Installationsansicht: Isabel Nuño de Buen, SPRENGEL PREIS 2021. NIEDERSACHSEN IN EUROPA

Künstlerin Isabel Nuño de Buen im Sprengel Museum

Stand: 04.12.2021 07:46 Uhr

Isabel Nuño de Buen aus Hannover erhält den "Sprengel Preis 2021. Niedersachsen in Europa". Ihre Ausstellung mit eigenen Textilarbeiten und Zeichnungen ist bis Ende Februar im Sprengel Museum zu sehen.

von Agnes Bührig

In der Einblickshalle des Sprengel Museums sind drei große Stoffbahnen mitten im Raum aufgehängt. Von Weitem erinnern sie an Flickenteppiche, bei näherer Betrachtung sind es drei eigenwillige textile Arbeiten. Verschiedene, unterschiedlich große Stoffstücke bilden Flächen, mal in schwarz-weiß mit graphischen, floralen Elementen, dann wieder bunt mit Auslassungen. Immer wieder hat Isabel Nuño de Buen dafür Stoffe gefärbt, zerschnitten, neu kombiniert. Wenig sei von vornherein geplant gewesen, sondern vieles einfach im Prozess mit dem Material entstanden, erzählt die Künstlerin: "Mir ist es wichtig, dass durch das Arbeiten mit dem Material und das Zerschneiden auch eine Art Geschichte erzählt wird. Oder wenn ein Stück fehlt und woanders gesetzt wurde, es noch einmal transformiert wird. Das erzählt auch etwas von Zeit, von Prozessen, von Veränderungen, von einer Entwicklung."

Isabel Nuño de Buen hat "Mut zum Handwerklichen"

Isabel Nuño de Buen wurde 1985 in Mexico-Stadt geboren und studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Vor vier Jahren kam sie nach Hannover, wo sie das Residenzstipendium "Preis des Kunstvereins" erhalten hatte. Dass sie als Bildhauerin vielschichtig mit Materialien arbeitet und sie auf ungewöhnliche Weise in raumgreifende Installationen umsetzt, hat jetzt die Jury des Sprengel Preises überzeugt.

Carina Plath von der Jury und Kuratorin der Ausstellung im Sprengel Museum erklärt, dass Isabel Nuño de Buen eigentlich jemand sei, die immer stark durch die Materialien "durcharbeitet". Es gebe Zeichnungen und - teilweise gefärbte - Stoffe. Darin stecke ein "Mut zum Handwerklichen, was aber für sie als Künstlerin auch eine Notwendigkeit ist, sich also praktisch in dieses Material hineinzubegeben. Deswegen würde ich sie weiterhin auch als Bildhauerin bezeichnen, weil sie immer auch im Räumlichen denkt, in Schichtungen, in Materialität, und das hier in diese große Installation mit einbringt."

Faszination für Teppiche und Textilien

Die Inspiration für die neuen Arbeiten von Isabel Nuño de Buen stammt von einer Reise durch Frankreich und Spanien, die ihr das mit dem Sprengel Preis verbundene Reisestipendium ermöglichte. Die Künstlerin sah sich die koptischen Stofffragmente im Design Museum in Barcelona an, nahm die 300 Jahre alten Webstühle der königlichen Teppichfabrik in Madrid in Augenschein und beschäftigte sich mit dem Schöpfungsteppich von Girona aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Das Interesse für Teppiche und Textilien begleite sie allerdings schon länger, sagt Isabel Nuño de Buen. Da liege etwas in dieser Sprache, das sie sehr interessiert, "weil das einfach in allen Kulturen vorkommt und auch heutzutage noch relevant ist - auch für mich und meine Arbeit".

Dieses Interesse für Textilien findet in der Ausstellung nicht nur Raum in den großen Textilarbeiten, die von hinten und vorne unterschiedlich gestaltet sind und zum Teil große Lücken enthalten. Es zeigt sich auch in den fast poetisch wirkenden Zeichnungen, die an Collagen erinnern. Isabel Nuño de Buen schickte sie von ihrer Reise per Brief nach Hannover. Vier davon sind in der Ausstellung im Sprengel Museum zu sehen.

Künstlerin Isabel Nuño de Buen im Sprengel Museum

Die mit dem Sprengel Preis geehrte Künstlerin aus Hannover zeigt Textilarbeiten und Zeichnungen.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Telefon:
+49 511 168 43875
E-Mail:
sprengel-museum@hannover-stadt.de
Preis:
7 Euro, ermäßigt 4 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstag 10 - 20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Montag geschlossen
Hinweis:
Es gilt die 2G-Plus-Regel. Zutritt nur für Geimpfte und Genesene mit aktuellem negativen Corona-Test (PoC-Antigen-Test oder PCR-Test aus einem Testzentrum) und FFP2-Maske.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 03.12.2021 | 16:20 Uhr