Ein großer Parkplatz am Stadthafen von Rostock und der Eisbrecher Stephan Jantzen. Hier soll die Bundesgartenschau 2025 stattfinden und später das Archäologische Landesmuseum sowie die Stadthalle ihren Platz finden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Bernd Wüstneck Foto: Bernd Wüstneck

Archäologisches Landesmuseum: "Ein Meilenstein für Rostock"

Stand: 29.03.2021 18:26 Uhr

Ein Fähranleger, ein Parkplatz und die Warnow - was am Rostocker Stadthafen nicht gerade einladend wirkt, soll in einigen Jahren ein Anlaufpunkt in der Region werden - und darüber hinaus: das Archäologische Landesmuseum.

von Axel Seitz

Seit Jahrzehnten wird es versprochen, in den kommenden Jahren soll es nun tatsächlich realisiert werden: Am Montag haben das Land und die Stadt Rostock eine entsprechende Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit unterzeichnet.

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Am Warnowufer in Rostock unterschreiben  Finanzminister Reinhard Meyer und Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen eine Verwaltungsvereinbarung über die Errichtung des Archäologische Landesmuseums von Mecklenburg-Vorpommern. © NDR Foto: Sylvio Kaczmarek

Rostock: Vereinbarung zum Bau von Archäologischem Landesmuseum unterschrieben

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Die Hintergründe über einen Museumsneubau mit vielen offenen Fragen und Hoffnung: 40 Millionen Euro stellt das Land bereit, 15 Millionen kommen von der Stadt Rostock. Wie viel für das Archäologische Landesmuseum ausgegeben werden darf, steht ebenso fest wie der Standort: am Rostocker Stadthafen direkt an der Warnow.

Ansonsten ist der Museumsneubau mit viel Hoffnung verbunden: "Wir hoffen, dass wir den Architektenwettbewerb dieses Jahr abschließen können, so ist die Planung", sagt der zuständige Finanzminister Reinhard Meyer. Das könne man nicht auf den Monat genau beantworten. Er hoffe aber, nächstes Jahr einen Wettbewerbssieger zu haben, auf den sie sich verständigen könnten. "Dann sind wir ein großes Stück weiter."

Rostocks Oberbürgermeister Madsen: "Spannendes Jahrzehnt für die Hansestadt"

Auch Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen spricht viel von der Zukunft und hofft: "Nach meiner Ansicht soll alles so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dennoch ist jetzt nicht mehr Eile geboten." So könne man einen vernünftigen Prozess starten: "Die Hoffnung ist, dass wir noch in diesem Jahrzehnt in das Museum reingehen und uns das Ganze anschauen können. Das ist die Zielsetzung, die für uns wichtig ist. Das ist ein spannendes Jahrzehnt für die Hansestadt."

Der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen © NDR Foto: Martin Möller
Der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen wünscht sich eine visionäre architektonische Idee für das Landesmuseum.

Ob es tatsächlich eine Museumsöffnung Ende dieses Jahrzehnts geben wird, hängt nunmehr vom Architektenwettbewerb ab, der eben noch dieses Jahr starten soll. Rostocks Oberbürgermeister hofft auf Spektakuläres: "Was ich mir wünsche, ist etwas Visionäres. Ich habe die große Hoffnung, dass die Menschen mit großer Begeisterung herkommen." Je nachdem, was ihnen ermöglicht werde. "Kriegen wir etwas hin, wo wir auf einer Plattform oben stehen und von dort aus die Stadt bewundern? Kriegen wir vielleicht einen anderen interessanten Ansatz, wo wir alle nicht dran gedacht hatten?" Er wünsche sich von den Architekten, dass diese etwas machten, "was ein Meilenstein für Rostock wird. Und daher stammt ja auch mein alter Spruch - ich wünsche mir keinen Schuhkarton im Stadthafen. Daran halte ich fest, es muss schon etwas Besonderes sein."

"Wir brauchen eine Vision von diesem Museum"

Auch der designierte Leiter des Archäologischen Landesmuseum, Hans-Jörg Karlsen, verbindet viel Hoffnung mit dem Architektenwettbewerb: "Ich bin erstmal glücklich über diesen Tag. Ich habe vor drei Jahren an dieser Stelle ein Interview gegeben, wo ich mir damals noch diesen Standort gewünscht habe. Jetzt haben wir zumindest eine wichtige Entscheidung, um in die Planung einzusteigen. Wir brauchen eine Vision von diesem Museum." Daher sei es sehr wichtig, diesen Architektenwettbewerb möglichst bald zu starten, so Karlsen.

Hans-Jörg Karlsen © NDR Foto: Axel Seitz
Hans-Jörg Karlsen wird der Leiter des Archäologischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern.

Ende 2021, spätestens Anfang 2022 soll es, so hoffen alle Beteiligten, einen Siegerentwurf geben: ein Museum im Wasser, ein Gebäude auf einer Plattform? Wer weiß. Doch erst mit einem Gewinner in dem Wettbewerb ist dann absehbar: Was kann noch vor 2025 am Stadthafen errichtet werden? Denn in vier Jahren möchte Rostock zu einer Bundesgartenschau einladen: "Wir können keine Riesenbaustelle vor der BuGa schaffen, wir wollen aber gemeinsam mit dem Land schon etwas aufzeigen können während der BuGa. Dass man sich vorstellen kann, was soll hier geschehen?", so Madsen.

Archäeologisches Landesmuseum Rostock braucht spannende Modelle

Und wie Claus Ruhe Madsen ist sich auch Reinhard Meyer sicher, dass vor der BuGa noch kein Rohbau stehen werden kann: "Wir wissen, dass wir den Hochbau erst nach der BuGa machen können." Man wolle an dieser Stelle die Bundesgartenschau nicht stören. Warum das noch nicht genau kalkulierbar sei? "Nehmen Sie zum Beispiel die Möglichkeit, das Archäologische Landesmuseum auf einer Plattform, einer Offshore-Plattform errichten zu können. Das hat wieder andere Bauzeiten, als wenn man hier das ganze Hafenbecken aufschütten müsste." Das wisse man noch nicht. Das sei ein Architektenwettbewerb, da sei der Phantasie keine Grenzen gesetzt. "Wir warten auf spannende Modelle."

Was kann noch vor der BuGa 2025 in Rostock realisiert werden? Wie lange dauern die Bauarbeiten nach dieser Blumenschau? Konkrete Antworten auf diese Fragen gibt es derzeit nicht - aber die Hoffnung, dass das Archäologische Landesmuseum Ende dieses Jahrzehnts am Rostocker Stadthafen die ersten Besucherinnen und Besucher empfängt.

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Blick vom Wasser auf den Stadthafen Rostock © picture alliance / Zoonar / Rico Ködder Foto: Rico Ködder

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 29.03.2021 | 16:20 Uhr