Stand: 04.12.2018 16:11 Uhr

Wienerin Beyerle leitet das MKG in Hamburg

von Kerry Rügemer

Tulga Beyerle - so heißt die neue Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe (MKG). Die gebürtige Wienerin hat am 1. Dezember Sabine Schulze abgelöst, die das Haus zehn Jahre lang geleitet hat. Beyerle zieht sozusagen von der Elbe an die Elbe: In den letzten vier Jahren leitete Beyerle das Kunstgewerbemuseum in Dresden. Die gelernte Schreinerin - ihr Gesellenstück war ein Stehpult, das heute noch bei ihrem Vater steht - studierte Industriedesign, lehrte in Wien und war die Gründerin der Vienna Design Week. Ein Porträt.

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Ist gerade von Dresden nach Hamburg gezogen: Tulga Beyerle. Besonders Stühle sind ihre große Leidenschaft.

Sehr sympathisch, sehr offen - und ziemlich begeistert: Tulga Beyerle hat etwas Mitreißendes an sich. Seit einem halben Jahr ist sie jeden Monat ein paar Tage im MKG gewesen, hat sich die Sammlungen und das Depot angeschaut und viele Gespräche geführt - mit Kuratoren, Angestellten oder Sicherheitsbeamten: "Es ist immer komisch gewesen, mich einem neuen Sicherheitsbeamten vorzustellen und zu sagen: Mein Name ist Tulga Beyerle, ich bin die zukünftige Direktorin und darf ich bitte einen Schlüssel haben!"

Zwei Frauen, die sich unterhalten.

Neue Leiterin des MKG bereitet sich vor

Hamburg Journal -

Zehn Jahre lang leitete Sabine Schulze das Museum für Kunst und Gewerbe. Bevor sie in den Ruhestand geht, arbeitet sie Tulga Beyerle ein, die am 1. Dezember übernimmt.

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"Das Thema Gestaltung geht uns alle an"

Tulga Beyerle übernimmt ein gut aufgestelltes Haus von ihrer Vorgängerin Sabine Schulze. Deren Ansatz, immer wieder sozialkritische Themen aufzugreifen, zu diskutieren und in Ausstellungen sichtbar zu machen, will sie auf jeden Fall weiterführen. "Etwas, was mir sonst sehr wichtig ist, dass wir uns generell befragen und hinterfragen: Was für eine Rolle trägt ein Museum für Gestaltung, für Kunst und Gewerbe heute? Wie kommen wir aus den Museumsmauern heraus, wie erreichen wir Menschen, die eigentlich nicht ins Museum gehen? Das Thema Gestaltung ist eines, das uns alle angeht."

Gespräch

Sabine Schulze geht auf Reisen

Die promovierte Kunsthistorikerin Sabine Schulze verlässt als Direktorin das Museum für Kunst und Gewerbe. Sie blickt auf ihre Zeit in Hamburg zurück. mehr

Rausgehen, ins Gespräch kommen, anpacken und machen - Tulga Beyerle will Menschen begeistern, zum Nachdenken und Mitmachen anregen. Sie habe keinen klassischen musealen Weg hinter sich, erzählt Beyerle, die eine Schreinerlehre gemacht, dann Design studiert hat und anschließend Designgeschichte an der Universität für angewandte Kunst in Wien unterrichtet hat. "Ich bin bewusst aus dem Elfenbeinturm raus. Ich bin bewusst keine Wissenschaftlerin geworden und bin gerne draußen und mit den Menschen zusammen."

Tulga Beyerle liebt Stühle

Gerade ist sie nach Hamburg gezogen und hat sich mit ihren Sachen persönlich eingerichtet. "Es gibt keinen Stuhl, den ich nicht aus einem ganz bestimmten Grund besitzen würde. Stühle sind meine große Leidenschaft, sodass mein Sohn mal gesagt hat: 'Du bist ein Stuhlmessie!' Es ist nicht schick, aber bewusst über die Jahre zusammengesucht."

Dass Sabine Schulze das Museum verlässt, ist bedauerlich. Mit Tulga Beyerle hat das Museum eine sehr motivierte und etablierte Nachfolgerin gefunden. Deren Vorname ist übrigens männlich und gotisch. Ihr Großvater hatte ein Faible für derlei Namen. "Meine Eltern haben immer erzählt: Das Erste, was ich buchstabieren konnte, war mein eigener Name: Tulga! Damit es alle genau wissen!"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 04.12.2018 | 19:00 Uhr

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