Stand: 06.03.2020 10:53 Uhr

Ihre Meinung: Verzichten - Warum eigentlich?

Bild vergrößern
Ob Zucker oder Plastik: Auf was verzichten Sie?

Der Karneval ist vorüber - die Fastenzeit beginnt. Viele Menschen nutzen die Zeit bis zum Karfreitag, um auf etwas zu verzichten. Bei einigen sind es Süßigkeiten, bei anderen ist es der ständige Blick aufs Smartphone. Es gibt aber auch Menschen, die verzichten langfristig auf etwas: Fleisch, Plastik, Autofahrten oder Flugreisen. Wir haben gefragt, ob und worauf Sie verzichten.

Sie haben uns geschrieben

Worauf verzichten Sie? Und warum? Oder verzichten Sie auf den Verzicht? Was Sie dazu meinen, haben Sie uns geschrieben. Hier sind einige Ihrer Zuschriften.

  • C. Dries, Landkreis Dithmarschen

    Verzichten, ich kann es nicht mehr hören. Ich esse immer noch Fleisch und Fisch, aber mit Respekt für das Tier. Bei mir wird jedes Teil des Tieres verarbeitet, nicht nur Filet und Schnitzel. Eingekauft wird nach Herkunft , Haltung und Jahreszeit, keine Erdbeeren an Weihnachten. Plastik wird so weit es geht vermieden. Es gibt eine Nähmaschine zum Ändern und Flicken. Da ich auf dem Land wohne brauche ich ein Auto, aber wenn ich fahre nehme ich die Nachbarschaft mit oder bringe ihnen ihre Wünsche mit. Ich könnte noch vieles aufzählen, den das ist alles für mich normal. Ich verzichte nicht. Ich denke nach.

  • O. Hoppe, Duisburg

    Verzichten kann/muß nur, wer im Überfluß lebt. Ein Minimalist wie ich, kann nicht verzichten, denn dann wäre mein Leben gefährdet. Essen und Trinken vielseitig, aber minimal. Einkaufen aufm Markt, Hofladen, ohne Plastik, mit Einkaufstasche, Milch mit eigener Flasche aus Milchtankstelle, Auto, 1liter Motor, Gasanlage, 26 Jahre alt, Fahrrad, kein Telefon, Kleidung tragen, bis sie kaputt ist. Licht, 5 LEDs, Heizung selbst umgebaut, minimiert. Alle diesen neuen elektronischen Klamotten sind imens teuer und unnötig, Lebensmittel in Supermärkten sind mittlerweile pervers. Menschen sind aber verschieden, viele wollen immer das neueste, mit Verträgen und Krediten. Die Wirtschaft will ja immer Wachstum, aber das ist begrenzt, wie Lebewesen und Natur, es stirbt, dann wird bitterlich geweint.

  • B. Christoph, Flensburg

    Fasten - nichts für mich! Ich ernähre mich stets, über das ganze Jahr, ausgewogen, und kann daher die Fastenzeit "auslassen"!

  • R. Winkelmann, Wittenburg

    Verzicht? Warum noch? Nichts wird sich ändern, gar nichts. Es wird genauso passieren wie Stephen Hawking es schon zu Lebzeiten vorausgesagt hat. Ab Anfang des nächsten Jahrhunderts wird dieser Planet aussterben. Die Gier nach Macht und Profit wird auch in Zukunft unersättlich sein. Die Menschheit hat sich selbst gerichtet. Diese ganze Klimadiskussion kann man sich sparen. Greta wurde mindestens 30 - 40 Jahre zu spät geboren. Die Aufrufe der sogenannten Klimaaktivisten haben eigentlich das Gegenteil bewirkt, was sie bewirken sollten. Die Flugreisen nehmen zu, Kreuzfahrten werden immer beliebter, die Zulassungen für SUV'S schnellen in die Höhe. Kohleausstieg bis 2038? Bis dahin hat sich die Erderwärmung um 2 -3°C erhöht und die Pole sind fast weggeschmolzen und viele sitzen dadurch schon bis zum Hals im Wasser. Die Bevölkerung aus aus den heißen Erdregionen wird sich vollständig in den Norden der Erde absetzen um noch etwas länger Luft zu bekommen. Das Ende des Lebens auf der Erde ist längst besiegelt. Elon Musk wird seine Raumflotte erheblich ausbauen müssen um noch einige Wohlhabende ausfliegen zu können. Das war's.

  • H. Leinemann, Kiel

    Verzicht auf der einen Seite ist immer auch Wachstum auf der anderen; unsere Wirtschaft hat also gar keine Ausrede. Bisher verzichtete die Lebensvielfalt zugunsten einer Ausbeuterwirtschaft; jetzt muss es umgekehrt gehen. Dazu brauchen wir dringend das Wachstum von Vernunft, Verantwortung, sprich: seelisch/geistige Reifung zum entsprechenden Handeln. Das ist im Kleinen wie im Großen wichtig; denn immerhin macht auch Kleinvieh guten Mist; je mehr Kleinvieharbeit, desto eher bewegt sich - leider - auch das Großvieh, das durch "Fridays for Future" richtig aufgescheucht erscheint. Von Durchbruch kann aber leider noch keine Rede sein. Also: weiter so im Kleinen mit Verzicht auf Überflüssiges, Beachtung von Qualität im Einklang mit der Natur - und viel mehr im Großen; traut Euch, Eurer Vernunft und Eurem Mitgefühl in der Weltwirtschaft! -

  • F. Beyer, Braunschweig

    Verzicht bedeutet, etwas zu unterlassen, was man ansonsten gerne tun würde. Dieser Terminus ist meiner Meinung nach daher falsch gewählt, und es sollte passender "Enthaltung" oder "Unterlassung" heißen, dann wird die Schwere des eigentlichen Problems deutlicher. Ich denke, dass das Unterlassen vieler Gewohnheiten zwingend nötig ist, falls wir die Lebenszeit der Menschen auf der Erde etwas verlängern wollen. Beim praktizierten Ändern seiner Gewohnheiten zugunsten der Umwelt verstärkt sich nebenbei auch das Bewusstsein für die Tragweite des eigenen Handelns. Nach meiner Erfahrung ignorieren die allermeisten Menschen dies.

  • H.-J. Burkhardt, Hamburg

    Umkehr ist nötig. Schon in der Offenbarung des Johannes ist von (Umwelt-) Katastrophen und Klimawandel die Rede. Und von einem Wirtschaftssystem, dem sich alles unter zu ordnen hat. Diese Horrorszenarien sind aus meiner Sicht keine Prophezeiungen, denen man nichts entgegensetzen kann. Sondern Mahnungen zur Umkehr! So sehe ich auch unser heutiges globales Szenario mit Umwelt, Wirtschafts und militärischen Risiken. Wir können uns selbst vernichetn,wenn wir nicht umkehren. Diese Umkehr fängt am besten bei mir selbst an. Da wirkt sie sofort! Von irgendwoher verordnet funktioniert nicht. Und wenn nicht? Alles der einfallslosen Wachstumsideologie unterordnen? Es gibt zur Umkehr vom Wachstumfetisch keine Alternative!

  • S. Jakob, Hamburg

    Ich habe Gefühl, als wenn die Menschen wie im 17., 18. Jahrhundert leben wollen. Auf alles zu verzichten, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich lebe jetzt wie immer und das bleibt auch so. Wer weißt was später kommt?

  • S. Bockmeyer, Rodenkirchen

    Ich denke auch, dass wir verzichten müssen. Vor allem müssen wir Energie einsparen. Da stimme ich "Fridays for Future" voll und ganz zu! Also raus aus der Energiegewinnung durch Kohle und vielleicht sollte "Fridays for Future" an Freitagen mal auf Handy und Internet verzichten. Denn auch Streamingdienste und die riesigen Datenfarmen von Google, Instagram und co. brauchen immens viel Energie. Und einen Tag der Woche auf das Internet zu verzichten dürfte doch so schwer nicht fallen, oder?

  • W. Brumberg aus Achim

    Ohne Verzicht haben wir - als Menschheit - keine Zukunft. Nur ist es noch so, dass Verzicht (Konsumverzicht) in unserem politischem System nicht ernsthaft vorgesehen ist. Und individueller, freiwilliger Verzicht wird kaum reichen, unseren Umweltverbrauch zu minimieren. Ich denke, es läuft eine Weile noch so wie jetzt weiter, bis die Probleme so groß werden, dass die Politik Verzicht fordert.

  • A. Getraudwie aus Lübeck

    Die Fastenzeit damit beginnen Unzufriedenheit, Unfreundlichkeit und Desinteresse anderen gegenüber zu vermeiden, ist genauso gewinnbringend, wie der Verzicht auf übermäßigen Konsum aller Art und Umweltbewusst zu leben. Sich fragen, wo stehe ich und was kann ich dazu beitragen, damit viele davon profitieren.

  • U. Hartrodt aus Schwerin

    Verzicht bedeutet für mich nicht nur auf Lebensmittel, Alkohol oder Rauchen zu verzichten. Verzicht bedeutet für mich Freiheit, dass ich es mir überhaupt aussuchen darf. Da ich mit Geflüchteten arbeite und diese unterstütze, ist für mich auch der Verzicht auf Vorurteile wichtig, denn die haben wir mehr oder weniger alle. Das heißt, öfter inne zu halten, bevor man etwas sagt und auch innehalten, um dankbar zu sein und wertzuschätzen, was wir haben.

  • J. Klinger aus Bienenbüttel

    Ich habe meine letzte elektronische Droge entsorgt und freue mich wie ein Kleinkind, weil mich weder meine frühere Nikotinsucht, noch meine bis vor kurzem mich beherrschende Wahnvorstellung von der "Kommunikations- und Wissensgesellschaft" beherrschen und ein Leben als Junkie programmierten. Den Sachlagen nach, bilden diese "elektronischen Selbstbetäubungs- und/oder Selbstbefriedigungsmittel" einen der maßgeblichen Gründe für die leider real-existierende Unwissens- und Unfähigkeitsgesellschaft, in der technologische Schein- und Anscheinvisionen eine offenbar ganz neue Dimension menschlicher Existenz geschaffen habe. Matrix 2020. Traurig an der Geschichte ist allerdings, dass die Verblödung, Entbildung und Indolenzierung der Kinder in dieser Zeit die Grundlage für eine ganz neues, völlig unkontrollierbare Wahnvisionsdiktatur schaffen, an der wir uns alle noch mehr als nur verschlucken werden.

  • M. Demski aus Oldenburg

    Fasten oder Reduktion? Durch Verzicht etwas Negatives reduzieren! Meine CO² Bilanz ist zu 75% reduzierter als die von 85% der deutschen Bevölkerung. Ich bewege mich zu 95% mit Fahrrad und Bahn. Ich verzichte auf Konsum, Schokolade, Alkohol, Nächstenliebe und Freundlichkeit. Fasten verschlechtert manchmal auch die Situation anderer? Mein Winzer erhält während der Fastenzeit kein Geld von mir. Ich denke, es wird ihn nicht in den finanziellen Ruin treiben, da nicht 50 Prozent seiner Kunden auf Wein verzichten. Ich denke nur, es wäre für alle Menschen in diesem westlichen reichen Ländern gut mal ein bisschen zu verzichten und zufriedener zu werden, mit dem was man hat und nicht der politisch-wirtschaftlichen Doktrin auf den Leim geht "kaufen, kaufen, kaufen" und wenn du das nicht hast, bist du auch kein richtiger Mensch, keiner von uns. Diese Philosophie und Wirtschaftsideologie hat nicht nur das Miteinander kaputt gemacht. Ich freue mich immer über Menschen die, wie ich, sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und auch mit weniger zufrieden und glücklich sein können. Denn Bescheidenheit ist in heutiger Zeit mehr Tugend denn Zier.

zurück
1/4
vor

 

Debatte: Verzichten - Warum eigentlich?

Nach dem Karneval kommt die Fastenzeit. Die Kultur-Redaktionen des NDR beleuchten unser Verhältnis zum Verzicht. Warum verzichten wir? Und was bringt es? mehr