichkeit

Louise Modersohn-Breling steht zwar Zeit ihres Lebens immer im Schatten von Paula Modersohn-Becker, entwickelt aber einen eigenen künstlerischen Stil. Die engen, verschachtelten Gassen mit Fachwerkhäusern sind auf vielen ihrer Bilder blau-grün. "Das sind ihre Farbtöne, die sie sehr geschätzt hat, die dort in der Natur und in den Gassen vorkamen", so Antje Modersohn. Sie habe nicht ganze Häuser gemalt und auch keine Postkarten-Ausschnitte, wie man es sonst von Stadtbildern kennt, sondern hat einen eigenen Blick entwickelt. Der führt die Malerin immer mehr zum überspitzten, stark konstruierten Stil der Neuen Sachlichkeit.

Otto Modersohn: "Vereinfachung ist das Wichtigste"

Auch Otto Modersohn entwickelt in Franken einen neuen Malstil: "Durch die hügelige Landschaft hat er eben eine andere Art der Bildkomposition entwickelt", erläutert seine Enkelin. Die im Süden gesammelten Eindrücke zeigen sich in der Folgezeit auch in Fischerhude - insofern, dass er auch hier die Farbpalette aufhellt. Es gibt ganz helle Fischerhuder Landschaften - und er geht gern in die Surheide, in die Dünenlandschaft, so seine Enkelin.

Otto Modersohn selbst schreibt über seine Franken-Reisen: "Auf dieser Reise habe ich eine sehr wichtige Erfahrung gemacht: Einfachheit - Vereinfachung ist das Wichtigste. Nicht bloß in der Form, auch in der Farbe. Alles kommt darauf an, dass ein Bild stark ist. Ein Klang, nicht soundso viele. Mit je weniger man auskommt - desto besser! Alles Überflüssige raus!"

"Reisen nach Franken": Modersohn-Ausstellung in Fischerhude

Otto Modersohn reiste mit seiner dritten Gattin Louise Modersohn-Breling mehrfach nach Franken. Deren Gemälde aus dieser Epoche sind nun in einer Ausstellung in Fischerhude zu sehen.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Otto Modersohn Museum
In der Bredenau 95
28870   Ottersberg
Telefon:
(04293) 328
E-Mail:
info@modersohn-museum.de
Preis:
6 Euro, reduziert 4 Euro
Hinweis:
Wegen der Infektionsschutz-Regelungen ist das Museum nur nach vorheriger Anmeldung zu besuchen. Hinweise dazu stehen auf deren Website http://www.modersohn-museum.de
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 22.05.2020 | 17:40 Uhr