Stand: 26.10.2018 11:19 Uhr

Planetarium: Mittendrin im Strudel der Bilder

von Thomas Jähn

Vom Urknall bis in unsere moderne Welt: In den kommenden zwei Jahren sind unter dem Titel "The New Infinity - Neue Kunst für Planetarien" Künstler und Klang-Experten, Filmemacher und Videospiele-Entwickler eingeladen, Kuppelproduktionen zu inszenieren und die Planetarien in Hamburg und der Welt kreativ zu beleben. 

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Animationskünstler David O'Reilly hat in "Eye Of The Dream" sein eigenes Universum erschaffen.

Kleine Zellen kreisen wild um sich, Eisbären purzeln vom Himmel hinab, Regenschirme und Hüte wehen durch die Luft, Bauwerke und Computerbildschirme bewegen sich hundertfach auf den Zuschauer zu. Die Zuschauer werden dabei in einen nicht enden wollenden Formen- und Farbenstrudel gezogen, erleben Milliarden Jahre der Geschichte in 90 Minuten. "Es hängt eigentlich alles miteinander zusammen und ist dadurch ein Zusammenspiel von Farben, von Klängen, von Bildern. Man kann sich vorstellen, wie sich etwas permanent fortsetzt und nicht unbedingt einen klaren Anfang und ein klares Ende hat", beschreibt Programmleiterin Marie-Kristin Meier die Installation "Eye Of The Dream". Kreiert hat sie der irische Animationskünstler David O'Reilly - und damit sein ganz eigenes Universum erschaffen. Er inszeniert es als gemeinschaftliches 360-Grad-Erlebnis.

Antworten der Kunst

Die Faszination für das Unendliche ist geblieben, die Auseinandersetzung damit aber findet ganz neue Formen, erklärt Planetariums-Direktor Thomas W. Kraupe: "Wir Menschen wollen immer wissen: Woher stammen wir, wohin gehen wir und wo sind wir? Und da hat nicht nur die Wissenschaft mögliche Antworten, sondern auch die Kunst zeigt ganz wichtige Aspekte und ganz wichtige Erschütterungen."

Irdisches wird außerirdisch

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"Extraordinary Alien" führt die Zuschauer mit elektronischen Klängen in eine Science-Fiction-Szenerie.

Einen ganz anderen Blick ins All bringt zum Beispiel die Arbeit "Extraordinary Alien". Zu satten elektronischen Klängen erscheint eine Science-Fiction-Szenerie, die wirkt, als hätte Andy Warhol einen Bergbaustollen mit Silberfolie ausstaffiert und das Disco-Licht angeknipst. "Es sind im Prinzip Filmaufnahmen von verschiedenen Oberflächen, von Kristallen, von Materialien, Folien, die schimmern, die glänzen, die unterschiedliche Farben annehmen. Die Idee ist, dass in jedem Irdischen quasi etwas Außerirdisches stecken kann", sagt Marie-Kristin Meier.

Die Künstler Fatima Al Qadiri & Transforma erforschen die Vorstellungen, die wir mit außerirdischen Wesen verbinden - meistens geprägt von Hollywoodfilmen. Doch es steckt mehr dahinter: Die Szenen kreisen um die Zuschauer, wecken die Neugier, doch die Oberflächen sind nie klar erkennbar. Es ist ein Spiel mit Spannung und Erwartungen.

Mittendrin im Geschehen

Das Planetarium will nicht nur unterhaltsam den Kleinen Bären und den Großen Wagen erklären, sondern eine richtige Galerie der Zukunft sein, erläutert Kraupe: "Das soll nicht statisch gesehen, so dass man da einfach nur in Bilder reinschaut, sondern man soll aktiv dabei sein können. Man ist mittendrin im Geschehen, man ist Betroffener und Akteur, man wird sozusagen selbst zum Künstler. Deshalb muss man auch mitten hinein versetzt werden in die Kunst."

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Informationen zu allen Veranstaltungen, die im Planetarium Hamburg stattfinden. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 26.10.2018 | 19:00 Uhr

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