Das Gebäude des Staatlichen Museums Schwerin © NDR / Axel Seitz Foto: Axel Seitz

Staatliches Museum Schwerin: Bauarbeiten bis 2024

Stand: 11.05.2021 08:37 Uhr

Pandemiebedingt ist das Staatliche Museum Schwerin derzeit geschlossen. Wenn wieder geöffnet wird, dann nur bis zum 4. Oktober. Denn dann beginnen - verzögert - die Bauarbeiten für die Modernisierung.

von Axel Seitz

Im Januar 2020 wurde verkündet, dass der Hamburger Unternehmer und Mäzen Alexander Otto fünf Millionen Euro als Spende für die Modernisierung des Staatlichen Museums in Schwerin bereitstellt. Dabei bleibt es, und auch, dass das Land 1,25 Millionen Euro dazu gibt. "Da waren wir alle noch guter Dinge, hatten eine Planung - und dann kam Corona. Und der Denkmalschutz. Das sind zwei Dinge, die dazu geführt haben, dass die Planung etwas nach hinten gestellt werden musste", berichtet der zuständige Finanzminister Reinhard Meyer. "Wir sind hier in einem denkmalgeschützen Gebäude, deswegen sind hier bestimmte Fragen natürlich mit dem Denkmalschutz abzustimmen. Das hat ein bisschen länger gedauert, aber wir haben das geklärt. Nun wird es so sein, dass wir zum 4. Oktober das Museum schließen werden. Dann wird es erst einmal ein paar interne Arbeiten geben. Das Depot wird leer geräumt. Mit Beginn des zweiten Quartals des nächsten Jahres beginnen wir mit den richtigen Bauarbeiten hier im Staatlichen Museum."

Museum bekommt Café und Bookshop

Wenn dann im Frühjahr 2022 die Bauarbeiten beginnen, wird das Staatliche Museum mehr als zwei Jahre geschlossen sein. "Wir sind guter Dinge, dass wir im Sommer 2024 wieder aufmachen können", hofft Finanzminister Meyer. Damit verzögern sich die Bauarbeiten um mittlerweile ein Jahr, denn zunächst war von einer Öffnung des Staatlichen Museums für den Sommer 2023 ausgegangen. Was sich genau in und an dem Gebäude verändern wird, darüber will die Hamburger Otto-Stiftung als Spender erst in einigen Wochen informieren. Doch für die Museumsdirektorin Pirko Kristin Zinnow ist bereits jetzt klar: "Natürlich wird sich das Museum nicht völlig neu erfinden. Aber es wird durch die Sanierung sicherlich frischer und moderner daherkommen. Der Eingangsbereich wird saniert sein, wird hoffen auf ein modernes Café, einen attraktiven Bookshop, sanierte und zusätzliche Ausstellungsräume, um eben auch mehr von der Sammlung präsentieren zu können."

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Alte Meister sollen digital erfahrbar werden

Auch bei der Sammlung der Alten Meister gibt es Überlegungen für Veränderungen. "Wir werden einen Teil der Niederländer unter einem etwas anderen thematischen Fokus präsentieren. Wir wollen auch die Alten Meister digital erfahrbar machen, so dass man, wenn man mit dem Handy über die Alten Meister geht, gewisse Komponenten anklicken kann und einem eine Geschichte dazu erzählt wird. Damit möchten wir ein anderes, auch junges Publikum anziehen", erklärt Zinnow.

Ausstellung "Verführung Licht" läuft bis zum 3. Oktober

Pirko Kristin Zinnow hofft bis zur Schließung des Staatlichen Museums im kommenden Herbst noch auf zahlreiche Besucher in der aktuellen Ausstellung, wenn das Haus wieder öffnen darf: "Wir haben eine attraktive Ausstellung zum Thema 'Verführung Licht'. Wir hatten, bevor das Museum wegen Corona schließen musste, 1.000 Besucher innerhalb von nur zwei Wochen. Da kann man auch sehen, wir hungrig die Leute nach Kultur sind. Und diese Ausstellung wird fortgeführt bis zum 3. Oktober."

Staatliches Museum Schwerin © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
Das Staatliche Museum Schwerin liegt mitten in der Altstadt nahe beim Schweriner Schloss.
Vor 850 Jahren: Weihe des Schweriner Doms

Darüber hinaus plant das Staatliche Museum eine Ausstellung im Schweriner Dom anlässlich der Weihe des Gotteshauses vor 850 Jahren sowie eine Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Schwaan über den Hamburger Maler Alfred Heinsohn, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch in der Künstlerkolonie Schwaan lebte und arbeitete.

Einfluss der Otto-Stiftung auf Umbaupläne

Wenn die Otto-Stiftung fünf Millionen Euro und das Land 1,25 Millionen Euro für die geplante Modernisierung des Schweriner Museums geben, stellt sich die Frage, wer hier eigentlich der Bauherr ist. Die Antwort von Finanzminister Reinhard Meyer: "Wenn ein Stifter fünf Millionen Euro in ein solches Objekt gibt, dann will er bestimmte Dinge mit uns zusammen entwickeln. Wenn wir - so wie hier - ein gemeines Interesse haben, setzt man sich zusammen, konzipiert das und setzt es gemeinsam um", so Meyer. Details zu den geplanten Veränderungen folgen dann in einigen Wochen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 11.05.2021 | 19:00 Uhr

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