Stand: 12.04.2019 20:43 Uhr

Sprengel Museum zeigt Noldes "Sonnenblumen"

Es wird elementar im Sprengel Museum in Hannover – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. "Was ist Kunst und woraus besteht Kunst?", so lautet etwa eine der Fragen, die das Haus am Maschsee in seiner neuen Ausstellung "Elementarteile" stellen und auch beantworten will.

Mehr als 150 Werke

Der Anlass ist etwas profaner: 40 Jahre lang gibt es das Museum in diesem Jahr, außerdem schenkte vor 50 Jahren Schokoladenfabrikant Bernhard Sprengel seine umfangreiche Sammlung der Stadt Hannover. Deshalb ist am Freitag die neue Ausstellung eröffnet worden. Geladen waren unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (beide SPD). Die Schau läuft bis Ende 2021. Zu sehen sind mehr als 150 Werke aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwartskunst, unter anderem von Pablo Picasso, Niki de Saint Phalle, Max Beckmann und Emil Nolde.

Nolde-Bild mit NDR Vergangenheit

Mit Emil Nolde und seinem Gemälde "Sonnenblumen" hat es dabei eine besondere Bewandtnis. Über das Pfingstwochenende 1979 waren das Ölbild und ein Aquarell von Nolde aus verschlossenen Büros des NDR in Hamburg verschwunden. Der Dieb wurde nie gefasst, das Bild tauchte erst im Jahr 2018 wieder auf. Nun wird es 40 Jahre nach dem Diebstahl in Hannover gezeigt - nur einen Pinselstrich vom Landesfunkhaus des NDR entfernt.

Sprengel Museum präsentiert "Elementarteile"

Ausstellungskonzept für "Sonnenblumen"

Das Nolde-Gemälde soll darüber hinaus auch in anderen Museen im Norden zu sehen sein. Dazu sei ein eigenes Ausstellungskonzept entwickelt worden, sagte NDR Intendant Lutz Marmor. Voraussichtlich im kommenden Jahr präsentiert die Kunsthalle Hamburg das Gemälde. Anschließend soll es in der Kunsthalle in Kiel und ab dem Jahr 2022 im Staatlichen Museum Schwerin zu sehen sein.

"Öffentliche Auseinandersetzung ist wichtig"

Die Vergangenheit von Nolde war zuletzt Thema öffentlicher Diskussionen: Er wurde von den Nazis zwar als "entarteter Künstler" diffamiert, war aber auch NSDAP-Parteimitglied, Antisemit, Rassist und bis zum Ende überzeugter Nationalsozialist. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ kürzlich in ihrem Arbeitszimmer zwei Nolde-Bilder von der Wand nehmen. "Die öffentliche Auseinandersetzung mit Emil Nolde und seine historische Einordnung sind wichtig. Sie ist eine Aufgabe für unsere eigenen Programme, aber ebenso für Kunsthallen und Museen", sagte Marmor.

Zehn Themenräume

Im Sprengel Museum sind Noldes "Sonnenblumen" ab Sonnabend für die nächsten Monate zu sehen. Insgesamt zehn Themenräume sind bei der Ausstellung "Elementarteile" geplant, in denen die rund 150 Werke gezeigt werden. Die Veranstalter versprechen ein "beeindruckend breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film". Ausgestellt werden auch Werke von Louise Bourgeois, Grethe Jürgens und Gerhard Richter. Das Sprengel Museum wurde im Jahr 2017 mit dem Titel "Museum des Jahres" des internationalen Kunstkritikerverbandes AICA ausgezeichnet.

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1979 werden aus Büros des NDR zwei Emil-Nolde-Gemälde gestohlen - jetzt, 40 Jahre später, ist eines wieder aufgetaucht. Das Feature von Martina Kothe erzählt den Krimi. Von Martina Kothe, NDR 2018. ndr.de/radiokunst. Audio (49:09 min)

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Sprengel Museum zeigt Noldes "Sonnenblumen"

Das Sprengel Museum in Hannover feiert 40-jähriges Bestehen. Bei einer Ausstellung ist auch das Bild "Sonnenblumen" zu sehen. Das Gemälde von Emil Nolde war 1979 gestohlen worden.

Datum:
Ende:
Ort:
Sprengel Museum
Kurt-Schwitters-Platz
30169  Hannover
Telefon:
(0511) 168 438 75
E-Mail:
Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de
Preis:
7 Euro (ermäßigt 4 Euro), freitags freier Eintritt
Öffnungszeiten:
Dienstag: 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Anmeldung:
Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 12.04.2019 | 17:00 Uhr