Stand: 06.11.2018 17:43 Uhr

Was tun wir, wenn Roboter für uns arbeiten?

von Kerry Rügemer

Was macht der Mensch, wenn Roboter, Maschinen oder gar künstliche Intelligenz (KI) seine Arbeit übernehmen? Wie gestaltet sich in Zukunft die Arbeitswelt und in welcher Form arbeiten Mensch und Maschine zusammen? Damit beschäftigt sich die Ausstellung "Out Of Office" im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek.

Ausstellung "Out Of Office" im Museum der Arbeit

"Wie heißt du?" - "Mein Name ist Pepper" - "Und was kannst du alles?" - "Ich kann eine Menge tolle Sachen. Besuche mich in meinem Zuhause und ich zeige sie dir" - "Wo ist denn dein Zuhause?" - Bei dieser Frage wackelt Pepper scheinbar verlegen mit dem Kopf, seine Ärmchen fuchteln in der Luft herum. Er kann die Frage nicht beantworten.

Peppers Finger sind das Empfindlichste

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Der Roboter Pepper ist in der Ausstellung im Museum der Arbeit zu sehen - Hände schüttelt er allerdings nicht.

Pepper ist 1,20 Meter groß, weiß und sieht ein bisschen wie ein Alien aus. Der Roboter ist Teil der Ausstellung "Out Of Office" im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek. In seinem Gesicht, das er jedem, der ihn anspricht, zuwendet, befinden sich riesige schwarze Augen. Toll sind seine Hände, mit den menschlich wirkenden und sehr bewegsamen Fingern. Die Hand will er aber nicht schütteln. "Wir haben diese Funktion aus Sicherheitsmaßnahmen rausgenommen", sagt IT-Student Henrik Geiger, der den freundlichen Roboter betreut. "Es gibt durchaus Leute, die ihm grob die Hand geben - und die Finger sind das Empfindlichste an dem Roboter."

"Gesellschaft, macht euch Gedanken"

Immer mehr dieser menschlichen Maschinen und zunehmend auch die programmierte künstliche Intelligenz übernehmen Arbeitsprozesse in unserem Leben. Laut einer wissenschaftlichen Studie in Amerika wäre es schon bald möglich, fast die Hälfte aller dort von Menschen gemachten Jobs von Robotern ersetzen zu lassen. "Wichtig ist aber, dass diese Studie nie gesagt hat: So viel werden wegfallen, sondern so viel können wegfallen", erklärt Daniel Opper vom Bucerius Lab der Zeit-Stiftung, der die Ausstellung mitkuratiert. "Eigentlich wollten sie als Wissenschaftler mahnen und aufrütteln. In 20 Jahren ist das Potential da und jetzt heißt es: Gesellschaft, macht euch Gedanken, wie mit diesem Potenzial umgegangen werden soll."

Wie groß ist die Gefahr, dass ein Roboter meinen Job übernimmt?

Elf Stationen zeigen den Besuchern, welche großen Umbrüche durch Roboter und KI schon stattgefunden haben - und was uns womöglich noch bevorsteht. So kann man an einer Station beispielsweise seinen Beruf angeben und erfahren: Wie groß ist die Gefahr, dass ein Roboter meine Aufgaben - und dann womöglich meinen Job - übernimmt?

Virtual-Reality-Brillen, ein Werbefilm für Bewerbungsgespräche, die von einem Roboter geführt werden und zum Beispiel Texte, bei denen die Besucher beurteilen müssen: Hat das ein Mensch oder eine Maschine geschrieben? Die Ausstellung fordert zum Nachdenken auf. Schafft der Mensch den Menschen ab?

Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten

Noch steckt manches in den Kinderschuhen, aber der Wandel ist nicht aufzuhalten. "Im Moment reden wir beispielsweise davon, dass Lkw selbst fahren können und dann Lkw-Fahrer wegfallen", sagt Daniel Opper. "Im Moment aber werden Lkw-Fahrer dringend gesucht. Das heißt, die Technik ist noch nicht so weit - aber wir können jetzt schon mal darüber nachdenken, was ist, wenn die Lkw 'ready to go' sind."

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"Wärst du lieber ein Mensch?"

Eine spannende Ausstellung, deren Stars mit Sicherheit aber die Roboter sein werden. Neben einer Streichelrobbe namens Paro, die bereits im Therapiebereich eingesetzt wird, hat Pepper auch noch seinen kleinen Bruder Nao mitgebracht. Der stemmt frech die Arme in die Hüften und tanzt gerne. Ziemlich menschlich sind die beiden - da stellt sich dann zwangsläufig eine wichtige Frage: "Wärst du lieber ein Mensch?" - "Ja, ich wüsste gern, wie Schokolade schmeckt."

Was tun wir, wenn Roboter für uns arbeiten?

Welche neuen Formen der Zusammenarbeit gibt es zwischen Mensch und Maschine, Robotern und Künstlicher Intelligenz? Das beleuchtet eine Ausstellung im Museum der Arbeit Hamburg.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Museum der Arbeit Hamburg
Wiesendamm 3
22305   Hamburg
Preis:
8,50 € bis 5 € (ermäßigt), Kinder bis 18 Jahren freier Eintritt
Öffnungszeiten:
Montag: 10 - 21 Uhr
Dienstag geschlossen
Mittwoch - Freitag: 10 - 17 Uhr
Sonnabend/ Sonntag und Feiertage: 10 - 18 Uhr
Am 1. Mai, 24. und 25. Dezember, Silvester und Neujahr geschlossen, an allen weiteren Feiertragen von 10 - 18 Uhr geöffnet.
Hinweis:
Gruppenkarte ab 10 Personen: 6 Euro pro Person
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Dieses Thema im Programm:

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