Stand: 05.10.2020 13:42 Uhr

MKG Hamburg zeigt Porzellan "Made in China!"

"Made in China!" heißt eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Jahrhundertelang war das ein Gütesiegel erster Klasse: Besonders im 18. Jahrhundert war chinesisches Porzellan beliebt.

"La Maladie de Porcelaine" hieß die krankhafte Sucht nach Porzellan - so gesehen waren alle europäischen Herrscher des 18. Jahrhunderts Junkies. Kein Wunder, sagt Kuratorin Maria Sobotka: "Das Prunkvolle, wofür auch das Porzellan und sein Glanz steht, das kann schon süchtig machen."

In den Vitrinen kann man den jahrhundertelang teuersten Stoff der Welt bewundern. Da liegen zwei Schalen, rund dreihundert Jahre alt, innen strahlend weiß, außen tiefblau mit Blumendekors. Sie stammen aus den exklusivsten Werkstätten, sind sogenanntes kaiserliches Porzellan und gehören zum Wertvollsten der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe.

Maria Sobotka erläutert: "Auf blauem Untergrund gibt es hier rosafarbene und auch gelbe Päonien, die für den besonderen Reichtum und für besondere Glückwünsche stehen, und das eckige rote Siegel des Kaisers, was einfach deutlich macht, dass es für ihn, von ihm in Auftrag gegeben worden ist."

Porzellan: Langlebig, vererbbar, benutzbar

Porzellan aus China, das Beste vom Besten. Überhaupt Porzellan - ein Stoff mit langem Gedächtnis. Bis heute hat wohl fast jede Familie ein altes verstaubtes Erbstück, ein Service, eine Tasse, ein Milchkännchen. Was hat Porzellan, was etwa Ton nicht hat? Porzellan ist langlebig, sagt die Kuratorin: "Ein Stück Meissen-Porzellan, was man zu Hause hat, vererbt sich oft über Generationen, befindet sich in unserem Besitz und wird auch noch benutzt, weil man es benutzen kann, die Stücke sind zeitlos, sie sind auch nicht kaputt gegangen und machen es möglich, dass man sie benutzen kann."

Jahrtausendealte Erfahrungen in China

Mehr als 3.000 Jahre vor den Europäern haben die Chinesen diesen Stoff, aus dem die Träume der Könige und Kaiser waren, erfunden - aus Kaolin, Feldspat, Quarz, gefertig. Darauf muss man erstmal kommen. Das Ergebnis der genialen Mischung: weißes, durchscheinendes Material, gleichzeitig fest und delikat, formbar und zart.

In der Ausstellung kann man sich der "Maladie de Porcelaine" hingeben. Der Begriff Porzellan geht übrigens zurück auf die italienische Bezeichnung der Kaurischnecke "porcellana". Deren Gehäuse ist genauso durchscheinend wie der Stoff, nach dem die Kaiser gierten: Das Kostbarste ist genial einfach.

MKG Hamburg zeigt Porzellan "Made in China!"

Jahrhundertelang war "Made in China!" ein Gütesiegel: Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt wertvolles Porzellan.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099Hamburg
Telefon:
(040) 428 13 48 80
E-Mail:
service@mkg-hamburg.de
Preis:
12 Euro (ermäßigt 8 Euro)
Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10-18 Uhr
Kassenschluss jeweils 30 Minuten vor Schließung des Museums.

1. Mai, Heiligabend und Silvester ist das Museum geschlossen.
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 06.10.2020 | 19:00 Uhr