Stand: 04.06.2018 16:54 Uhr

Skulpturenpark: Grundschüler sagen Ja zur Kunst

von Juliane Voigt

Eine Neubrandenburger Grundschule ist am Freitag zum Internationalen Kindertag in den Skulpturenpark Katzow gefahren. Mitten in der vorpommerschen Weite bot der Park nicht nur eine perfekte Atmosphäre für eine ausgelassene Kinderschar, sondern auch sehenswerte Kunstwerke, die in der Natur verteilt sind.

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Schulleiter Jörg Borchert und Bildhauer Thomas Radeloff vor den gespannten Kindern.

So geht Schule auch mal: 300 Kinder auf bunten Decken im Gras. Mit vier großen Reisebussen war die komplette Grundschule Süd aus Neubrandenburg am Vormittag nach Katzow gefahren. "Lesen, schreiben, rechnen, Computerkenntnisse - das ist alles ganz wichtig, aber man muss die Schüler auch für die Welt ein bisschen offener machen", sagt Schulleiter Jörg Borchert. "Um auch den Geist ein bisschen zu erweitern."

Ein weites Gelände für einen weiten Geist

Der Skulpturenpark Katzow ist mit einer Fläche von 20 Hektar und über hundert riesigen Metall- und Holzskulpturen einer der größten seiner Art in Europa. "Ein weites Gelände macht einen weiten und freien Geist und ist gegen Kleingeisterei. Es gibt ja zur Zeit genug Polemiker in der Welt und unsere Schüler sollen alle Möglichkeiten haben, die wir so bieten können, in unserem schönen Mecklenburg-Vorpommern", schildert der Schulleiter.

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In dem weiten Park gab es für die Kinder viele Skulpturen zu entdecken.

In kleinen Gruppen verteilten die Kinder sich mit ihren bunten Rucksäcken auf dem Gelände. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, ein Kunstwerk zu suchen. "Beschreibt mal, wie sieht die Zahnbürste aus?", fragte Lehrerin Antje Schlender ein Schülergruppe. "Groß, aber die Borsten sind zu weit unten", antworteten die Kinder "Und aus welchem Material ist die Zahnbürste?", hakte Schlender nach. "Metall. Und sie ist hohl."

Motto: Kunstjahr - Ja zur Kunst

So einen Ausflug macht die Schule jedes Jahr. Immer mit einem thematischen Bezug. "Unsere Schule entwickelt jedes Jahr ein neues Motto und in diesem Jahr heißt es 'Kunstjahr - Ja zur Kunst'", sagte Schlender, die die Idee hatte, in den Skulpturenpark zu fahren.

In der Schulgalerie sind über 200 Arbeiten der Kinder ausgestellt. Auch in öffentlichen Räumen in Neubrandenburg gibt es kleine Ausstellungen. Ein Mal im Monat legt die ganze Schule eine Kunstpause ein. Dann wird etwas gemeinsam gestaltet oder Kunst angesehen. "Wo können wir mit 300 Schülern hingehen? Welches Museum ist so groß? So kamen wir auf das Freilichtmuseum. Ein Museum in der freien Natur", schilderte Schlender.

Malen und Basteln mit den Künstlern

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Gemeinsam mit Künstlern malten und bastelten die Kinder an ihren eigenen Werken.

Einige freie Künstler waren ebenfalls an dem Tag in Katzow. Sie arbeiteten mit den Kindern an Stationen. Es wurde gefilzt und Papier gefaltet, die Kinder saßen im Gras und zeichneten mit Kohle oder bemalten Holz und Kacheln mit Farben.

So könnte Schule immer sein, fanden die meisten Schüler. "Ich finde den Tag richtig schön", sagte Jette Sass aus der vierten Klasse. "Wir machen Zufallsmalerei mit Kugeln. Dafür nehmen wir ein Glas Farbe und tauchen die Murmeln da rein. Danach holen wir die Murmeln mit dem Löffel wieder raus und legen sie einfach auf unser Blatt. So wird das bunt."

Bunt war der ganze Tag. Auch für Thomas Radeloff. Der Bildhauer hat den Skulpturenpark 1991 gegründet, die Kunstscheune ausgebaut und den Skulpturenpark als Veranstaltungsort geöffnet. Auch für Kindertage. "Die Kinder sind ja nicht zu bremsen, hier gibt es genug Auslauf", sagte Radeloff. "Gerade bei dieser Unterstufe ist das so, die sind noch ganz offen und sagen ganz frei, was sie denken."

Für die vielen Kunstwerke, die an diesem Tag entstanden sind, gibt es auch schon eine Verwendung. Am 20. Juni veranstaltet die Grundschule Süd einen großen Kunstmarkt in der Neubrandenburger Schule. Dann werden die Exponate versteigert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 01.06.2018 | 19:00 Uhr

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