Tipps für Weihnachtsgeschenke aus Museumsshops. © NDR

Kurioses und Schönes aus den Museumsshops des Nordens

Stand: 05.12.2021 08:38 Uhr

Nach den harten Monaten der Pandemie: Warum nicht bei einer der Kultureinrichtungen im Norden nach Weihnachtsgeschenken stöbern? Ein Streifzug durch die Museumsshops.

von Anina Pommerenke

Die neuen Kontaktbeschränkungen gehen auch an den Kultureinrichtungen im Norden nicht spurlos vorbei: Mancherorts werden schon deutlich weniger Besucherinnen und Besucher verzeichnet - und das nach ohnehin schon harten 21 Monaten Pandemie. Warum nicht also in diesem Jahr die Weihnachtsgeschenke bei einer der Kultureinrichtungen im Norden besorgen?

Museumsshop der Hamburger Kunsthalle: Eine besondere Geschichte

Tipps für Weihnachtsgeschenke aus Museumsshops. © NDR
Etwas Labskaus für die Verwandtschaft?

Der Museumsshop der Hamburger Kunsthalle hat eine spannende Geschichte, denn er wird von den Freunden der Kunsthalle betrieben. Mit den Erlösen aus dem Shop wird die Kunsthalle unterstützt. Zu jeder Sonderausstellung gibt es spezielle, eigens auf die gezeigten Bilder abgestimmte Produkte für Kunst-Fans. Und auch das ikonische Bild der Sammlung "Der Wanderer" von Caspar David Friedrich hat es auf zahlreiche Souvenirs geschafft: einen Mund-Nasenschutz, Socken und Taschen aus Werbebannern von vergangenen Ausstellungen der Hamburger Kunsthalle. Für Meike Cattarius, die Leiterin des Museumsshops, sind gerade diese Taschen ein Glücksfall. Die Werbebanner werden auf diese Weise nämlich nicht nur recycelt, sondern kommen auch einem sozio-kulturellen Projekt zugute.

Denn die von der Künstlerin Sibilla Pavenstedt entworfenen Taschen werden von ausgebildeten Schneiderinnen produziert, die allesamt einen Migrationshintergrund haben. Die Frauen erhalten so nicht nur eine Arbeit, sondern lernen in eigens entwickelten Workshops auch noch den kulturgeschichtlichen Hintergrund der Künstlerinnen und Künstler von den Ausstellungsbannern kennen. Das Projekt will somit die Integration und Förderung von Frauen mithilfe von Kunst erreichen. Der Erlös fließt zurück in die Hamburger Kunsthalle und die beiden beteiligten gemeinnützigen Projekte "Made auf Veddel e.V." und die "Stiftung Kulturglück".

Insider-Tipp für Japan-Fans

Tipps für Weihnachtsgeschenke aus Museumsshops. © NDR
Origami für den Tannenbaum.

Ein Insider-Tipp ist der Museumsshop übrigens auch für alle Menschen mit Japan-Faszination. Wer Literatur, spezielles Papier oder farbenfrohe Koi-Salz-und-Pfeffer-Streuer sucht, wird hier fündig. Neu sind auch von der japanischen Origami-Technik inspirierte Pflanzenschalen zum Selberfalten, die von einem in Hamburg-St. Pauli lebenden Japaner hergestellt werden. Sie bestehen aus Steinpapier und damit einem umweltfreundlichen Material, berichtet Cattarius. Überhaupt legt sie Wert auf in Deutschland und nachhaltig produzierte Produkte. Auch im Onlineshop der Kunsthalle finden sich viele schöne, große und kleine Kuriositäten, die unter dem Weihnachtsbaum landen könnten: Schokolinsen mit Caspar-David-Friedrich-Konterfei, ein Albrecht-Dürer-Regenschirm oder ein Geschirrtuch mit dem frechen Aufdruck "Basilikum ist keine Kirche". Und übrigens kann man auch eine Mitgliedschaft bei den Freunden der Kunsthalle verschenken!

Auch in den Häusern der Stiftung Historische Museen Hamburg finden sich beim Streifzug durch die Museumsshops so allerlei Highlights. Sprecher Matthias Seeberg sind vor allem sogenannte Guckis ins Auge gestochen, die einige vielleicht noch aus ihrer Kindheit kennen dürften. Guckis - oder auch Diabetrachter - sind Schaukästen zum Thema Märchen, die passend zur kommenden Film-Ausstellung im Altonaer Museum angeboten werden. Und auch im Museum für Hamburgische Geschichte lässt sich so einiges Kurioses ausmachen: Naschkatzen können zum Beispiel zunächst den Schädel von Hamburgs berühmtesten Seeräuber Klaus Störtebeker bewundern und dann ein paar Lakritz-Dukaten mit nach Hause nehmen. Oder aber mit Labskaus in der Dose Verwandte südlich des "Weißwurstäquators" von der norddeutschen Küche überzeugen. Etwas besinnlichere Stimmung verbreiten dann vielleicht doch die beiden Spieluhren aus dem Shop, die wahlweise mit "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" die Erinnerungen an einen nächtlichen Stadtbummel wachhalten oder mit "O Tannenbaum" den familiären Gesang am Weihnachtsabend begleiten können.

Geschenke für Design- bis Wikinger-Liebhaber

Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen kann mit insgesamt fünf Museumsläden aufwarten, die jeweils alle ein eigenes, thematisch abgestimmtes Warenangebot zu bieten haben. So gibt es auf Schloss Gottorf neben Katalogen, Literatur und Postkarten auch viele Geschenkartikel aus dem Design-Bereich. Im Wikinger Museum Haithabu sind Andenken aller Art mit Wikinger-Motiven geschmückt. Laut Shop-Managerin Ute Drews segeln die Wikingerschiffe auf Küchenhandtüchern in die Haushalte. Auch Kühlschrankmagnete sind beispielsweise nach in Haithabu geprägten Silbermünzen gestaltet. Besonders außergewöhnlich findet sie auch für das Museum hergestellte Kopien von wikingerzeitlichen Schmuckstücken, die in Haithabu ausgegraben worden sind.

Im neuen Jahrhunderthaus im Freilichtmuseum Molfsee dreht sich alles um das Leben auf dem Lande und die Alltagskultur, berichtet Drews weiter. Ihr gefällt besonders der prächtige Bildband "Heimat in Häusern" mit wunderschönen Ansichten der Häuser im Freilichtmuseum, der gerade neu ins Sortiment aufgenommen wurde. Das Eisenkunstguss Museum in Büdelsdorf bietet alles, was aus Eisen gegossen ist und heute noch im Haushalt zur Geltung kommen kann: von der Teekanne über den Untersetzer bis zur Vogelbadewanne aus Gusseisen. Literatur zum jüdischen Leben in Schleswig-Holstein in einer anspruchsvollen Auswahl bietet das Jüdische Museum in Rendsburg. Und natürlich können an allen Standorten auch Geschenkgutscheine für einen Einkauf im Museumsshop und/oder einen Ausstellungsbesuch erstanden werden. Wer keine Lust auf Einlasskontrollen hat, kann sich übrigens auch per E-Mail beim Shop-Management der Landesmuseen Schleswig-Holstein beraten lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 04.12.2021 | 12:00 Uhr