Stand: 13.03.2018 10:32 Uhr

Kunst zum Ausleihen in der Oldenburger Artothek

von Mareike Lange

Die Artothek im niedersächsischen Oldenburg ist lichtdurchflutet. Die Räume bieten viel Platz, an den Wänden hängen kaum Bilder. Die mehr als 2.000 Kunstwerke stehen auf dem Parkettboden, stapelweise an die Wände gelehnt, hochwertig gerahmt und nach Größe sortiert. Aus gutem Grund, sagt Leiterin Sabine Isensee: "Man hat die Inspiration, kann darin blättern. Im Gegensatz zu Museen ist das Anfassen der Werke hier erlaubt."

Anfassen erlaubt: Kunst in der Artothek Oldenburg

Mit der Leihkarte zur Kunst

Die Besucher sollten ein Gespür für die unterschiedlichen Materialien bekommen, sagt die Kunstexpertin. Neben farbigen abstrakten Werken, Holzschnitten oder Fotografien bietet die Artothek auch Skulpturen verschiedenster Art: Ob Bronzebüsten, Ton- oder Holzfiguren - die Bandbreite der Oldenburger Kunstausleihe ist riesig. Die Idee dazu sei schon um 1900 in den USA entstanden, erklärt Isensee: "Da gab es schon erste Bestrebungen, Kunst jedermann zugänglich zu machen. Hier in Oldenburg gibt es die Artothek seit 1982."

Fokus auf regionale Künstler

300 Stammkunden hat die Artothek. Das Ausleihprinzip ist einfach, ähnlich dem einer Bibliothek: Für 20 Euro pro Jahr erhalten die Interessenten eine Leihkarte, sagt Isensee: "Und dafür können sie ein Jahr lang Kunst kostenlos ausleihen. Wir haben natürlich den Fokus auf die regionalen Künstler hier gesetzt, Künstler des Nordwestens, aber auch international bekannte Künstlerinnen und Künstler. Wir haben hier auch Werke von Emil Schumacher, Joseph Beuys oder Horst Janssen im Programm."

Jährlich gibt es aus dem Oldenburger Stadtsäckel 6.000 Euro. Isensee nennt das keinen Luxus, sondern dreifache Künstlerförderung: "Zum einen erwerben wir Kunstwerke von den Künstlern direkt im Atelier. Dann stellen wir die Werke aus. Und durch den Verleih der Kunstwerke machen wir die Künstler natürlich auch bekannt."

Die Kunst aus dem Elfenbeinturm holen

Besucher Hans-Jürgen Otto stöbert durch einen der zahlreichen Bilderstapel. Er ist zum ersten Mal in der Artothek: "Ich habe von Freunden gehört, die das häufiger nutzen, ich finde es schön." Noch ist er allerdings unschlüssig, was ihm gefällt. Expertin Isensee hilft: "Hier haben wir eine Mischtechnik von Christoph Peter Seidel, dann eine Fotografie von der Oldenburger Fotografin Heidi Neulinger oder eine Bronze von Emil Cimiotti." Das Interesse bei Hans-Jürgen Otto ist geweckt. Er will mit seiner Partnerin wiederkommen. Darüber freut sich Artothek-Leiterin Sabine Isensee: "Wir holen die Kunst aus dem Elfenbeinturm heraus und bringen sie unter die Menschen."

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 13.03.2018 | 11:20 Uhr

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