Stand: 14.11.2018 10:58 Uhr

Romy Schneider in der Fabrik der Künste

von Kerry Rügemer

Sie war Sissi und die Spaziergängerin von Sans-Souci, das unschuldige Mädchen und die Femme fatale: Romy Schneider. Eine Ausstellung in der Fabrik der Künste in Hamburg zeigt diese vielen verschiedenen Gesichter der charismatischen Schauspielerin mit Fotos, Filmplakaten und Zeitschriftencovern. Sie alle stammen aus der Sammlung des Fotografen Jürgen Joost.

Schwarz-weiß Portrait von Romy Schneider mit Mütze und Zigarette.

Fabrik der Künste erinnert an Romy Schneider

Hamburg Journal -

Die Fabrik der Künste zeigt Exponate aus der Sammlung des Pressefotografen Jürgen Joost, der neben Fotos von Romy Schneider auch Zeitschriftencover und Kinoaushänge aus ihrer Zeit aufbewahrt hat.

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Bevor Romy Schneider in Filmen französisch sprach, war sie schlicht die Sissi! Und die sitzt in einem üppigen rosa Prinzessinnenkleid an einem kleinen Teich, lächelt neckisch und spielt mit einer Angel. Im Spiegelbild des Wassers sieht man sie in enger Umarmung mit Karlheinz Böhm, ihrem Kaiser. Das mexikanische Filmplakat aus den 50er-Jahren ist an Kitsch kaum noch zu überbieten. "Das Plakat habe ich aus einem Nachlass bekommen, fand es aber so spannend, dass ich es behalten habe", sagt Jürgen Joost.

Manchmal zum Schreien komisch - aber immer faszinierend

Fotograf Joost hat viele der mexikanischen Filmplakate gesammelt - und zeigt sie jetzt in der Ausstellung "Romy Schneider: Fotos, Zeitschriften-Cover und Kinoaushänge ihrer Zeit aus der Privatsammlung Jürgen Joost" in der Fabrik der Künste in Hamburg. Grelle Farben, bunte Überschriften und eine gezeichnete Romy, die man manchmal kaum erkennen kann und die manchmal an ein Pin-up-Girl auf einem Fahrgeschäft des Doms erinnert. Das ist manchmal zum Schreien komisch, manchmal fast peinlich - aber immer faszinierend.

Krasser Gegensatz: Schwarz-Weiß-Portraits aus Quiberon

Weitere Informationen

So entstand Romy Schneiders letztes Interview

08.04.2018 10:55 Uhr

1981 gab Romy Schneider "Stern"-Reporter Michael Jürgs ihr letztes großes Interview, Robert Lebeck fotografierte. Ein Kinofilm rekonstruiert die Begebenheiten im März 1981. mehr

Ein krasser Gegensatz zu diesen grellen Plakaten sind die Fotos von Romy Schneider: Porträts von Helga Kneidl, die 1973 drei Tage mit Romy in Paris verbrachte, die berühmten Schwarz-Weiß-Porträts aus Quiberon von Robert Lebeck. Darauf ist eine ältere, nachdenkliche und müde wirkende Romy zu sehen.

Porträts zeigen auch die fragile Romy

Zwei Porträts von ihr stechen besonders heraus: F.C. Gundlach hat sie 1962 von ihr gemacht, erzählt Kuratorin Erma Stärz: "Die beiden Porträts von Romy sind sehr unterschiedlich: Das eine ist elegant, schön - damals hat F.C. Gundlach noch sehr häufig für die Zeitschrift 'Film und Frau' gearbeitet und das Foto war für den Titel vorgesehen. Nach der Session hat sich Romy abgeschminkt und dann war F.C. Gundlach von dem sehr, sehr ausdrucksvollen Gesicht so begeistert, dass er sie bat, sich noch mal vor die Kamera zu setzen. Sie tat es tatsächlich und das Foto zeigt die fragile und nicht die nach außen gekehrte Person."

Viele Titelbilder von Illustrierten

Gezeigt werden auch viele Illustrierten-Titelbilder mit Romy darauf: Von der "Bunten" über die "Freundin", den "Stern" bis hin zur "Jours de France". Romy Schneider über vier Jahrzehnte: von dem strahlend und zuckersüß lächelnden Mädchen bis hin zur gereiften, manchmal melancholischen und geheimnisvollen Frau. Am schönsten aber sind die farbenprallen, fast irrwitzig idealisierten Filmplakate aus Mexiko.

Romy Schneider: Plakate und Fotos in Hamburg

Romy Schneider in der Fabrik der Künste

Ihre Filme waren Welterfolge, ihr Leben war geprägt von Krisen. In diesem Jahr wäre Romy Schneider 80 geworden. Die Fabrik der Künste in Hamburg zeigt nun Fotos und Filmplakate.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Fabrik der Künste
Kreuzbrook 10-12
20537   Hamburg
Telefon:
(040) 86 68 57 17
Preis:
5 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 15 bis 19 Uhr
Sonnabend und Sonntag: 12 bis 18 Uhr

18. November, 15 Uhr: Diskussionsrunde mit Filmregisseur Werner Grassmann, Journalistin Armgard Seegers u.a.

25. November, 12 Uhr: Matinee mit dem Biographen Michael Jürgs - Präsentation der TV-Dokumentation "Der Fall Romy Schneider"
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 13.11.2018 | 19:00 Uhr

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