Stand: 28.05.2018 10:12 Uhr

Magie auf Papier in Oldenburg

von Helgard Füchsel

Der Künstler Man Ray zählt zu den Ikonen der modernen Kunst, seine Fotografien beeinflussen bis heute. Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg zeigt nun in einer Ausstellung mit dem Titel "Man Ray. Magier auf Papier" bis zum 26. August etliche seiner Werke.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Schaffen des Künstlers von den frühen Fotografien bis zu den späten Arbeiten aus den 70er-Jahren - eine gelungene Auswahl von 140 Werken, darunter erotische Abbildungen von Frauen und viele Beispiele für seine technische Experimentierfreude. Die Ausstellung wirft dabei auch ein Schlaglicht auf zwei bedeutsame Kunstströmungen der Zeit, den Dadaismus und den Surrealismus. Ein Bügeleisen, an dessen Unterseite eine Reihe Nägel angeklebt ist - Man Ray nannte dieses Objekt "Cadeau", "Geschenk". So verband er oft Dinge, die nicht zusammen gehören, und weckte damit neue Assoziationen.

Bilder der Ausstellung "Man Ray. Magier auf Papier"

Befreiungsschlag für viele Künstler

Man Ray hat die Künstler seiner Zeit stark beeinflusst, sagt Museumsleiterin Jutta Moster-Hoos: "Dieser sehr experimentelle Ansatz war ganz wichtig. Er war sehr frei und zeigte diesen Humor und diese Originalität im Kombinieren von Gegenständen. Das war für viele Künstler bestimmt ein Befreiungsschlag. Gegen die akademische Ausbildung einfach zu probieren, zu experimentieren. Da war er ein wichtiger Anreger."

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Nicht immer eindeutig

In Oldenburg sind neben den Fotografien auch Lithografien und weniger bekannte Zeichnungen zu sehen - wie Man Rays humorvolle Assoziationen zum Alphabet im "Alphabet für Erwachsene". Hier verbindet der Künstler ein Bild mit einem Wort zu jedem Anfangsbuchstaben des Alphabets. Bei N, wie Nacht, sind eine Hand und ein Stein gezeichnet. Nicht alle Assoziationen seien eindeutig, sagt die Kuratorin Antje Tietken. "Bei 'Nacht' würde man sich vielleicht etwas anderes vorstellen als eine Hand, die einen Stein bedeckt, der offensichtlich noch Wärme nach unten abgibt. Wie deutet man es? Es ist etwas zu entdecken. Man muss wirklich über den Rand gucken und seine Assoziationen laufen lassen."

Witz und erotische Anspielungen

In den Zeichnungen stecken Witz und auch erotische Anspielungen. Erotisch sind auch viele der Fotografien. Nackte Frauenkörper umspielt mit Schattenwürfen von Vorhängen oder einer Jalousie. Zu sehen sind außerdem experimentelle Fotografien. Solarisationen, bei denen Man Ray ein bereits belichtetes Fotopapier noch ein zweites Mal unter die Lampe hielt, hängen neben seinen sogenannten Rayografien. Man Ray hat hier Gegenstände auf Fotopapier gelegt und das Papier dann so belichtet. "Das Bahnbrechende ist eigentlich diese Experimentierfreude. Sich zu öffnen und zu sagen: Das probiere ich aus, auch mit anderen Mitteln", sagt Tietken.

Mit anderen Mitteln ausprobieren können sich auch die Besucher: Hinter den Rayografien ist ein kleiner Raum abgeteilt, der wie ein früheres Fotolabor eingerichtet ist. Hier kann selbst mit speziellem Fotopapier experimentiert werden.

Magie auf Papier in Oldenburg

Der Künstler Man Ray zählt zu den Ikonen der modernen Kunst. Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg zeigt nun unter dem Titel "Man Ray. Magier auf Papier" etliche seiner Werke.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Horst-Janssen-Museum Oldenburg
Am Stadtmuseum 4-8
26121  Oldenburg
Telefon:
Museumskasse: 0441 235-2885
E-Mail:
info@horst-janssen-museum.de
Preis:
Tageskarte 6 Euro, ermäßigte Tageskarte 3,50 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet.
Montags geschlossen.
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Dieses Thema im Programm:

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